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Der Fall Guillermo del Toro

Insgesamt zwei Jahre lang war Guillermo del Toro offiziell der Regisseur der beiden anstehenden HOBBIT-Filme. Doch noch vor Start der Dreharbeiten stieg der mexikanische Regisseur wieder aus. Als er am 29. Mai 2010 seinen Rücktritt vom Regieposten verkündete war dies ein Schock für Produzenten und Fans. Was war passiert?

Bevor dies geklärt werden soll, zunächst ein paar Worte zur Person. Als im April 2008 bestätigt wurde, dass der mexikanische Regisseur Guillermo Del Toro für mindestens drei Jahre nach Neuseeland geht, um dort die Regie bei den beiden HOBBIT-Filmen zu übernehmen, war die Freude groß. Denn Guillermo del Toro gilt als Kenner der Fan-Szene und hat ein Faible für Fantasy-Filme. Mit Filmen wie PANS LABYRINTH oder HELLBOY II hat er bewiesen, dass er ein Händchen für phantastische Themen mit ernsthaftem Hintergrund hat. Er gilt als kreativ, fantasievoll und beherrscht die Kunst den Zuschauer zu verzaubern.

J.R.R. Tolkiens Roman DER HOBBIT hat er nach eigenen Aussagen mit 11 Jahren das erste Mal gelesen. In der Vorbereitung für die Verfilmung des HOBBITs las del Toro dann weitere Tolkien-Lektüren, nicht nur den HERRN DER RINGE, sondern auch alle Tolkien-Biografien, das SILMARILLION und die 12-bändige HISTORIE OF MIDDLE-EARTH. Denn Del Toro sollte nicht nur Regie führen, sondern auch zusammen mit Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens das Drehbuch verfassen.

Del Toro sagte, dass dies die größte Herausforderung bei diesem Projekt gewesen sei: "Es ist einfach der Umfang und das Pauken des Stoffs. Und das ist 'ne Menge, die ich noch lernen muss. Ich habe mich in den HOBBIT verliebt, aber ich heirate die komplette Mythologie. Das ist so, als ob man die Familie des Mädchens trifft, die man liebt. Und wenn du sie heiratest, bekommst du alle. Ich habe mich in den HOBBIT verliebt und mache mich gerade mit allem bekannt, was über Tolkien oder von ihm geschrieben wurde, und das ist nicht nur die Trilogie."

Die Voraussetzungen waren ideal und alles schien perfekt. Doch Del Toro kümmert sich bereits um seine Altersvorsorge. Während er in Neuseeland an den Drehbüchern schreibt, sichert er sich schon mal Aufträge für die Zeit nach dem HOBBIT. Sie schließt er beispielsweise Ende 2008 einen Deal mit Universal über vier Filmprojekte ab, darunter Remakes von FRANKENSTEIN und DR. JEKYLL AND MR. HYDE. Des Weiteren will er für Universal SLAUGHTERHOUSE-FIVE und den Dan Simmons Roman DROOD realisieren. Schon vorher wurde Del Toro bereits von Universal mit der Verfilmung des Romans BERGE DES WAHNSINNS von H.P. Lovecraft beauftragt, einem Projekt, an dem Del Toro schon seit vielen Jahren arbeitet. Aber damit nicht genug: Außerdem soll Del Toro David Moodys apokalyptische Geschichte HATER produzieren und für die Gothic-Romanze CRIMSON PEAK das Drehbuch schreiben. Weitere Aufträge für Projekte folgen.

Als sich in den Reihen der Fans Unruhe breit macht, versichert Del Toro immer wieder, dass man sich keine Sorgen machen bräuchte. All diese Produktionen seien für die Zeit nach dem HOBBIT vorgesehen und würden das Projekt nicht gefährden. Vonwegen!

Kaum sind die beiden HOBBIT-Drehbücher fertig, ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Das Filmstudio MGM, das den HOBBIT zu 50% finanzieren sollte, ist pleite. Die Gläubiger, darunter Banken und Finanzier, übernehmen die Leitung und legen alle Projekte – auch die HOBBIT-Produktion – auf Eis.

Kurz darauf, am 29. Mai 2010, erklärt Guillermo del Toro seinen Rücktritt! Die ständigen Verzögerungen durch die finanziellen Probleme von MGM würden seine Verträge mit den anderen Filmstudios und die anstehenden Projekte gefährden. In der Pressemeldung schreibt er: "Durch die vielen Verschiebungen des Drehstarts für DER HOBBIT sehe ich mich vor der härtesten Entscheidung meines Lebens. Nachdem ich nun fast zwei Jahre Tolkiens Welt Mittelerde gelebt, geatmet und gestaltet habe, muss ich mit großem Bedauern die Leitung dieses wunderbaren Filmprojekts abgeben. Ich verbleibe dankbar mit Peter, Fran und Philippa Boyens, New Line und Warner und meiner gesamten Crew in Neuseeland. Ich hatte die Ehre in einem der schönsten Länder der Erde mit den Besten ihres Fachs zu arbeiten. Dies hat mein Leben für immer verändert. Dies hat mir auch große Freude bereitet, aber der wachsende Druck durch die vielen Verschiebungen und Terminänderungen hat nun den ursprünglichen Zeitplan des Projekts überschattet."

Und so hinterlässt er einen gut vorbereiteten Zweiteiler, der nun nur noch einen Regisseur benötigt, aber sicherlich auch irgendwie die Handschrift von Guillermo del Toro tragen wird.

(Stand: 03.06.10)

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