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Musik für Mittelerde

Eru war da, der Eine, der in Arda Ilúvatar heißt; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprösslinge seiner Gedanken; und sie waren bei ihm, bevor irgend andres erschaffen war. Und er sprach zu ihnen, sie Melodien lehrend, und sie sangen vor ihm, und er war froh.

- J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion

Shores Musik wird gerne als emotional und opernhaft beschrieben. Kein Wunder: Er schrieb insgesamt nahezu 80 Themen für seine Ringe-Partitur. "Ich habe die Musik wie ein Werk aus dem 19. Jahrhundert aufgebaut, um ihr einen historischen Anstrich zu verleihen", beschreibt Shore. "Mittelerde existierte vor 5000 bis 6000 Jahren. Peter [Jackson], Fran [Walsh] und ich wollten in DER HERR DER RINGE eine Opernatmosphäre schaffen. Die Musik sollte den emotionellen Kern der Geschichte hervorheben. Gesten und Bewegungen in der Geschichte und in der Musik wurden so angelegt, dass sie die Schönheit einer klassischen Oper widerspiegeln."

Um Mittelerde einen eigenen Klang zu verleihen, bediente sich Shore diverser Instrumente. Über klassische Instrumente, wie Holzbläser, Blechbläser, Hörner, Schlagwerke, Streicher oder Harfen, benutzte Shore auch einige Exoten, wie z. B. die Marimba, eine Musette oder ein Dulcimer. Sogar ethnische Instrumente, wie die Fiedel, ein Tibetischer Gong, ein Monochord oder eine Sarangi kamen zum Einsatz. Beim genauen Hinhören entdeckt man auch Instrumente, die eigentlich gar keine sind, wie einen Amboss, Stahlketten oder mit Hämmern geschlagene Schienen, wie bei der Isengard-Musik. Mehr zu den Instrumenten…

"Jeder Komponist hat ja so seinen Stil. Man kann eine Komposition von Ennio Morricone, von John Williams oder Hans Zimmer in der Regel schnell erkennen, denn sie weisen deren typischen charakteristischen Stil auf. Auch Howard Shore hat seinen Stil. Verglichen mit anderen Komponisten jedoch finde ich Shores Stil außerordentlich breit ausgebildet. Er arbeitet mit sehr farbiger Instrumentierung und ausgeprägter Harmonik." (Ludwig Wicki, 5. MÄRZ 2009 • SEMPACHER WOCHE/SURSEER WOCHE)

Tolkiens Buch, das als Vorlage für den Film und ebenso für die Musik diente, wurde in über 80 Sprachen übersetzt und gilt als das beliebteste Buch des 20. Jahrhunderts. Das gute an Shores Musik ist, dass man sie überall versteht. "Tolkien brauchte 14 Jahre, um den HERR DER RINGE zu schreiben, und du schreibst nun ein musikalisches Bildnis davon", so Shore auf der FOTR-SEE-DVD. Und das hat er mit seiner circa 9-stündigen Partitur geschaffen. "Er hat mehr getan, als wir uns jemals hätten vorstellen können," so Peter Jackson.

Bei vielen Hollywood-Filmen schreibt ein Komponist die Themen und die Musik drumherum, ein Arrangeur orchestriert diese Musik dann. Dieser bereitet die Musik für das volle Orchester vor und macht letzte Anpassungungen an den Film. Nicht Shore: Er nimmt alles selbst in die Hand. Shore komponiert nicht nur die Musik, sondern orchestriert und dirigiert diese auch.

Während der Tonaufnahmen zu den drei Filmen wurden insgesamt 8000 Takes aufgenommen. Das Kunststück, die Komplexität des Stoffes musikalisch umzusetzen, gelingt Howard Shore dank dem raffinierten Einsatz von wiederkehrenden Motiven geradezu meisterhaft. Diese insgesamt rund 80 musikalischen Motive versinnbildlichen die zahlreichen Figuren und Orte des epochalen Romans. Die Faszination, die vom Universum des Meisters der Fantasy-Literatur ausgeht, transportiert der gefeierte Komponist Howard Shore durch unkonventionelle Instrumente und Choreinlagen in den von Tolkien erfundenen Sprachen. Die bestechende Schönheit von Mittelerde und die Einzigartigkeit ihrer Bewohner werden dadurch spür- und vor allem hörbar.

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