Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Rezension: DER HOBBIT CHRONIKEN KUNST & GESTALTUNG

; Quelle: HDRF

Der Inhalt dieses Buches wurde bis zum Kinostart des HOBBITS streng gehütet, aber jetzt ist es endlich offiziell erhältlich, das Design-Buch aus dem Hause Weta Workshop, mit Hunderten atemberaubenden Entwürfen, Gemälde, Skizzen und Designs zu DER HOBBIT: EINE UNERWARTETE REISE, verfasst von Weta-Urgestein Daniel Falconer.

Schon die Aufmachung mit der Goldprägung auf dem Buchdeckel kommt edel daher und verspricht nicht zu viel. Das Buch, welches mit vollem Titel übrigens DER HOBBIT - EINE UNERWARTETE REISE: CHRONIKEN. KUNST & GESTALTUNG heißt, bietet einen faszinierenden Blick in den Gestaltungsprozess des HOBBITS und hält so einige Überraschungen bereit.

Zunächst wird ausführlich der Designprozess des Auenlandes samt seiner Bewohner dargelegt. Es ist erstaunlich wie liebevoll Künstler wie John Howe, Alan Lee und Kollegen jedes Details ausgearbeitet haben, von Marktständen bis hin zum Inhalt der Satteltaschen der Reiseponys. Außerdem gibt es einige der Hobbithöhlen-Designs aus der Guillmero del Toro Ära zu sehen, auch wenn dies im Buch nicht ausdrücklich betont wird.

Bereits in diesem Kapitel gibt es auch den ersten Hinweis auf eine der geschnittenen Szenen, die hoffentlich in der Extended Edition des Films zu sehen sein wird. So wurde nämlich für eine frühe Begegnung von Gandalf und Bilbo als Kind die Sommersonnenwendfeier des Alten Tuk liebevoll gestaltet, inklusive Puppentheater und Feuerkracher.

Die Entwürfe der Zwerge im anschließenden Kapitel sind atemberaubend, denn jedes Kleidungsstück (sogar die Unterwäsche), und jeder einzelne Gegenstand wurde von den Weta-Künstlern extra gestaltet. Besonders interessant sind die Bart-Entwürfe für Thorin, der nicht immer so kurzbärtig war, wie im finalen Film. Auch interessant ist die Anmerkung, dass Legolas später im Film vermutlich (wenn die Szene nicht geschnitten wird) über ein Bildnis von Gloins Frau (Gimlis Mutter) lästert („wer ist dieses hässliche Geschöpf?“). Außerdem wird enthüllt, dass Bifur sich im Exil als Spielzeugmacher verdingte und während der Reise einen aufziehbaren Spielzeugadler bastelt. Eine Szene, die tatsächlich auch in einem der Trailer zu sehen war, es aber ebenfalls nicht in den fertigen Film geschafft hat.

Eine wahrer Augenschmaus sind die allgemeinen Entwürfe für das Volk der Zwerge. Dabei werden Details enthüllt, die man auf der Leinwand kaum mit dem bloßen Auge erblicken konnte, wie beispielsweise Zwergenfrauen und – kinder, sowie die Schlacht von Azanulbizar, Zwergenrüstungen und die prächtigen Zwergenahnen Thráin und Thrór, wobei viele Details aus Tolkiens Beschreibungen berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Anmerkung, dass Thráin ein Auge verlor. Thorin-Groupies werden übrigens enttäuscht feststellen müssen, dass die Schmiedeszene mit Thorin im Prolog ursprünglich oberkörperfrei geplant war.

Anschließend erfahren wir etwas über die Entwürfe der Istari, wobei den größten Platz ohne Zweifel Radagast einnimmt, der ja auch komplett neu gestaltet werden musste und dessen Kopfbedeckung wohl Hasenohren imitieren soll. Bei der Einrichtung seines Hauses Rhosgobel ließ sich John Howe stark von Merlins Heim in T.H. Whites DAS SCHWERT IM STEIN beeinflussen.

Es folgen große mattepainting-ähnliche Artworks zur Reise der Gemeinschaft durch Wilderland, die einzeln für sich schon eigene Kunstwerke sind. Es ist fast schade, dass man diese Designs so im Film nicht sieht.

Nach den Designs für Trolle und Trollhöhle folgt ein ausführliches Kapitel zu Bruchtal. Da die Zwerge sich Elronds Haus von einer ganz anderen Seite nähern und über einen anderen Zugang betreten, hatten die Tolkien-Künstler, allen voran Alan Lee, die Möglichkeit diesen Ort ganz neu zu entwickeln. Den Künstlern war es wichtig, dass der Zuschauer den Ort wiedererkennt, aber keine der Ansichten vorkommt, die in DER HERR DER RINGE bereits verwendet wurde. Außerdem sieht man in diesem Kapitel erstmals „moderne“ Elbenrüstungen der Elben von Bruchtal, die im Prinzip Weiterentwicklungen der Rüstungen aus dem Prolog von DER HERR DER RINGE sind.

Im darauf folgenden Kapitel „Drüber hinweg“ wird eine wichtige Szene angesprochen, die es ebenfalls nicht in den finalen Film geschafft hat. Denn während die Zwerge ins Nebelgebirge aufbrechen, begibt sich Gandalf nach Norden zu den „High Falls of Rhudaur“ („Hohen Schluchten von Rhudaur“), um dort die Grabkammern der neun verfluchten Menschenkönige zu begutachten. Ausschnitte dieser Szene hat man bereits im Trailer gesehen, in diesem Buch folgen nun die Design-Entwürfe.

Ebenfalls eindrucksvoll, aber dafür im Film enthalten sind die Entwürfe für die Bergriesen und die Orkstadt. Und wie so oft sind es die die unzähligen Bleistiftskizzen von Alan Lee, die zu verzaubern wissen.

Es folgen Entwürfe zu Gollums Höhle und dem Kiefernwald („Aus der Pfanne ins Feuer“), bei dem vor allem die verschiedenen Entwürfe für die Warge und ihre Reiter beeindrucken. Abschließend widmet sich das Buch dem Carrock und wem es im Film entgangen ist, wird nun feststellen, dass die Felsenspitze im Anduin-Tal tatsächlich die Form eines Bären hat.

Bevor die Rezension abgeschlossen werden kann, müssen unbedingt noch zwei Extras erwähnt werden, die alleine schon die Anschaffung lohnenswert machen. Einliegend findet sich nämlich einerseits eine große Version von Thrórs Karte (gezeichnet von Daniel Reeve nach der Vorlage von J.R.R. Tolkien) inklusive der angedeuteten Mondrunen. Außerdem findet man auf der hinteren Umschlagseite Bilbos kompletten Reisevertrag zum Ausklappen!

Fazit: Von allen Büchern zum HOBBIT-Film ist dieses hier sicherlich bisher das lohnendste, denn die unzähligen Skizzen, Designs und Fotomontagen laden nicht nur zum Träumen ein, sondern geben auch tiefe Einblicke in den Produktionsprozess. Ein ums andere Mal wird das Buch zur gedruckten Extended Edition, wenn Szenen oder Details geschildert werden, die es nicht in den finalen Kinofilm geschafft haben. Dabei werden die Abbildungen stets ergänzt durch persönliche Kommentare der Zeichner, Maskenbildern oder Kostümdesigner. Die Übersetzungen ins Deutsche sind hier übrigens stets korrekt und passend. Und selbst Tolkien-Liebhaber, die nicht allzu viel vom Filmhype halten, werden mit diesem Buch auf ihre Kosten kommen, denn ganz unabhängig von der Verfilmung enthält es einfach faszinierende Kunstwerke zu Tolkiens Schilderungen, wie man sie sonst selten so gebündelt bekommt. Mehr als nur die perfekte Ergänzung zum HOBBIT-Film. Ein Buch für alle, die sich an fantastischer Kunst erfreuen können.

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise: Chroniken. Kunst & Gestaltung

  • Gebundene Ausgabe: 210 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Veröffentlichungsdatum: 16. Dezember 2012
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608960511
  • ISBN-13: 978-3608960518
  • Größe: 31 x 24,4 x 2,4 cm
  • hier bei amazon.de bestellen

Sponsor
Anzeige

Die nächsten Termine

Zu den Terminen

*