Seit kurzem ist das HANDBUCH DER FANTASY-KUNST von Tolkien-Künstler John Howe in deutschen Buchhandlungen erhältlich, herausgegeben wird es vom Heel Verlag. John Howe, der sich derzeit wieder in Neuseeland befindet um für Weta Workshop Kreaturen und Designs für die HOBBIT-Verfilmung zu entwerfen, gibt in diesem Buch exklusive Einblicke in seine Techniken und Methoden und liefert nach Angaben des Verlags „anschauliche und leicht nachvollziehbare“ Beschreibungen und „detaillierte Step-by-Step-Anleitungen“. Ich habe geprüft, was das Buch wirklich taugt.
John Howe über die Schulter schauen
Eins vorweg: In seinem HANDBUCH DER FANTASY-KUNST beleuchtet HERR DER RINGE Illustrator John Howe ziemlich eindrucksvoll alle Aspekte seiner Kunst und gibt außergewöhnlich tiefe Einblicke in seine eigene Arbeit. Doch schnell wird klar, dass es sich nicht um einen Fantasy-Malkurs für Anfänger handelt. Vielmehr lässt der Meister uns teilhaben an seinem Genius, macht dem Leser aber gleichzeitig klar, wie weit dieser selbst von diesem entfernt ist. Und so bemerkt auch Regisseur Terry Gilliam passend im Vorwort, dass ihn das Buch eigentlich deprimiert habe, weil es ihm seine ganze Talentlosigkeit vor Auge geführt habe.
Step-by-Step-Anleitung
Dieses Buch ist kein Malkurs, sondern ein Werkstatt-Bericht, ein Making-Of der John Howe Gemälde. Sehr detailliert beschreibt Howe die Vorgehensweise bei der Erstellung zu Roman-Covern, Gemälden und Skizzen. Die ca 150 Bilder, Skizzen und Zeichnungen sind ein Fest für die Augen. Dabei beschränkt sich die Themenauswahl nicht nur auf DER HERR DER RINGE sondern auch die Illustration zu Mythen wie BEOWULF oder Perlen der Fantasy-Literatur wie den Romanen von George R. R. Martin oder Robin Hobb; oder natürlich einfach Gedankenspielereien von Howe.
Skizzen von John Howe
HANDBUCH DER FANTASY-KUNST
Der einzige, der von den Anleitungen vermutlich handwerklich wirklich profitiert hat, ist Howes Kollege Alan Lee, der als einziger die notwendigen Grundlagen mitbringt, um die Anleitungen umzusetzen. Kein Wunder, dass er sich sehr lobend über die hilfreichen Anleitungen im Nachwort äußert. Alles in allem lohnt sich die Anschaffung natürlich trotzdem für alle, die sich nicht satt sehen können an den Gemälden von John Howe. Und wer künstlerisch begabt ist, wird die kreativen Anstösse und Ideen von Howe zu schätzen wissen. Doch wie betont der Meister selbst so oft in diesem Buch: Eigentlich gibt es keine Regeln, wie man irgendetwas zu zeichnen hat.
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