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Ein Besuch am Set

Dorthin und wieder zurück - Eine Woche in Mittelerde

Im Dezember 2000 hatte ich als Fan die große Ehre die Dreharbeiten zu den Dreharbeiten zu DER HERR DER RINGE nach Wellington Neuseeland eingeladen zu werden.

Die Weltenbauer

Wellington, Neuseeland – Ich stehe vor den Gebäuden der Camperdown Studios in der Weka Street am Stadtrand von Wellington. Viel zu unscheinbar wirken die schlichten Gebäude und es lässt sich kaum erahnen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt. In diesen heiligen Hallen arbeiten die Künstler, Designer und Modellbauer von Weta Workshop um J.R.R. Tolkiens fantastischer Schöpfung Mittelerde Leben einzuhauchen. Wir schreiben den 30. November 2000 und diese junge neuseeländische Spezial-Effekt-Schmiede steht seit über drei Jahren ganz und gar im Zeichen des tolkienischen Epos. In wenigen Augenblicken wird mich Richard Taylor empfangen, um mir und anderen geladenen Gästen einen Rundgang durch diese Hallen zu gewähren.

Wie war ich zu dieser Ehre gekommen, dass ich als deutscher Fan eingeladen wurde, einige Tage leibhaftig bei der Produktion dabei zu sein? Begonnen hatte alles bereits 1998, denn kurz nach der offiziellen Pressemeldung von New Line Cinema surfte ich neugierig durchs Internet auf die Suche nach Informationen zur Filmtrilogie. Doch vergebens, es gab weder Fan-Seiten, noch irgendwelche offiziellen Nachrichten-Quellen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als meine eigene Website zur HERR-DER-RINGE-Trilogie ins Internet zu stellen.

Bereits im Herbst 1998 ging die erste Version von www.herr-der-ringe-film.de mit einigen wenigen Informationen online. Wie beim berüchtigten Zauberlehrling machten sich die Geister, die ich gerufen hatte schnell selbstständig und unvermutet hatte ich schon bald einige Tausend Besucher pro Tag und eine rege Gemeinschaft hatte sich im Forum und im Chat versammelt. Zu meiner Leserschaft zählte unter anderem auch der langjähriger Geschäftsführer der Kinowelt Filmverleih GmbH Peter Heinzemann, der sich im Frühjahr 2000 in Los Angeles aufhielt, um mit New Line über die deutsche Vermarktung des HERRN DER RINGE zu verhandeln. So erreichte mich dann aus L.A. eine E-Mail, die für mich alles verändern sollte.

Peter Heinzemann lud mich in dieser E-Mail für den 23. März 2000 nach München zum Kinowelt Filmverleih ein, um mit mir etwas wichtiges zu besprechen. Neugierig setzte ich mich also an jenem Tag in den Zug Richtung München, unvorbereitet der Dinge, die da folgen sollten. In der bayrischen Metropole angekommen empfingen mich Geschäftsführer und Marketingleiter persönlich, führten mich in einen Konferenzraum mit einem großen Fernseher, legten eine Videokassette ein und was ich dort sah, raubte mir damals den Atem. Bevor irgendwelche offiziellen Bilder, Filmausschnitte oder sonstiges Material veröffentlicht worden war, sah ich nun etwa sechs Minuten lang die allerersten bewegten Bilder der wohl größten Filmtrilogie aller Zeiten.

Und als wäre das noch nicht genug, fragten mich die Kinowelt-Geschäftsführer danach, ob ich nicht Interesse hätte, für sie als offizieller Berater zu arbeiten – Ich sagte zu.

Noch ahnte ich nicht, was dieser Job für mich bedeuten würde. Schon der Ausblick darauf, immer mal wieder geheime Bilder und vielleicht sogar einige wenige Ausschnitte sehen zu dürfen, versetzten mich in einen Hochzustand. Dieses Privileg genügte mir eigentlich schon. Selbstverständlich kamen mir auch immer mal wieder die Gedanken, wie es wäre, bei den Dreharbeiten dabei zu sein. Aber dann ermahnt ich mich selbst und rügte mich: „Sei dankbar dafür, was Du hast, und fordere nicht das Unmögliche heraus, sonst verlierst Du alles!“

So ging ich also beim Kinowelt Filmverleih bescheiden meiner Arbeit nach, schrieb Berichte für die offizielle Website, überprüfte Marketing-Texte auf ihre Richtigkeit und formulierte Zusammenfassungen des Romans. Bis eines Tages im November 2000 das Handy klingelte. Peter Heinzemann war am Apparat und erzählte mir, dass New Line Cinema einen Kinowelt-Mitarbeiter zu den Dreharbeiten nach Neuseeland einladen würde, damit der sich einen Eindruck von der dortigen Lage machen könne. Ich fragte, was das mit mir zu tun habe und Peter Heinzemann erzählte, dass bei Kinowelt gerade alle Mitarbeiter schwer beschäftigt wären und ob ich nicht Lust hätte, zu den Dreharbeiten nach Neuseeland zu fliegen. Mein Herz bliebt für einen Moment stehen ... Ich ... bei den Dreharbeiten zu DER HERR DER RINGE?

Diese Vorstellung hatte etwas Unwirkliches. Hätte Peter Heinzemann mir gegenübergestanden, hätte ich ihn wahrscheinlich umarmt und geküsst. Zum Glück verhinderte die räumliche Distanz zwischen uns diese peinliche Aktion.

Bereits eine Woche später saß ich in der durchaus bequemen Business Class der Air New Zealand auf dem Weg nach Wellington, Neuseeland. Und weitere 30 Stunden Flug später stehe ich an dem kleinen Flughafen im sommerlichen Wellington, während sich in Deutschland die Temperaturen langsam dem Nullpunkt nähern. Noch kann ich es gar nicht richtig glauben, dass ich wirklich hier bin. Neuseeland – ein Ort, der vor ein paar Tagen für mich noch so unerreichbar weit entfernt war, wie Mittelerde selbst. Ein Hauch von Magie liegt in der Luft, als mein Chauffeur mich zum Duxton-Hotel im Zentrum der Stadt fährt. Die ganze Stadt ist vom Herr-der-Ringe-Fieber infiziert. Alle Bewohner scheinen irgendwie in die Produktion involviert zu sein, denn egal wo man geht oder steht, überall trifft man auf Menschen in Lord-of-the-Rings-Filmjacken oder mit einer Lord-of-the-Rings-Stuntcrew-Kappe auf dem Kopf. Und die erste Person, die ich am frühen Abend im Hotel sehe ist Karl Urban, der Darsteller von Éomer, der sich mit nassen Haaren durchs Foyer des Hotels zum Aufzug begibt. Angesichts der Tatsache, dass er wahrscheinlich gerade von einem anstrengenden Drehtag kommt, spreche ich ihn lieber nicht an.

Nach einem kleinen Stadtbummel und der Feststellung wie bizarr eine weihnachtlich geschmückt Fußgängerzone bei sommerlichen 25 Grad wirkt, begebe ich mich ins Bett. Ich habe nicht nur mit einem höllischen Jetlag zu kämpfen, sondern auch mit der Tatsache, dass ich morgen früh um 8 Uhr von meinem Chauffeur vor dem Hotel abgeholt werden soll. Die 12-Stunden Zeitverschiebung und mein Jetlag leisten ganze Arbeit. Mein Körper ist völlig verwirrt und ich wache bereits um 5 Uhr morgens auf, was sich am nächsten Abend rächen wird. Aber das interessiert mich in diesem Moment nicht. Nach einer Dusche und einem herzhaften Frühstück begebe ich mich vors Hotel, wo mein Fahrer bereits wartet. Nach etwa 15 Minuten Fahrt und einem völlig unverständlichen Gespräch mit starkem neuseeländischen Akzent haben wir die Camperdown-Studios erreicht. Dort wartet bereits eine Gruppe anderer ausgesuchter, internationaler Gäste, vor allem asiatischer Produzenten, denen ich mich nun anschließe.

Claire Raskind Cooper führt uns zu einem Seiteneingang, wo uns Produzent Barrie Osborne begrüßt und uns in Peter Jacksons Privatkinosaal führt. „Hier schaut sich Peter jeden Abend die gedrehten Ausschnitte an,“ erläutert Claire. Wir setzen uns in die bequemen Kinosessel, der Saal wird verdunkelt, der rote Samtvorhang öffnet sich. Streng geheime Szenen laufen vor unseren Augen ab und entführen uns für etwa 30 Minuten direkt nach Mittelerde. Begeistert betrachte ich die Szenen, die meinen eigenen Vorstellungen von Mittelerde gespenstisch nah kommen, und die die Öffentlichkeit erst in über einem Jahr sehen wird. Ich frage mich, woher Peter Jackson wissen konnte, wie ich mir Mittelerde vorstelle. Anschließend zeigt Barrie Osborne uns ein sogenanntes Blooper-Reel, misslungene Szenen, die sehr zur Erheiterung der Gruppe beitragen.

Wir verlassen Peter Jacksons Privatkino wieder und begeben uns vor den Haupteingang der Camperdown Studios, wo Weta Workshop Chef Richard Taylor bereits auf uns wartet.

Nun befinden wir uns an der Stelle, wo dieser Bericht begonnen hat und ich stehe kurz davor, Mittelerde neu zu entdecken.

Obwohl hochrangige Produzenten anwesend sind, gibt sich Richard Taylor durchaus locker, mit zerwühltem Haar, eine dreckigen alten Trainingshose und einer völlig unverkrampften Art. Richard Taylor hat es nicht nötig sich zu verstellen, und repräsentiert damit auf gewisse Art und Weise die gesamte Produktion. Richard ist durch und durch begeistert von dem gesamten Projekt und hat selbst nach so vielen Jahren der Arbeit, noch genau so viel Energie wie am Anfang. Als er uns durch die Weta-Räume führt, kommt er mir fast wie ein kleiner Junge vor, der seinen Eltern stolz von seinen Basteleien erzählt, um bei ihnen Eindruck zu schinden.

Richard führt uns durch die Tür und eine kleine Treppe hinauf. Wir kommen in ein kreativ-chaotisches Atelier. Ein großer Schäferhund begrüßt uns schwanzwedelnd. Es handelt sich um Richards Hund Gemma, der schon seit über 14 Jahren die Arbeit von Weta begleitet und zu so etwas wie einem Maskottchen geworden ist.

Ein halbes Dutzend junger Künstler sitzen an Tischen, die von Schreibtischlampen beleuchtet werden. Mit kleinen Messern, Farbpinseln und Modelliermasse entstehen kleine Wunderwerke zwischen ihren Fingern, während sich das Arbeitsmaterial um sie herum türmt. Die Wände sind bedeckt mit Zeichnungen und Skizzen nach den Vorlagen der beiden Tolkien-Künstler Alan Lee und John Howe, aber auch Plakaten von Jacksons Frühwerken MEET THE FEEBLES und BRAINDEAD. Hunderte von Kostümentwürfen, Skizzen der Mûmakil mit Bauten auf dem Rücken, Fletts in den Baumkronen von Lothlórien und dazwischen Polaroid-Fotos der Schauspieler in ihren Kostümen. Ich kann einen ersten Blick auf Fotos von Celeborn (Marton Csokas) und Galadriel (Cate Blanchett) erhaschen. In Regalen und auf Tischen stehen unzählige Modelle von stämmigen Ents, wilden Wargen und schwer gerüsteten gondorianischen Wachen. In einer Ecke sitzt der produktionseigene Kartograph Daniel Reeve und entwirft auf scheinbar altem Pergament eine Mittelerde-Landkarte.

Das Gefühl ist überwältigend im wahrsten Sinne des Wortes. Alle diese Designs wurden bisher gehütet wie ein Staatsschatz und wenn bisher irgendein kleines Detail an die Öffentlichkeit gekommen war, wurde es von den Fans auf die Goldwaage gelegt und ausführlich analysiert. Was jetzt an Informationen auf mich einprasselt, kann ich gar nicht alles verarbeiten. Die Zeit reicht kaum aus, um jedes Detail zu erfassen und ich könnte mich stundenlang an den Modellen ergötzen, mir gelingt es kaum, mich auf Richards Ausführungen zu konzentrieren, so gebannt bin ich von dem, was ich sehe. Wer hätte damals geahnt, wie die Warge aussehen oder dass wir tatsächlich leibhaftige Mûmakil auf der Leinwand sehen werden? Ich überlege mir, was für Geldbeträge Tolkien-Fans wohl für so ein original Uruk-hai-Modell zahlen würden und erkundige mich, was nach der Produktion mit den ganzen Figuren und Modellen geschieht. Die meisten Modelle werde Peter Jackson wohl privat einheimsen und in seinem Wohnzimmer aufstellen, scherzt Richard Taylor.

Vielleicht wurde genau diese Frage den Weta-Mitarbeitern so oft gestellt, dass sie die Idee entwickelten, viele der Statuen und Modelle in Zusammenarbeit mit Sideshowtoy zu replizieren und an die Fans zu verkaufen – Wer weiß?

Wir durchschreiten einige Türen und kommen an großen Öfen vorbei. „In diesen Öfen, die wir selbst gebaut haben,“ erklärt Richard, „werden die Hobbit-Füße aus Latex gebacken.“ Er erklärt, dass die Öfen seit nun fast drei Jahren Tag und Nacht ununterbrochen laufen. Die Füße und anderen Maskenteile würden aus einem Latexschaum bestehen, den WETA selbst entwickelt hätte. Dann landen wir in der großen Kostümhalle. Der Geruch von Leder liegt in der Luft und an Kleiderständern an Wänden hängen unzählige Rüstungen, Mäntel und andere Kostüme. Jedes Kostüm ein Einzelstück, versichert Richard Taylor. Ich bemerke, dass viele der Kleidungsstücke mit Kunstblut verschmiert sind. Das Leben in Mittelerde ist nicht ungefährlich. In Abfalleimern stapeln sich Lederreste und Nähmaschinen knattern vor sich hin. In einem durchsichtigen Plastikzelt im hinteren Teil der Halle sitzen zwei junge Männer, die seit zwei Jahren damit beschäftigt sind Kettenhemden zu knüpfen. Ich lasse mich zu dem intelligenten Kommentar hinreißen, dass die beiden Kettenhemdenknüpfer die eigentlichen „Herrn der Ringe“ sind, und erkenne an Richards Blick, dass ich wohl nicht der erste war, der diesen tollen Spruch von sich gab.

„Wir sind die erste Filmproduktion, deren Kettenhemden nach traditioneller Art und Weise hergestellt werden,“ erzählt Richard und präsentiert uns eine Kiste voller Kettenringe. „Aber unsere Ringe sind nicht wirklich aus Stahl, sondern aus einem Material, aus dem auch die Räder von Skateboards sind. Sie werden von uns mit einer metallischen Schicht überzogen und wirken 100prozentig real, wiegen aber nur die Hälfte.“ Ich überzeuge mich davon an einem etwa zehn Kilogramm schweren Kettenhemd, das selbst, wenn man es berührt noch ziemlich echt wirkt.

Wir werden weiter geführt und betreten die Weta-Schmiede. Direkt beim Eintreten rutscht mir das Herz in die Hose, als mein Blick auf eine etwa zwei Meter große, schwarze, gezackte Rüstung vor mir fällt, die dort auf einem Holzständer aufgestellt ist. Der finstere Herrscher Sauron steht direkt vor mir. Ich berühre die Rüstung und bekomme eine Gänsehaut. Es ist fast so, als ob man ein magisches Relikt aus einer uralten, mystischen Zeit berührt. Ich stehe tatsächlich an der Schwelle zu Mittelerde. Der anwesende Schmied mustert uns nur kurz und widmet sich dann wieder dem verbogenen Rüstungsteil auf seinem Amboß. Richard erklärt, dass alle wichtigen Rüstungen der Hauptcharaktere auf ursprüngliche Art und Weise von echten Rüstungsschmieden geschmiedet werden. Man lege viel Wert auf Authentizität.

Wir durchschreiten eine weitere Halle, an deren Wänden Tausende von Masken hängen. Die blutlosen Augen der Heerschar der Untoten schauen mich an und unzählige Orkmasken hängen bewegungslos in Reih und Glied.

Wir passieren die drei „versteinerten“ Trolle, die bis unter die Hallendecke reichen und ich bemerke, dass einem Troll der Zeigefinger abgebrochen ist; Ein schaumstoff-ähnliches Füllmaterial quillt hervor. Unser Weg führt uns außerdem an einem etwa 1m großen, orangfarbenen Modell der Riesenspinne Kankra vorbei.

Wir gelangen in die Waffenabteilung und Richard Taylor reicht mir Stich, Frodos berühmtes Schwert. Es wiegt schwer in meiner Hand, aber dennoch ausgewogen. So muss sich Artus gefühlt haben, als er das erste Mal Excalibur aus dem Stein gezogen hat. Die Klinge ist mit elbischen Runen verziert und ist so groß, dass ich nun von den Proportionen ein Hobbit wäre.

„Es gibt unzählige Varianten dieses Schwertes,“ erklärt Richard, „dies ist die schwerste Variante aus echtem Stahl mit Holzgriff“. Er zeigt uns weitere Versionen aus Gummi oder Aluminium in den unterschiedlichsten Größen, mal mit, mal ohne Schwertscheide. Auch Gimlis unzählige Äxte stehen an den Wänden. „Wieviel Äxte trägt Gimli auf seiner Reise denn bei sich?“, erkundige ich mich. „Fünf Äxte,“ antwortet Richard Taylor während er an seinem Körper demonstriert, wo der Zwerg die Äxte jeweils trägt.

Dann betreten wir das wohl eindrucksvollste Studio. Gut ein Dutzend Gebäude in Modellgröße sind hier aufgebaut. Mein Blick fällt auf die Wassermühle von Timm Sandigmann, doch die Wände sind mit Ruß bedeckte, verrostete Rohre und Leitern winden sich um das Gebäude und schwarze Schornsteine ragen aus dem dreckigen Dach. Die Details sind atemberaubend. Erfreut erkundige ich mich bei Richard, ob die Befreiung des Auenlandes nun doch noch zu sehen sein wird, aber Richard verneint. Diese Mühle habe man nur für einige „Vision-Sequenzen“ benutzt. Dann stehen wir vor dem Orthanc, dem schwarzen Turm von Saruman. Um den schwarzen Obsidian-Stein realistisch darstellen zu können, hat man den ganzen Turm aus schwarzem Wachs geformt.

Nur einige Meter von einem elbischen Gebäude entfernt hängt in einer Holzkonstruktion Grond, die Riesenramme. Im Maul des Wolfskopfes erkenne ich eine Vorrichtung, um die Ramme Feuer und Rauch speien zu lassen. Gleich daneben, ein etwa zwei Meter großes Stadttor von Minas Tirith aus Sperrholz, mit unzähligen Insignien und Verzierungen. Richard erklärt, dass die Modell-Ramme das Modell-Tor effektvoll zerschmettern wird. Nachher würden dann am Computer große Trolle eingefügt.

Wir lassen die Ramme hinter uns und nähern uns einem großen detaillierten Schiffmodell, das über 3 Meter lang ist. Es handelt sich um eines der Schiffe der Korsaren von Umbar, auf Deck erkenne ich kleine zusammengerollte Seile, kleine Fässer und eine ausgeklügelte Takelage.

Doch ein besonderes Modell zieht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Im hinteren Bereich des Studios erhebt das Juwel des Königreiches Gondor, die Stadt Minas Tirith in ihrer ganzen Pracht. Mir stockt der Atem. Die Vielfalt an Details ist unglaublich. Ich sehe die Straßen und die großen Tore, die Häuser der Heilung und den weißen Turm Ecthelions. Auf den Plätzen erkenne ich die Statuen alter Könige und Helden, in den Gassen stehen kleine Fässer. Man kann sogar die Wäsche auf den Wäscheleinen zwischen den Häusern erkennen.

Einige WETA-Mitarbeiter haben sich einen Scherz erlaubt und kleine Spielzeug-Autos in die Straßen der Stadt gestellt. „In die Aufnahmen des Modells werden später noch einige Computer-Effekte eingefügt,“ erklärt mir Richard Taylor. Es werden Menschen durch die Straßen laufen und Lichter aus den Fenstern scheinen. Mit Bedauern bedenken ich, dass es noch über drei Jahre dauern wird, bis wir dies auf der Leinwand bewundern dürfen. Einige Meter von Minas Tirith entfernt befinden sich Teile der gleichen Stadtmauer noch einmal in einem etwas größeren Maßstab für die Detailaufnahmen.

Plötzlich klingelt das Handy von Claire Raskind Cooper, die uns die ganze Zeit begleitet hat und sie führt ein kurzes Telefonat; Dann wendet sie sich zu uns: „Peter Jackson ist jetzt bereit, Euch bei den Dreharbeiten zu empfangen.“

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