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Rezension: DER HOBBIT CHRONIKEN GEWÄNDER & WAFFEN

; Quelle: HDRF

Diese Woche ist DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE – CHRONIKEN IV: GEWÄNDER UND WAFFEN, ein neuer Band zur Chroniken-Reihe des HOBBITS erschienen. Wir haben uns diesen aufwändigen Bildband, der von Weta Workshop Senior Concept Designer Daniel Falconer zusammengestellt wurde, mal genauer für Euch angeschaut.

Zugegeben, ich bin ein großer Fan der Chroniken zu den beiden Tolkien-Trilogien von Peter Jackson, da diese Bücher nicht nur die üblichen Hintergrund-Infos zur Filmreihe bieten, sondern viel tiefer in die Filmproduktion blicken lassen als alle anderen Veröffentlichungen. Vermutlich hängt das auch damit zusammen, dass für diese Bücher sich nicht ein unbeteiligter Autor verantwortlich zeichnet, sondern sie direkt von den Filmemachern bei Weta Workshop und dem Art Departments von 3Foot7 umgesetzt werden. Die Chroniken enthüllen immer einen faszinierenden Blick auf die Designs, Artworks und deren Umsetzung. Als Weta allerdings ein Buch mit dem Titel „Cloaks & Daggers“ zum zweiten HOBBIT-Film ankündigte, war ich misstrauisch. Artworks waren ja bereits reichlich veröffentlicht worden, was sollte dieses Buch also noch enthalten? Etwa ein ausführliches Special zu Mänteln und Dolchen im HOBBIT?

Der Titel der deutschen Ausgabe „Gewänder und Waffen“ (erschienen bei Klett Cotta) sollte da schon mehr Aufschluss geben. Aha, es geht also nicht nur um Mäntel und nicht nur um Dolche, das könnte interessant werden. Doch schon beim ersten Blättern im Buch wird klar, dass es noch viele Dinge mehr umfasst, darunter Möbel, Schnallen, Kessel, Kelche, Lampen… und was es sonst noch so an Requisiten beim HOBBIT-Dreh gab. Anders als die anderen Chroniken, legt dieses Buch nämlich den Fokus nicht auf die verschiedenen Skizzen und Entwürfe, die zum finalen Design im Film führten, sondern es veranschaulicht wie kein anderer Chroniken-Band die handwerkliche Umsetzung der Entwürfe als Kostüme, Waffen und Requisiten.

DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE – CHRONIKEN IV: GEWÄNDER UND WAFFEN – wie der Band etwas ungelenk mit vollem Titel heißt – entführt den Leser in die Werkstätten von Weta Workshop und des Art Departments von 3Foot7 und gewährt einen einzigartigen Blick über die Schultern der jeweiligen Künstler. Im Mittelpunkt steht die Arbeit der Glasbläser, Schmiede, Hutmacher, Juweliere, Weber, Kulissenbauer, Schneider, Färber, Kalligrafen, Waffenbauer und vielen Kunsthandwerkern mehr. Gezeigt werden nicht Entwürfe und Skizzen, sondern die vielen fertigen Gegenstände, die im Film meistens gar nicht so genau zu sehen waren.

Ich dachte ständig: Die Kamera sollte auf Dokumentarfilm umschalten und ganz langsam über alles hingleiten, damit die Zuschauer wirklich alles sehen können, was wir hier leisten und welche Kunstfertigkeit in allem steckt.

- Sylvester McCoy

Obwohl sich das Buch titelgebend auf den zweiten Film bezieht, umfasst es Kostüme, Kulissen und Requisiten der ersten beiden Filme, also von Beutelsend bis hin zum Erebor. Und die Verantwortlichen selbst schildern ausführlich, wie sie bei den Arbeiten an den jeweiligen Sets oder Kostüme vorgegangen sind. Es beginnt mit der Ausstattung des Auenlandes und wir erfahren, wie unglaublich detailliert die Umgebung der Hobbithöhlen in der Grüne Landschaft auf der neuseeländischen Nordinsel ausgestattet worden ist. Ob der Dorftöpferer von Wasserau, für den Unmengen an fertigen und unfertigen Töpferwaren gefertigt wurden, über den Hobbit-Färber vom Beutelhaldenweg 35, bis hin zu den Fischern, die ihre Netze an den Wässern aufgespannt haben. Es blutet einem schon fast das Herz, das dies in dem finalen Film meistens gar nicht zu erkennen war.

Die unzähligen Fotos entführen den Leser aufs Neue ins Auenland und lassen es ihn noch einmal komplett neu entdecken. Auch die vielen liebevoll gestalteten Marktstände vor dem Grünen Drachen bis hin zur Ausstaffierung der Hobbit-Komparsen. Wir erfahren auch dass bereits Otho (Brian Hotter) und Lobelia Sackheim-Beutlin (Erin Banks) im Film zu sehen waren und wie Hutmacherin Hayley May sich besonders extravagante Hüte (u.a. mit gläsernen Schmetterlingen) für die beiden ausgedacht hat. Prächtig wirkt auch das Kapitel über Nahrung und Speisen, für die sich Food-Stylisten und Requisiteure extra ins Zeug legten, vieles davon konnte man in Bilbos Speisekammer oder beim Essen mit den Zwergen sehen, einiges ging aber auch im Film unter, wie beispielsweisen die Speisen auf dem Markt von Thal. Ähnlich gewissenhaft beschrieben und reichlich bebildert werden die Ausstattung von Rhosgobel , Beorns Haus, Bruchtal, Thranduils Palast („Thranduils Gerätschaften für die Blumepflege und dazugehörige Notizen“) und Weinkeller, und natürlich von Seestadt („Gildenbanner aus Leder“), Bards Haus und dem Inneren des Erebor.

Für Cosplayer und andere Leute, die sich für die Kostüme der Charaktere interessieren, bietet dieses Buch eine unbeschreibliche Fülle an Informationen zu diesem Thema. Die Kostüme aller wichtigen Charaktere werden detailliert beschrieben, über die Auswahl und Texturen der jeweiligen Stoffe, über spezielle Färbeverfahren bis hin zur Art der Verarbeitung, beispielsweise im Makramee-Verfahren, eine aus dem Orient kommende Knüpftechnik zur Herstellung von Ornamenten oder Textilien. Etwa 40% der Kostüme waren übrigens handgenäht, denn die hochauflösende Kamera sollte ja keine maschinelle gefertigte Naht am Kostüm der Zwerge erhaschen, oder ein maschinengenähtes Knopfloch. Und fast 100% der Stoffe, die verwendet wurden, wurden auf traditionelle und kreative Art und Weisen eigens gefärbt. Nahezu jeder Ring, Ohrring, jede Bartklammer und Gürtelschnalle ist im Detail abgebildet. Nicht zu vergessen sind auch die vielen Requisiten, wie das Gepäck, Oins Apothekertasche oder Bifurs Holzspielzeug.

Komplementiert wird der Inhalt durch ausführliche Informationen zu digitalen Kostümen, Mustersammlung und Dokumenten in Mittelerde. Es scheint fast, als sei beim HOBBIT alles noch einmal eine Spur detaillierter gewesen als beim DER HERRN DER RINGE. Für die Tatsache, dass vieles davon im Film gar nicht zu erkennen war, wird man nun mit diesem grandiosen Bildband entschädigt, der geradezu ein Eldorado für Cosplayer, Bastler, Kostümfans und alle anderen ist, die sich an schönem Kunsthandwerk in einer fantastischen Welt erfreuen können.

Der Hobbit: Smaugs Einöde - Chroniken IV: Chroniken 4: Gewänder und Waffen

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten (+ausklappbares Panorama-Foto)
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Veröffentlichungstermin: 23. Juni 2014
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608960546
  • ISBN-13: 978-3608960549
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