Im Herbst erscheint der neue Tolkien DIE LEGENDE VON SIGURD UND GUDRÚN in deutscher Sprache. Tolkien-Buecher.de sprach mit Fantasy-Lektor Stephan Askani unter anderem über die enorme Herausforderung das Werk, welches komplett im germanischen Stabreim verfasst wurde, ins Deutsche zu übertragen.
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Tolkien-Buecher.de: Wie aufwendig war die Suche nach einem Übersetzer für dieses Werk und wie aufwendig gestaltete sich dann das Lektorat bzw. die Übersetzung selbst? Nachfragen beim Autor kann man in diesem Fall ja nicht stellen.
Stephan Askani: Für die Suche nach einem geeigneten Übersetzer waren verschiedene Kriterien maßgeblich. Er sollte sowohl ein Gespür für die Sprachkraft Tolkiens haben, den Stoff der Edda und der Wölsungensaga und Tolkiens Verhältnis dazu auch in den Details kennen und verstehen, wie auch die Bedeutung, die dieses Werk innerhalb von Tolkiens Schaffen auch in seinen Bezügen zu Mittelerde und vielen Handlungsmotiven einzuschätzen wissen. Es war darüber hinaus sehr hilfreich, dass der Tolkienexperte Tom Shippey dem Übersetzer Hans-Ulrich Möhring und dem Verlag in vielen Einzelfragen mit gutem Rat zur Seite stand.
Tolkien-Buecher.de: Eine wörtliche Übersetzung bei gleichzeitigem Einhalten der Stabreime scheint fast unmöglich. Wurde den Stabreimen Vorzug zur exakten Übersetzung des Textes gegeben?
Stephan Askani: Eine hervorragende Frage: Wir wollten tatsächlich beidem in gleichem Maß gerecht werden. Wer etwas in den englischen Text einsteigt, kann beobachten, wie Tolkien selbst mit dieser Frage, wie und wo er seine Wortwahl dem Versmaß anpasst (oder umgekehrt) umgegangen ist. Diese Beobachtungen waren auch für unseren Übersetzer leitend. Dass die Balance zwischen wortgetreuer Übersetzung und Form freilich eine riesige Herausforderung war, belegt nicht zuletzt die Telefonrechnung der Gespräche zwischen Lektorat und Übersetzer. Die Arbeit von Hans-Ulrich Möhring ging dabei weit über einen gewöhnlichen Übersetzungsauftrag hinaus, sondern war nur mit sehr viel Engagement und Herzblut zu bewältigen.
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Das komplette Interview gibt es unter www.Tolkien-Buecher.de.