Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Das Effekte-Special

Kleine Hobbits ganz groß

Eine ganz besondere Herausforderung für das Weta-Workshop-Team war es, die Größenverhältnisse der Hobbits zu den Menschen im Film richtig darzustellen. J.R.R. Tolkien beschreibt die Hobbits, seine Romanhelden, als behäbige, pelzfüßige Gesellen, kaum einen Meter groß. Für Jackson gab es zwei Möglichkeiten das Problem mit den Hobbits zu lösen. Er hätte kleinwüchsige Darsteller engagieren können, wie einst schon George Lucas bei WILLOW, doch diese Variante gefiel ihm nicht sonderlich . Vor allem, weil er einfach nicht genügend Schauspieler fand, die seinen hohen Ansprüchen genügten. Er wählte den zweiten Weg: Er besetzte die Hobbit-Rollen mit durchschnittlich große Schauspieler und schrumpft sie per Tricktechnik auf einen knappen Meter. Ähnlich wurde mit den Zwergen verfahren, die noch etwas größer als Hobbits sind, aber dennoch eine ganze Nummer kleiner als Menschen.

Das wichtigste Verfahren für diese Schrumpfung nennt sich „Forced Perspective“ und wird schon seit Jahren von der Filmbranche verwendet. Dabei wird der eine Schauspieler weiter weg von der Kamera positioniert, als der andere und schon entsteht durch die Perspektive der Eindruck, die hintere Person sei kleiner. "Das Problem mit dieser erzwungenen Perspektive ist, dass man eigentlich nicht die Kamera bewegen darf," erklärt Jon Labrie von Weta. „Wenn man die Kamera bewegt, enthüllt die Verschiebung des Hintergrundes den Trick.“ Um eine bewegte Kamera möglich zu machen, erfand die Crew von Weta ein revolutionäres Verfahren, dass sich "moving camera forced perspective" nennt. Dabei steht oder sitzt der Hobbit-Darsteller auf einer sich bewegenden Plattform, die die Verschiebung durch eine Gegenbewegung unsichtbar macht. Das hört sich sehr kompliziert an und das ist es tatsächlich auch. Der Effekt darf später nicht mehr zu sehen sein, was eine Millimeter genaue, computergesteuerte Choreographie erfordert. "Das Interessante bei diesem Trick ist, dass es am Drehort passiert. Es wird später nichts mehr hinzugefügt," erläutert Labrie.

Ein weiterer Trick bestand darin, dass man perspektivische Sets in zwei verschiedenen Größen baute, um den Maßstab anzupassen. Das selbe galt für die Requisiten, die jeweils in zwei Größen hergestellt wurden, egal ob Äpfel, Stühle oder Schwerter. Die Hobbitdarsteller bewegten sich oft in übergroßen Sets, während der Zauberer Gandalf sich beim Besuch in Beutelsend durch eine viel zu kleine Kulissen zwängte. Teile der Aufnahmen wurden dann mit Bluescreen-Aufnahmen kombiniert.

Vor allem wenn die Gesichter der Hobbits nicht zu sehen, oder sie weit von der Kamera entfernt waren, kam ein dritter und einfacherer Trick zum Einsatz: Körperdoubles. Für diese Aufnahmen wurden kleinwüchsige Schauspieler aus Indien und Indonesien engagiert, aber auch Kinder wurden als Doubles in die Hobbitkostüme gesteckt. Bei einigen wenigen Szenen wurden Puppen, sogenannte Dummys, für die Hobbits eingesetzt.

In der Endversion wurden dann alle diese Verfahren so zusammengeschnitten, dass der Zuschauer die perfekte Illusion erlebt und wirklich glaubt, dass Elijah Wood (Frodo) und Sean Astin (Sam) nur 90 Zentimeter groß sind.

Charlie McClellan (Produzent für digitale Spezialeffekte) vermutete in einem Interview vor Kinostart: "Die Zuschauer werden nicht andauern denken: 'Das ist aber eine nette Computer-Bildmischung.' sondern sie werden denken: 'Wie zum Teufel haben die das gemacht?'" Und tatsächlich: Das Ergebnis ist beeindruckend und wer der ersten Teil im Kino gesehen hat, wird dies bestätigen können.

Sponsor
Anzeige

Die nächsten Termine

Zu den Terminen

*