Szene aus DER HOBBIT: Der Drache Smaug zerstört Esgaroth
Auf diese offizielle Bekanntmachung haben Mittelerde-Fans auf der ganzen Welt lange gewartet: New Line Cinema und MGM gaben am 18. Dezember 2007 bekannt, dass J. R. R. Tolkiens Roman DER HOBBIT als aufwändiges, zweiteiliges Fantasy-Epos verfilmt werden soll! Peter Jackson und seine Frau Fran Walsh übernehmen die Produktion, als Regisseur wird der Mexikaner Guillermo del Toro an Bord sein.
Die Vorproduktion hat bereits begonnen, und Hobbit-Fans auf der ganzen Welt warten nicht nur hochgespannt auf die filmische Umsetzung von Drachen, Zwergenarmeen und Riesenspinnen, sondern freuen sich auch auf die Rückkehr in altbekannte Gefilde wie das Auenland und Lothlórien.
Die Dreharbeiten für die beiden Filme – DER HOBBIT und die Fortsetzung - sollen 2010 beginnen. Als Kinostart für den ersten Teil wird das Jahr 2011 angestrebt, der zweite Teil soll 2012 folgen. Also genug Zeit für die Hobbit-Fans sich gebührend auf das neue Fantasy-Epos einzustimmen.
Die Umsetzung
Über die grundlegende Struktur des Zweiteilers sind sich Jackson und Regisseur Guillermo del Toro bereits einig. Im ersten Film wolle man vor allem die Ereignisse aus dem Kinderbuch DER HOBBIT darstellen, während im zweiten Teil die inhaltliche Brücke zur HERR-DER-RINGE-Filmtrilogie geschlagen werden soll.
"Wir denken, dass die Zweiteilung eine gute Idee ist", so Jackson, "da es sich beim HOBBIT um ein recht simples Kindermärchen handelt, das sich nicht wie DER HERR DER RINGE anfühlt. Die Aufteilung in zwei Filme ermöglicht die Erzeugung einer gewissen Komplexität." Der Neuseeländer spielt damit auf die Ereignisse an, die während der Handlung des HOBBITS stattfinden, in dem Kinderbuch aber keine direkte Erwähnung finden. Nachlesen kann man diese Ereignisse in Tolkiens Textfragmenten, die in der zwölf Bände umfassende Buchserie THE HISTORY OF MIDDLE-EARTH veröffentlicht wurden.
Während der HOBBIT sich ausschließlich mit der Schatzsuche des Hobbits Bilbo Beutlin beschäftigt, finden sich im Zusatzmaterial Beschreibungen über den Aufstieg Saurons, das Zusammentreffen von Galadriel, Saruman und Gandalf im Weißen Rat und die erste Begegnung von Aragorn und Arwen. Genug Stoff also für einen zweiten Film, mit dem Unterschied, dass diese Ereignisse von Tolkien nur sehr rudimentär beschrieben werden. Die Filmemacher sind also gezwungen, viel mehr in die Handlung hineinzuinterpretieren, als es beim HERRN DER RINGE der Fall war. Ein Wagnis, dessen sich die Drehbuchautoren bewusst sein sollten, denn nie hat man sich weiter von Tolkiens Vorlage entfernt.
In unserem Forum diskutieren die Fans derzeit hitzig darüber, wie buchgetreu der HOBBIT überhaupt umgesetzt werden soll, denn viele Elemente passen einfach nicht zum Stil des HERRN DER RINGE. In Tolkiens Kinderbuch servieren Tiere das Essen, betrunkene Elben benehmen sich höchst albern und Tiere reden wie ihnen der Mund gewachsen ist. Da stellt sich die Frage, ob die neuen Filme den Geist des Kinderbuches wiedergeben oder im epischen Stil des HERRN DER RINGE inszeniert werden sollen. Peter Jackson kündigte bereits an, dass er dazu tendiere, die Handlung weitaus ernster und düsterer zu gestalten, als Tolkien es tut. Guillermo erklärte zu dem Thema: "Ich hoffe, dass die Szenen im Düsterwald sehr spannend werden, aber nicht brutal. Das Kapitel 'Rätsel in der Finsternis' hat großes Potential für Furcht und Spannungselemente. [...] Und wenn Smaug seinen Zorn entfaltet, muss das der absolute Schocker werden und Respekt einflößen. Das wird schon sehr intensiv werden, aber nicht zu grausam." Man strebe eine ähnliche Intensität wie beim HERRN DER RINGE an und die Filme würden daher folglich in den US-Kinos auch wieder eine Altersfreigabe von PG13 bekommen. Trotzdem sei die Stimmung im HOBBIT unschuldiger als in der Filmtrilogie, ähnlich wie in England vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gehe vor allem im zweiten Teil dann um den Verlust dieser Unschuld. Ein Thema, dass man visuell wunderbar umsetzen könne.
Rückkehr der Helden
Auch im HOBBIT wieder mit dabei: Ian McKellen als Gandalf
Der Ausbau der Handlung ermöglicht auch ganz neue Möglichkeiten für die Rückkehr vieler Charaktere und Schauspieler aus dem Ring-Epos. Während im Kinderbuch ursprünglich nur Gandalf, Elrond, Gollum und ein junger Bilbo Beutlin die Verbindung zum HERRN DER RINGE bilden, könnten jetzt auch viele weitere Charaktere in die Handlung eingebaut werden. Ein Wiedersehen mit Galadriel, Aragorn, Saruman, Arwen und sogar Frodo ist durchaus möglich.
Und nichts läge in diesem Fall näher, als auch wieder die Schauspieler aus der Film-Trilogie zu verpflichten. Einige der Schauspieler, u.a. Ian Mckellen (Gandalf) und Andy Serkis (Gollum) haben bereits angekündigt, wieder mit von der Partie zu sein
Der Regisseur
Guillermo del Toro und Peter Jackson
Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro gilt ähnlich wie Peter Jackson selber als Fantasy-Fan und hat mit fantastischen Filmen wie HELLBOY oder BLADE bereits erfolgreiche Genre-Werke abgeliefert. Ob er auch ein Mammutprojekt wie den HOBBIT-Zweiteiler stemmen kann, muss sich jetzt zeigen. Einziges Manko: del Toro hat kürzlich eingestanden, dass er Tolkiens Bücher nicht wirklich kennen würde. Zum Glück steht ihm bei der Produktion Peter Jackson zur Seite, der als Produzent die Fäden in der Hand hält. Auf die Interview-Frage, was ihm beim HOBBIT am meisten Respekt einflößen würde, antwortete del Toro:
"Es ist einfach der Umfang und das Pauken des Stoffs. Und das ist 'ne Menge, die ich noch lernen muss. Ich habe mich in den HOBBIT verliebt, aber ich heirate die komplette Mythologie. Das ist so, als ob man die Familie des Mädchens trifft, die man liebt. Und wenn du sie heiratest, bekommst du alle. Ich habe mich in den HOBBIT verliebt und mache mich gerade mit allem bekannt, was über Tolkien oder von ihm geschrieben wurde, und das ist nicht nur die Trilogie. Die habe ich bereits durch. Damit die beiden HOBBIT-Filme nahtlos an die Film-Trilogie passen, muss ich mir derzeit das größte Making-Of aller Zeiten anschauen. Ich schau mir all die täglichen Aufnahmen von DIE GEFÄHRTEN an und auch viel Material von DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS. Ich werde so viele Aufnahmen schauen, wie überhaupt möglich ist. Und der Kamera entgeht nichts. Ich muss am Ende des zweiten HOBBIT-Films in der Lage sein, kontinuierlich an den HERRN DER RINGE anzuschließen."
(Stand: 25.05.08, Copyright: Stefan Servos)
Soll der HOBBIT-Kinostart um ein Jahr verschoben werden?
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