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Die Chroniken der Trilogie

Vorbereitungen im Geheimen (1997 – 1998)

Januar 1997

Während im Internet Gerüchte kursieren, dass Saul Zaentz zusammen mit Peter Jackson den Roman DER HOBBIT verfilmt, schreiben sich Peter und Fran im heimatlichen Wellington bereits seit einem Jahr die Finger wund. Eines Tages lernen die beiden die Autorin Philippa Boyens kennen, die Vorsitzende des Verbandes der neuseeländischen Drehbuchautoren. Philippa ist seit ihrer Kindheit begeisterter Tolkien-Fan und Peter und Fran merken schnell, dass sie mit ihr auf einer Wellenlänge liegen. Hinzu kommt, dass Philippa den Roman fast auswendig kennt und jede Menge neuer Ideen einbringen kann. So beschliessen die beiden, Philippa in den Drehbuchprozess zu integrieren.

Das Projekt wächst und wächst. Erste Tests bei Weta Digital mit einem neuen Computereffekt-System namens Massive sind durchaus wegweisend und die Designs von Richard Taylors Leuten versprechen großes Kino. Aber mit dem Projekt wachsen auch die Produktionskosten immer weiter an.

Mai 1997

Nachdem die Drehbücher erste Formen annehmen, sehen sich Peter und Fran auch nach geeigneten Schauspielern um. Ganz unverbindlich fragen sie bei einigen Agenturen nach. Und so ergibt es sich, dass bereits im Mai 1997 der britische Schauspieler Sean Bean (Boromir) für die Rolle des Waldläufers Aragorn in Erwägung gezogen wird.

September 1997

Die ganze Maschinerie läuft wie ein Uhrwerk. Eine Casting-Agentur beginnt mit ersten Besetzungsproben und Richard Taylor sucht auf der ganzen Welt nach fähigen Spezialisten für Miniatur-Effekte und Masken. Noch ist streng geheim, was im kleinen, verschlafenen Wellington geplant wird, aber Insider vermuten bereits, dass eines der größten Filmereignisse aller Zeiten bevorsteht.

Januar 1998

Das Internet beginnt zu brodeln und unzählige Gerüchte verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Aber wie es mit Gerüchten eben so ist, ist an den meisten nicht viel dran. Und in vielen Internetforen wird jede Menge Blödsinn verbreitet.

Währenddessen treffen sich Tolkien-Künstler John Howe und Alan Lee hoch über den Wolken im Flieger der Singapure-Airlines auf dem Weg nach Neuseeland.

30. Januar 1998

Peter Jackson meldet sich im Forum seinen offiziellen Fan-Clubs THE BASTARDS HAVE LANDED das erste Mal zu Wort:

Es stimmt, ich arbeite zur Zeit an einem geheimen Film für Miramax Films. Ich musste aber einen Vertraulichkeitsvertrag abschließen, der mich davon abhält, mehr über den Film zu erzählen, bis Miramax es mir erlaubt. Es gibt zur Zeit jede Menge Spekulationen, um welchen Film es sich handeln könnte, aber macht Euch keine Mühe, ich kann keine Frage beantworten. Ich werde auch weder bestätigen, noch dementieren, um welchen Film es sich handelt. Die meisten Gerüchte, die ich im Internet gelesen habe sind absoluter Müll, nur sehr wenig kam der Wahrheit nah. Also glaubt nicht alles, was ihr lest. […] Denkt immer dran, es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Danke, Peter J.

Mai 1998

Anstatt die Fan zu beruhigen, hat Peter Jackson mit seinem Kommentar Öl ins Feuer gegossen. Hinzu kommt, dass Weta Workshop Anfang Mai eine mysteriöse Anzeige in einer neuseeländischen Tageszeitung schaltet. Gesucht werden Menschen unter 1,27 Meter und über 2,03 Meter für Special-Effect-Tests. Da hilft kein Dementieren mehr, die Fans sind überzeugt: Peter Jackson verfilmt den HOBBIT. Niemand wagt auch nur im Geringsten daran zu denken, dass Jackson zu der Zeit schon viel größere Pläne hat.

Juni 1998

Was Weta bisher in aller Verschwiegenheit geleistet hat ist enorm. Bereits die Vorbereitungen für dieses Projekt haben ein Budget verschlungen, wie andere Filme es niemals haben werden. Doch dann kommt der große Knall: Miramax ist das ganze Film-Projekt zu teuer geworden und die Weinstein-Brüder teilen Peter Jackson mit, dass sie nur noch bereit sind einen einzelnen Film zu produzieren. Er solle doch einfach die beiden Drehbücher hier und da etwas kürzen und daraus einen Film machen.

Peter Jackson ist geschockt und lehnt ab. Nur ein Film? Das kann und will er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Für ihn kommt diese Mitteilung einer Absage gleich.

Dass sich Miramax nach so vielen Monaten Arbeit zurückzieht ist für alle Beteiligten zutiefst deprimierend. So werden bei Weta nach über zwei Jahren alle Arbeiten abgebrochen, alle Skulpturen, Entwürfe, und Modelle in Kisten gepackt und neben die KING-KONG-Kisten gefrachtet. Alan Lee und John Howe fliegen zurück nach Europa, die Mitarbeiter müssen entlassen werden.

Aber so leicht will sich Peter Jackson nicht geschlagen geben und lässt es auf einen allerletzten Versuch ankommen. Zusammen mit Richard Taylor stellt er ein 36-minütiges Demo-Video zusammen und setzt sich dann mit Fran in den Flieger nach Hollywood, um in kürzester Zeit einen neuen Geldgeber zu finden.

So stehen die beiden wenige Stunden später in der Eingangshalle von New Line Cinema. Mit der Independent-Produktionsfirma hat Peter bereits an THE FRIGHTENERS gearbeitet und seitdem pflegt er eine Freundschaft zu Fine Line Features-President Mark Ordesky und dem damaligen Präsidenten Michael DeLuca. Fast jeder bei New Line ist ein Fan der Bücher, deshalb hat Jackson ein sehr gutes Gefühl. Robert Shaye, Vorsitzender von New Line Cinema, hört sich Peter Jacksons Vorstellungen ganz genau an und sagt dann nach längerer Pause:

Wir werden auf keinen Fall zwei Filme produzieren ... wir werden drei produzieren!

Es ist geschafft und das Ergebnis ist besser, als es sich irgendjemand erhofft hat. Sofort klingelt Peter Jackson im heimatlichen Wellington durch: „Richard! Pack alles wieder aus, wir sind wieder im Rennen!“

Für über zehn Millionen Dollar Ablösesumme übernimmt New Line Cinema die Rechte für die HERR-DER-RINGE-Verfilmung. Die beiden Miramax Hauptvorsitzenden Harvey und Bob Weinstein entscheiden sich, das Projekt auch weiterhin unabhängig zu begleiten. New Line erwirbt neben den Rechten für die Verfilmung auch die Vertriebsrechte für eine potentielle HOBBIT-Verfilmung und die Rechte für das gesamte Merchandising.

Juli 1998

Robert Shaye setzt sich in seinen Privatflieger, um Peter und Fran in Wellington einen Besuch abzustatten. Als er den Eingangsbereich die Weta-Werkstätten betritt, trifft ihn fast der Schlag. Seltsame Splatter-Monstermasken hängen an den Wänden und auf einem Braindead-Plakat spritzt das Blut aus abgehackten Köpfen.

„Oh, mein Gott, was habe ich getan“ schießt es Shaye durch den Kopf, „habe ich diesen Menschen gerade das gesamte New Line Budget für ein dreiteiliges Fantasy-Epos zur Verfügung gestellt?“ Aber seine Zweifel sollen schnell behoben werden, als er Richard Taylor und seine Crew kennen lernt. Nach so vielen Enttäuschungen und so vielen Jahren Arbeit sind die immer noch hochmotiviert und überzeugen Shaye sofort, dass sie in der Lage sind, diese Trilogie zu realisieren.

Währenddessen werden rund um Wellington bereits große Hallen und Lagerhäuser gesucht, in denen die Studios errichtet werden können. Jean Johnson von der Stadtverwaltung unterstützt die Filmcrew bei ihrem Unterfangen, ohne zu wissen, wofür die Hallen genau gebraucht werden. Immer noch ist das gesamte Projekt streng geheim und die Bewohner des kleinen Wellington ahnten nicht, was da auf sie zukommt.

24. August 1998

Dieser 24. August soll in die Annalen der HERR DER RINGE Geschichte eingehen, denn an diesem Tag gibt New Line Cinema offiziell bekannt, dass sie zusammen mit dem Regisseur Peter Jackson J.R.R. Tolkiens Trilogie DER HERR DER RINGE in drei Teilen auf die Kinoleinwand bringen wollen. Alle drei Teile sollen simultan in Neuseeland gefilmt werden, heißt es in der Pressemeldung.

Ein großer Tag für das gesamte Projekt. Jetzt ist es offiziell und es gibt kein Zurück.

In dieser ersten Pressemeldung gibt sich Robert Shaye zuversichtlich: „Wir haben Peters Drehbuch und sein Demo-Video gesehen und glauben, dass er die Ideen und Technologien hat, dies zu einer Größe zu vereinen, welche die der Fantasy-Filme von vor zehn oder 15 Jahren locker hinter sich lassen wird. " Und Peter Jackson ergänzt: „Es hat 45 Jahre gebraucht, bis die Film-Technologie nun endlich so weit ist, dass sie Tolkiens Vorstellungen gerecht werden kann. Wir haben das Glück, in Neuseeland sowohl über die Computer-Technologie, als auch über die Landschaften zu verfügen, die Mittelerde zum Leben erwecken werden. Es ist sehr aufregend den Herrn der Ringe als Trilogie umzusetzen. Noch niemals wurden drei Filme parallel gedreht und dies zeigt großartige Vision von Bob Shaye und New Line Cinema. Aber wir wollen nicht nur drei großartige Filme schaffen, sondern uns ist es auch wichtig Tolkiens Werk mit dem Respekt zu behandeln, den es verdient hat.“

30. August 1998

Nur sechs Tage später gibt Peter Jackson das erste Interview, das fast symbolisch für die gesamte Produktion sein soll. Denn dieses Interview gibt Jackson keiner großen Zeitung oder einem mächtigen Fernsehsender, sondern dem Webmaster Harry Knowles für seine Fan-Website www.aintitcoolnews.com. Und in diesem Interview fällt einer der wichtigsten Aussagen für das gesamte Projekt:

Jede Romanverfilmung ist immer nur eine Interpretation eines Buches. In diesem Fall ist es meine Interpretation.

September 1998

Es wird nicht lange gezögert. Auf dem Farmland des Bauern Ian Alexander bei Matamata auf der neuseeländischen Nordinsel beginnt die Crew mit dem Aufbau für das Hobbingen-Set.

Dezember 1998

Bereits zum zweiten Mal beantwortet Peter Jackson die Fragen der Fans auf der Filmwebsite Ain’t It Cool News. Beharrlich hält sich das Gerücht, Sean Connery würde eine Rolle in der Filmtrilogie übernehmen. Aber Jackson verrät, dass noch keine Hauptrollen besetzt wurden. Zum Entsetzen vieler Fans enthüllt er allerdings, dass der beliebte Charakter Tom Bombadil nicht in der Trilogie zu sehen sein wird.

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