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Review: MITTELERDE: MORDORS SCHATTEN

; Quelle: HDRF

Etwas ganz Gewaltiges haben uns Publisher Warner und Entwickler Monolith angekündigt – Ein Action RPG, wie man es nie zuvor erlebt hat. Ob das Spiel MITTELERDE: MORDORDS SCHATTEN auch hält, was es verspricht, haben wir für euch getestet. Eins vorweg: Es handelt sich um ein wahres Fest für Ork-Fans!

Die Handlung ist relativ schnell erzählt. Kurz nach der Schlacht der Fünf Heere lebt Waldläufer Talion mit seiner Familie am Rande von Mordor, als die Uruks einfallen und Sohn und Frau abschlachten. Auch er selbst wird getötet, aber das Jenseits bleibt ihm verschlossen, da er an einen mysteriösen Elbengeist gebunden wird, bei dem es sich um niemand geringeren als Celebrimbor handelt, den berühmten Elbenschmied der Meisterringe, der Sauron selbst unterrichtet hat. Und mit dem Elbengeist im Gepäck, selbst halb wandelnd in der Geisterwelt, nimmt Talion nun Rache an den Orks, um jenen Anführer zu finden, der den Tod seiner Frau und seines Sohnes befohlen hat.

Und damit sind bereits auch schon fast alle Tolkien-Referenzen erwähnt, mal von Gollum abgesehen, dem man auf seinem Weg auch relativ früh begegnet und der ebenfalls auf dem Weg nach Mordor ist, auf der Suche nach seinem Schatz. Als Spieler läuft man von nun an durch die zerklüftete, unwirkliche Landschaft von Mordor und tötet Orks, befreit Menschensklaven, klettert, schleicht, meuchelt und sammelt Pfeifenkraut zur Heilung. Zwischendurch hat man die Möglichkeit Orks in die Seele zu blicken oder ihren Geist zu übernehmen, um an wichtige Information zu gelangen.

Bekannte Spielmechanik

Rein spielmechanisch lässt sich MORDORS SCHATTEN am ehesten als eine Mischung aus ASSASSINS’S CREED und BATMAN: ARKHAM ORIGINS beschreiben. Als Spieler steuert man den Geister-Waldläufer durch die offen gestaltete Spielwelt, die neben den Hauptmissionen auch optionale Nebenaufträge bereithält (beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Orks in einer festgelegten Zeit auf eine bestimmte Art zu töten). Für die Kämpfe erhält man Erfahrungspunkte, mit denen man seine Kampffähigkeiten ausbauen kann. Soweit also nichts Neues.

Ein Herz für Orks

Neu und reizvoll ist das sogenannte Nemesis-System, denn anstatt von tumben Orks aus der Massenproduktion hat man es hier mit individuellen Persönlichkeiten und Charakteren zu tun. Und auch die Orks profitieren davon, wenn sie Talion besiegen, bekommen Erfahrungspunkte und steigen innerhalb ihrer eigenen Hierarchie auf. Dadurch geraten die Machtstrukturen der Orks ins Wanken und sie bekämpfen sich auch gegenseitig, denn jeder möchte Anführer anstelle des Anführers sein. So entwickeln sich die Machtstrukturen innerhalb von Saurons Armee völlig unberechenbar und von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Zudem legt sich Talion mit der Zeit ein ganzes Kontingent an Erzfeinden an, die ihn von nun an erbittert jagen, um sich die Trophäe für seinen Kopf zu sichern. Mit jedem Kampf lernt man die unterschiedlichen Ork-Persönlichkeiten besser kennen, verfolgt ihren Auf- oder Abstieg, und bekommt mit, wenn sie bessere Rüstungen oder Waffen bekommen, aber auch Narben. Und hier wird auch das gesamte Herzblut der Macher offenbart, denn dieses Orks sind so individuell und liebevoll gestaltet, dass man sich im Laufe des Spiels zunehmend wünscht, einer der Orks zu sein und den langweiligen Waldläufer hinter sich zu lassen.

Details der Adaption

Gestalterisch gelingt dem Spiel Dank Lizenz von Warner der Spagat zwischen Peter Jacksons Filmumsetzungen und einer eigenen Adaption. So sieht beispielsweise Sauron so aus wie in DER HERR DER RINGE und auch Gollum scheint eins zu eins den Filmen entnommen, aber Orks und Waldläufer wurden komplett neu gestaltet. Auch für die Musik entschied man sich diesmal für einen eigenen Weg und beauftragte Garry Schyman (BIOSHOCK) und Nathan Grigg (ALIENS VS. PEDATOR 2), damit, einen eigenen epischen Score auf die Beine zu stellen. Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Wenn die Ork-Chöre „Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul“ schmettern, lohnt es sich die Surround-Anlage richtig aufzudrehen.

Grafik, Sound und Co.

Apropos Surround-Anlage, die sollte man auf jeden Fall benutzen, denn das Surround-Sound-Potential wird voll ausgeschöpft. Wenn sich ein Uruk von hinten nähert, sollte man dies auch hinter sich hören. Die PS4-Variante des Spiels punktet zusätzlich mit einer zusätzlichen Tonspur, die über den Controller wiedergegeben wird, wie beispielsweise Geistergeräusche oder auch beim Schleichen das raschelnde Gras. In Verbindung mit der Musik klingt das schon echt fett. Die Grafik kommt solide daher und nutzt die vorhandene Rechenleistung (getestet PS4) vor allem durch möglichst viele Partikel in der Luft. Auflösung, Texturen oder die Mimik der Charaktere hauen jetzt nicht unbedingt vom Hocker. Für Abwechslung sorgen aber Tageszeit und Wetterwechsel.

Fazit

MITTELERDE: MORDORS SCHATTEN ist vielleicht nicht die angekündigte game-technische Revolution, aber mischt ohne Zweifel ganz oben in der Spiele-Liga mit. Die Missionen und Kämpfe bringen richtig Spaß, sorgen aber auf Dauer für einen gewissen Wiederholungseffekt, wie so oft bei solchen Spielen. Immerhin sorgt das raffinierte Nemesis-System für ein bisschen Abwechslung. Die düstere Welt wirkt äußerst lebendig und als Spieler hat man das Gefühl, dass auch hinter den Felsen und in den Ruinen das Leben weitergeht, wenn man nicht da ist. Die Handlung hat hauptsächlich Alibifunktion und kann getrost vernachlässigt werden. Jegliche Parallelen zu J.R.R. Tolkien und seinen Werken scheinen eher Zufall zu sein, wer Tolkiens Werk kanonisch betrachtet, sollte lieber die Finger von diesem Spiel lassen. Zielgruppe von MITTELERDE: MORDORS SCHATTEN sind sowieso weniger Tolkien Fans, sondern die Anhänger guter Action-RPGs. Wer das erste Mal einen Controller in den Händen hält, wird bei MITTELERDE: MORDORS SCHATTEN nicht weit kommen, das Spiel richtet sich gezielt an erfahrene Gamer. Aber wer auf Action-RPGs steht, kommt an diesem nicht vorbei!

MITTELERDE: MORDORS SCHATTEN erscheint am 02. Oktober 2014 für PlayStation®4, Xbox One, PlayStation®3, Xbox 360 und PC und kann u.a. bei amazon.de bestellt werden:

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