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Sie ist da - Die Prachtausgabe!!

20.10.2008 von Cirdan; Quelle: HDRF

Mit etwas Verspätung ist sie heute endlich eingetroffen - Mein Schatzzzzz, meine DER HERR DER RINGE Leder-Sonderedition. Und ich habe das gute Stück sogleich genauer unter die Lupe genommen. Was taugt die Neuüberarbeitung wirklich?

Zunächst zu den Äußerlichkeiten: Sie war zwar etwas kleiner, als erwartet, dies macht die prächtiger Sonderausstattung aber wieder wett. Der Einband aus Schafsleder ist nicht nur visuell ein Erlebnis, sondern fühlt sich auch gut an und riecht wie Leder riechen sollte. Die Fadenheftung und das dünne Bibelpapier sind wunderbar verarbeitet, Satz und Druck von guter Qualität. Das Buch besitzt zwei praktische Lesebändchen, kupferfarbenes Vorsatzpapier verleiht der Ausgabe etwas Edles. Highlight ist natürlich die Prägung auf dem Rücken und der Vorderseite in Echtgoldfolie. Vermisst habe ich nur einen Hinweis auf die Limitierung von 7.777 Stück. Sammler schätzen es immerhin zu wissen, dass sie beispielsweise Exemplar 250 von 7.777 besitzen.

Das Cover des Romans zeigt den Einen Ring, umrundet von der Ringinschrift und einem Auge in der Mitte, welches durch ein Loch sichtbar bleibt, wenn man das Werk in den Schmuckschuber steckt. Außerdem befindet sich noch ein zweiter Ring oben auf dem Cover, der zunächst Rätsel aufgibt. Aber eine kurze Recherche bringt Licht ins Dunkel. Das Cover stammt ursprünglich von der britischen "50th Anniversary Edition" (die übrigens auch als Vorlage für einige der inhatlichen Überarbeitungen diente, aber dazu später mehr). Auf dieser Sonderausgabe waren neben dem Einen Ring noch drei Elbenringe zu sehen. Doch da zwei dieser Elbenringe platzmässig wohl nicht auf das deutsche Cover passten, wurden sie einfach gestrichen und nur einer der drei Elbenring blieb auf dem deutschen Cover zurück.

Das Buch enthält alle drei Bände von DER HERR DER RINGE in einem Buch und erstmals die kompletten Anhänge inklusive einem Kapitel zur Aussprache (übersetzt von Helmut W. Pesch). Vollständige Register-Angaben fehlen natürlich auch nicht. Dafür fehlen die beiden Hobbit-Stammbäume, die in die englische "50th Anniversary Edition" eingefügt wurden.

Was wäre ein DER HERR DER RINGE ohne Karte? In einer Einstecktasche ganz am Ende des Buches steckt eine zweifarbige Karte von Mittelerde. Die Detailkarte von Gondor und Rohan fehlen aber leider ersatzlos.

Außerdem wurde der gesamte Text mühevoll in die neue Rechtschreibung übertragen, ein Thema, das natürlich Geschmackssache ist. Ich persönlich bin kein Gegner der neuen Rechtschreibung und begrüße diesen Schritt.

Besonders interessant für Anhänger des Tolkienischen Werkes ist aber die Überarbeitung der alten Carroux-Übersetzung durch Tolkien-Expertin Lisa Kuppler. Denn Übersetzerin Margaret Carroux war auch nur ein Mensch und so wimmelt es in ihrer Übersetzung von Fehlern. Und an einigen Fehlern war sie nicht einmal schuld, sie hat nämlich auch unwissend Fehler der englischen Ausgabe übernommen. In der englischen Ausgabe wurden diese Fehler größtenteils erst 2004 in der "50th Anniversary Edition" von Christopher Tolkien beseitigt.

Nur ein Beispiel: Es gab in alten LORD OF THE RINGS Ausgaben im Kapitel "A Journey in the Dark" ("Eine Wanderung im Dunkeln") die Passage

"even their own Masters cannot find them, if their secrets are forgotten"

Und Carroux hatte für die deutsche Version auch (fast) wortgetreu übersetzt:

"selbst ihre Meister können sie nicht finden oder öffnen, wenn ihr Geheimnis vergessen ist"

Aber der englische Text enthielt einen Fehler, weil man damals Tolkiens Handschrift nicht richtig entziffern konnte. Eigentlich sollte es nämlich heißen:

"even their own Makers cannot find them, if their secrets are forgotten"

In der englischen Ausgabe wurde dies 2004 von Tolkiens Sohn korrigiert. Aber hat es diese Korrektur auch in die neue deutsche Ausgabe geschafft? Ein kurzes Blättern und tatsächlich!!

"selbst diejenigen, die sie schufen, können sie nicht finden oder öffnen, wenn ihr Geheimnis vergessen ist"

Ein Traum wird wahr für Buch-Pedanten! Die Stelle wurde von Tolkien-Expertin Lisa Kuppler tatsächlich korrigiert.

Aber wie sieht es mit gewöhnlichen Übersetzungsfehlern von Margaret Carroux aus, wurden die auch alle entdeckt? Die Stichprobe ist tatsächlich positiv.

Aus dem Kapitel "Das Schwarze Tor öffnet sich"

Original: "The two vast iron doors of the Black Gate..."

Carroux alt: "Die drei riesigen Türflügel des Schwarzen Tors..."

Carroux neu: "Die beiden riesigen, eisernen Türflügel des Schwarzen Tors..."

Lisa Kuppler scheint den Text tatsächlich gut mit dem Original-Text abgeglichen zu haben. Doch einige weitere Stichproben ergeben, dass sie leider nicht alle Fehler entdeckt hat.

Aus dem Kapitel "Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern"

Original: "..., but Gothmog the lieutenant of Morgul..."

Carroux alt: "..., aber Gothmog, der Statthalter von Mordor,..."

Leider ein Fehler, der von Frau Kuppler übersehen wurde. Richtig wäre natürlich gewesen "..., aber Gothmog, der Statthalter von Morgul,..." Das ist vor allem deswegen ärgerlich, weil es sich um einen Fehler handelt, der unter Tolkien-Anhängern seit längerer Zeit bekannt ist.

Und wie sieht es mit banalen Tippfehlern aus? ebenfalls aus dem Kapitel "Das Schwarze Tor öffnet sich":

Original: "...and broken rock..."

Carroux alt: "... und herausgesprengtem Feld ..."

Carroux neu: "... und herausgesprengtem Fels ..."

Auch alte Tippfehler hatten anscheinend keine Chance!

Nicht zuletzt werfe ich einen Blick auf die Neuübersetzung von Namen. Im Kapitel "Ein Langerwartetes Fest" heißt es:

Original: "And Mr. Drogo was staying at Brandy Hall with his father-in-law..."

Carroux alt: "Und Herr Drogo blieb im Brandyschloß bei seinem Schwiegervater"

Carroux neu: "Und Herr Drogo war gerade im Brandygut bei seinem Schwiegervater"

Aus "Brandy Hall" wird passender "Brandygut" oder später auch "Gut Brandy". Übrigens auch eine interessante Stelle, weil Lisa Kuppler den Satz auch inhaltlich leicht korrigiert hat. Aber dies ist nur einer von mehreren Namen, die geändert wurden. Das Gebiet mit dem Namen "Das Luch" (orig. "The Yale") wurde in "Die Hugel" geändert, "Buckelstadt" (orig. "Tuckborough") heißt jetzt "Tuckbergen".

Fazit: Eine prächtige und fast perfekte Ausgabe, deren Text in mühevoller Kleinstarbeit und mit viel Liebe fürs Detail überarbeitet wurde. Es wäre zwar schön gewesen, wenn wirklich alle Fehler der alten Ausgabe korrigiert worden wären, aber bei 1.300 eng bedruckten Seiten ist dieser Anspruch vermutlich eher unrealistisch. Alles in allem die schönste und bisher perfekteste deutsche Ausgabe von J.R.R. Tolkiens Meisterwerk DER HERR DER RINGE.

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