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Rezension: CHRONIKEN 5: DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE

; Quelle: HDRF

Wie aufwändig und detailreich die HOBBIT-Verfilmung ist, kann man alleine durch die Tatsache erahnen, dass es zur gesamten Trilogie bis dato fünf prallgefüllte Bildbände gibt, die sich mit Designs und Gestaltung auseinandersetzen. Der fünfte Chroniken Band zur HOBBIT-Trilogie, erschienen bei Klett-Cotta, widmet sich voll und ganz dem Finale der Saga und wir haben ihn uns für euch genauer angeschaut.

Wie auch die Bände zuvor, wird auch die CHRONIKEN 5 vor allem durch die Zeichnungen der beiden brillanten Tolkien-Künster Alan Lee und John Howe bestimmt, welche als Konzeptdesigner den Filmen ihren eigenen Stil verliehen haben. Es beginnt mit Seestadt und der Leser bekommt einen tiefen Einblick in die Entwürfe von Kostümen, Booten, Gebäuden und Requisiten, mit welchen Esgaroth zum Leben erweckt wurde, immer gemischt mit persönlichen Erinnerungen und Anmerkungen der Designer. So erklärt beispielsweise Weta-Designer Paul Tobin, dass er sich beim Entwurf des Bürgermeister-Kostüms von Abbildungen von Heinrich VIII. hat inspirieren lassen. Bereichert werden die Seestadt-Kapitel auch durch Fotos der Modelle mit denen gearbeitet wurde und den unzähligen Details, wie den Zettel an der Wand des Gefängnisses, darunter eine Strichliste, auf der notiert wurde, wie viele Ratten seit Mittsommer im E-Block gefangen wurden.

Es folgen Designs zu Dol Guldur, wo Gandalf in Gefangenschaft sitzt und der weiße Rat gegen Sauron antritt. Besonders schön anzuschauen sind hier die unterschiedlichen Designs für Galadriel, unter anderem in Rüstung und Ornat, aber auch die Entwicklung der finsteren Galadriel, wie sie im Film zu sehen ist. Besonders spannend für Fans sind die Entwürfe für eine Vision Gandalfs, der in einer früheren Filmfassung in Dol Guldur in einen Palantir blickt und sieht, was geschehen wäre, wenn Smaug nicht getötet worden wäre. Das sind zwar ziemlich viele Konjunktive, in der Umsetzung (Smaug führt eine gewaltige Ork-Armee in den Krieg), weiß das Ergebnis aber zu beeindrucken.

Die Kapitel zum Zwergenkönigreich im Erebor sind zwar zum Teil etwas redundant mit vorherigen Chroniken, da wir das Innere des Einsamen Berges mittlerweile zu Genüge gesehen haben. Aber wer sich an zwergischen Designs nicht satt sehen kann, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und für alle, denen es am Ende von DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE mit dem Abschied zu schnell ging, gibt es ausführliche Design-Studien zur Beerdigung von Fili, Kili und Thorin.

Für die Entwürfe des zerstörten Thals, vor den Toren des Erebor, ließen sich die Filmemacher interessanterweise stark von tibetanischen und indischen Bergstädten inspirieren. Und die Elbendesigns von Nick Keller und Paul Tobin dürften jedes Rollenspielerherz höher schlagen lassen. Aber auch den Zwerge kommt ausreichend Platz in dem Buch zu Gute. Ob Thorins Gefährten oder die Zwerge aus den Eisenbergen, über unzählige Seiten werden Rüstungen, Waffen, Schmuck, Reittiere und vieles mehr bis ins kleinste Details (Gürtelschnallen und Knöpfe) dargelegt. Auch hier als Schmankerl für die Fans: Ein Entwurf von Dain Eisenfuß als Thorins Nachfolger und König unter dem Berg. Für alle Cosplayer, die sich eine der Zwergenrüstungen von Bofur, Bombur oder Co. nachbauen wollen, gibt es in diesen CHRONIKEN zweifelslos auch genügend Inspirationsquellen.

Dann kommen Uruks, Orks, Goblins und andere Kreaturen (Werwürmer) zur Geltung. Peter Jackson ließ seinen Designern offenbar relativ freie Hand bei ihrer Kreativität, wodurch unzählige Ideen entstanden, von denen es die meisten am Ende nicht in den Film geschafft haben, wie beispielsweise auf Schneegorillas reitende Orks, Riesnratten, Schlangen oder Oger! Den Abschluss bildet ein ausführliches Kapitel über den Rabenberg, mit interessanten Designs zur Rettung des schwer verletztend Thorins durch Beorn in Bärengestalt und die Rückkehr von Bilbo Beutlin ins Auenland.

Mit insgesamt über 1.800 Entwürfen und Skizzen ist den Machern auch mit den fünften Chroniken ein wahrer Prachtband gelungen, der die Fans ähnliche wie die Extended Editions weit über die Filme hinaus nach Mittelerde entführt, mit Entwürfen, die niemals umgesetzt wurden, oder Konzepten von Szenen, die wieder aus dem Film entfernt wurden. Somit ist dieser Band nicht nur als interessantes Making-Of-Buch empfehlenswert, sondern auch als Ausflug in die vernachlässigten Handlungsstränge der Erzählung. Ein Buch, welches der Chroniken-Reihe alle Ehre macht und ähnlich wie die Vorgänger zum Schwelgen und Träumen anregt, aber dem einen oder der anderen durchaus auch Inspiration bieten kann, Mittelerde noch einmal neu zu entdecken.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere - Chroniken 5 Kunst und Gestaltung

  • von Daniel Falconer
  • Übersetzung: Susanne Held, Joachim Körber
  • Gebundene Ausgabe: 258 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Erscheinungstermin: 18. Dezember 2014
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608960554
  • ISBN-13: 978-3608960556
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NACHTRAG: In einer früheren Version des Textes schrieb ich, dass es sich bei dem 5. Band der Chroniken auch um den letzten handelt. Wie viele von Euch richtig angemerkt haben, ist dem nicht so. Sowohl Weta als auch Klett-Cotta haben bereits für das Frühjahr noch einen 6. Chroniken-Band angekündigt.

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