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REZENSION: DAS BUCH VON DEN HOBBITS

; Quelle: HDRF

Was steckt eigentlich genau hinter den Namen im HOBBIT? welche Bedeutung haben Ortsbezeichnungen in Mittelerde und von welchen Wortspielen ließ sich Tolkien möglicherweise inspirieren? Diese und andere Fragen werden in der Neuauflage von "Das Buch von den Hobbits" beantwortet, das wir uns für euch mal genauer angeschaut haben.

Pünktlich zum Kinostart von DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE bringt der Gerstenberg Verlag ab November "Das Buch von den Hobbits" in einer neuen Auflage auf den Markt. Erstmals war dieses Buch in Deutschland 1997 erschienen, also bevor überhaupt die Dreharbeiten zu der HERR DER RINGE Trilogie begannen. Und so ist dieses Buch logischerweise auch völlig unabhängig von den Verfilmungen zu sehen, vielmehr bezieht es sich auf das literarische Schaffen von J.R.R. Tolkien, insbesondere dessen Kinderbuch DER HOBBIT.

In dem Buch beschäftigt sich Autor David Day, der weithin als Tolkien-Experte gilt und aus dessen Feder unter anderem auch "Tolkien: Eine illustrierte Enzyklopädie" stammt, mit den etymologischen Rätseln und Gedankengängen hinter den Namen und Begriffen in Tolkiens Welt. Dabei bietet er aber keine wissenschaftliche Herleitungen, sondern gibt sich vielmehr unverbindlichen Gedankenspielen, Vermutung und Assoziationen hin und nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch den Kopf von J.R.R. Tolkien.

Diese äußerst unterhaltsame Beschäftigung mit Sprache, beispielsweise über die linguistische Verwandtschaft des Wortes "Old Toby" mit dem Wort "Tabak", wird nie zu trocken, sondern bleibt stets kurzweilig zu lesen und regt an, sich selbst über diverse Wortspiele Gedanken zu machen.

Nur ein Beispiel: J.R.R. Tolkien bezeichnete den Namen des Drachen Smaug immer als einen billigen philologischen Scherz. Day versucht dem auf den Grund zu gehen und entdeckt die Ähnlichkeit zu dem urgermanischen Verb "smugan" (sich durch ein Loch zwängen), das in der Vergangenheitsform "smaug" lautet. Aber auch die Ähnlichkeit zu dem altenglischen Verb "smeagan", welches "verschlagen, schlau" bedeutet, fällt ins Auge. Und so führt er seine Vermutung noch über diverse andere Begriffe fort, bis Tolkiens philologischer Scherz sich schließlich vollkommen vor dem Leser offenbart.

David Days Ausführungen ähneln dabei weniger den Vorlesungen an einer Oxforder Universität sondern eher dem Gespräch von Sprachwissenschaftlern in einem Pub bei einem guten Bier. Auch wenn der Autor dabei manchmal übers Ziel hinaus zu schießen scheint (Das Wort "Warge" sei verwandt mit dem altenglischen "Wearh" also "Gesetzesbrecher" was auf Wechselhäuter oder Werwölfe hinweisen würde), so hätte Tolkien doch vermutlich an diesem Werk sehr viel Spaß gehabt, denn bekanntermaßen liebte er das Spiel mit der Sprache. Und vermutlich wäre er über die eine oder andere Auslegung von Day sogar selbst überrascht gewesen.

Ergänzt wird der Text durch zahlreiche, teilweise doppelseitige Illustrationen der niederländischen Künstlerin Lidia Postma, die sehr atmosphärische die Stimmungen aus Tolkiens Beschreibungen einfängt und vor allem eine Begabung für den Lebensstil der Hobbits an den Tag legt. Alles in allem ein sehr unterhaltsames Werk, das nicht nur geeignet ist für Leute, die sich für Sprache interessieren, sondern auch für diejenigen, die dieses Interesse noch in sich entdecken wollen.

Das Buch von den Hobbits

von David Day

  • Gebundene Ausgabe
  • 92 Seiten
  • Verlag: Gerstenberg Verlag
  • Auflage: 1 (30. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3836927934
  • ISBN-13: 978-3836927932

"Das Buch von den Hobbits" gibt es hier bei amazon.de.

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