Mit dem Tagesspiegel sprach Guillermo del Toro ausnahmsweise nicht über den HOBBIT, dafür schießt er scharf gegen die HARRY POTTER Filme und TWILIGHT.
Hier einige Auszüge aus dem Interview:
TAGESSPIEGEL: Sie lehnen offenbar gerne Angebote ab, die für andere verlockend wären. Einen Harry-Potter-Film zum Beispiel, angeblich, weil Sie eine der drei Hauptfiguren töten wollten und nicht durften?
GUILLERMO DEL TORO: Ich bin ein Fan der Reihe, aber besonders die ersten Filme waren mir zu seicht. In den Büchern stellt Joanne K. Rowling Harry Potter in der Menschenwelt wie ein Waisenkind aus einem Dickens-Roman dar. In der Zauberei findet er dann einen Ausweg. Die Filme zeigen diesen Widerspruch viel zu niedlich. Seine Beziehung zu den Verwandten, die ihn nicht verstehen, sein Eintritt in die Welt der Zauberei, das ist visuell und schauspielerisch im gleichen Komödienrhythmus erzählt. Okay, das ist eine Möglichkeit, so eine Geschichte zu erzählen, aber eben nicht meine.
Was hätten Sie verändert?
Ich hätte eine stärkere Trennung von realer und magischer Welt eingeführt: Eine funktioniert als harte Realität, die andere als Rettungsanker. Und ich hätte, wie Sie schon sagten, auf jeden Fall einen der drei Helden sterben lassen. Mich langweilen diese Kindergeschichten, in denen keine der Hauptfiguren stirbt. Meine Töchter, sie sind neun und 13 Jahre, teilen meine Ansicht natürlich überhaupt nicht.
Warum interessieren sich eigentlich die Menschen heute wieder so für Vampire?
Weil alles so unendlich langweilig geworden ist. Die Menschen haben total belanglose Träume und Wünsche. Sie wollen ein Star werden, ein neues Auto bekommen, tollen Sex haben und die Miete bezahlen können. Viel weiter reicht unsere Vorstellungskraft nicht. Im Gegensatz dazu wirken Vampire natürlich interessant.
Sind die Vampiren in den „Twilight“-Bestsellern von Stephenie Meyer auch interessant?
Nein, die nicht. Ich will lieber eine Geschichte hören über ein Mädchen, das hässlich ist, und einen Vampir, der verwest. Wenn ich von einer Geschichte höre, in der ein wunderhübsches Mädchen, noch dazu Jungfrau, einen toll aussehenden Vampir kennenlernt, dann steige ich aus. Die Tyrannei der Schönheit beherrscht bereits den Alltag. Da genügt es, sich eine Werbung von Calvin Klein anzuschauen. Warum soll ich das lesen oder verfilmen?
Müssen Sie sich mit Ihren Töchtern auch einen Familienfilm wie „101 Dalmatiner“ ansehen?
Ich liebe Disney! Sehen Sie, ich habe in Los Angeles ein separates Haus, in dem ich meine Horrorsammlung horte – 350 Stücke, die ich in den vergangenen 15 Jahren gesammelt habe. Da habe ich Gemälde und Skulpturen von Hansruedi Giger, der die Alien-Figuren entworfen hat, ich besitze klassische Bilder vom Heiligen Georg und dem Drachen und auch viel Disney-Kunst: den Drachen aus „Dornröschen“ oder Bilder von Ivan Earl, der die Hintergründe für die Zeichentrickfilme malte.
Das komplette Interview kann hier beim Tagtesspiegel nachgelesen werden. Es scheint übrigens schon etwas älter zu sein, vermutlich wurde es geführt, als Guillermo del Toro vor einem Jahr in Leipzig war.