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Kamera- und Projektionstechnik

Analoge 35 mm-Filmprojektion

Schauen wir uns zunächst kurz an wie herkömmliche 35-mm-Filme in Kinos projiziert werden. Dazu wird ein klassischer 35 mm-Filmprojektor verwendet:

35 mm Filmprojektor Kinoton FP30D (Bild: kinoton.com)

Der größte "Kasten" den man normalerweise an so einem Projektor sieht, ist das sogenannte Lampenhaus welches die Xenon-Lampe mit meist mehreren tausend Watt Leistungsaufnahme beherbergt (links im Bild). Das Licht dieser Lampe durchstrahlt den Film, der wie bei der Kamera auch, vertikal vor dem Bildfenster vorbei läuft. Davor befindet sich das Objektiv welches das Bild formt und auf die Leinwand wirft.

Auch hier kann, wie bei der Kamera, der Film nicht einfach kontinuierlich vor dem Bildfenster vorbeigezogen werden, sondern es muss auch hier jedes Einzelbild für eine kurze Zeit komplett ruhig stehen bleiben, ebenso muss der Weitertransport verdeckt geschehen, sonst wackelt das Bild auf der Leinwand nur vertikal und man könnte überhaupt nichts erkennen. Deshalb gibt es auch im Projektor eine Umlaufblende. Diese schließt wenn der Film über ein Schrittgetriebe weitertransportiert wird und öffnet wenn das Bild ruhig steht. Da der Kinofilm nur 24 Bilder pro Sekunde hat, würde das Bild erheblich flimmern wenn man nur 24 Hell-Dunkel-Phasen pro Sekunde zeigen würde. Deshalb bedient man sich eines Tricks und zeigt jedes Filmbild zwei- oder gar dreimal hintereinander, was die Dunkelpausen und damit das empfundene Flimmern verringert. D.h. die Umlaufblende läuft mehrmals um solange ein Filmbild vor dem Bildfenster stehen bleibt. Auch diese Tatsache beeinflusst die Wahrnehmung von Bewegung ein wenig.

Ein analoger Kinofilm wird in Form von mehreren kleinen Filmrollen, die sich in Einzelboxen befinden, vom Verleiher an die Kinos geliefert, da der Film an einem Stück aufgespult zu unhandlich und schwer wäre. Jede dieser Einzelrollen nennt man einen "Akt", ein Spielfilm besteht also insgesamt aus mehreren Akten.

Früher wurde mit 2 Projektoren im sogenannten Überblendbetrieb gearbeitet und die Akte abwechselnd vom einen und dann vom anderen Projektor wiedergegeben. Der Filmvorführer musste den Wechsel manuell anhand von Überblendzeichen am Ende der Akte vollführen und es gehört ein gewisses Geschick dazu dies vom Publikum möglichst unbemerkt durchzuführen. Das ist recht personalintensiv und benötigt natürlich pro Kinosaal die doppelte Anzahl an Projektoren. In den heutigen großen Multiplexen wäre dies unmöglich.

Daher wird heutzutage hauptsächlich mit so genannten Telleranlagen gearbeitet, wie hier zu sehen:

Filmtelleranlage für überblendfreien Projektionsbetrieb (Bild: Wikipedia.de)

Der Filmvorführer klebt alle Akte nach Erhalt zu einem kompletten Film zusammen und spult ihn auf einen dieser (im Gegensatz zu den üblichen vertikal angebrachten Filmspulen horizontal liegenden) Teller auf. Der Filmstart befindet sich dabei ganz innen. Der Film wird dann, wie im Bild zu sehen, aus der Mitte heraus entnommen, durch den Projektor geführt und danach auf einen zweiten Teller wieder von innen nach außen aufgespult. Damit liegt der Filmstart wieder innen und kann von da wieder entnommen werden usw. Ein zeitaufwändiges und den Film mechanisch belastendes Rückspulen entfällt damit. Ein kleiner Nachteil ist, dass der Film bei einem Fehler während der Wiedergabe (bspw. einem Lampenplatzer - was ich selbst schon erlebt habe...) nicht wieder an die Stelle zurückgespult werden kann vor der der Fehler auftrat.

Sowas kommt aber selten vor und für die Kinos bieten solche Telleranlagen sehr viele Vorteile, bspw. können auch von einem Teller mehrere Projektoren hintereinander mit dem gleichen Film versorgt werden (sogenannter Interlock-Betrieb), so dass z.B. für die zeitgleiche Bespielung von zwei Sälen nur eine Kopie geliehen werden muss.

© Der große Hobbit

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