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Peter Jackson besucht Exeter College

; Quelle: Oxford Today

Letzte Woche stattete Regisseur Peter Jackson J.R.R. Tolkiens ehemaliger Universität in Oxford einen Besuch ab und sprach mit den Studenten über seinen Bezug zu Tolkien und die Faszination des Filmemachens.

Bei einer Q&A-Runde stand Peter Jackson den Studenten im Sheldonian Theatre Rede und Antwort. Uni-Direktor Sir Rick Trainor leitete das Gespräch mit der Anmerkung ein, dass Autor J.R.R. Tolkien selbst kein Freund des Kinos gewesen sei und sich schon früh gegen die bewegten Bilder ausgesprochen habe. Peter Jackson erklärte darauf hin, dass er es dennoch bedaure, den Autor nie persönlich getroffen zu haben.

Ich hätte ihm sehr gerne unsere Filme gezeigt. Klar, ich hätte auch Angst, denn ich bin mir sicher, dass er sehr viel davon nicht gemocht hätte. Aber vielleicht hätte ihn ja auch das eine oder andere erfreut oder gar überrascht.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erzählte Peter Jackson, wie er zum Filmemachen gekommen sei und welche Klassiker ihn dabei immer beeinflusst hätten. Außerdem berichtete er vom Lizenzpoker mit Saul Zaentz, Miramax und New Line Cinema und dass er zuerst die HERR DER RINGE Trilogie verfilmt habe, da die HOBBIT-Rechte seinerzeit nicht geklärt waren. Mit dem ursprünglichen Film-Studio Miramax, die damals DER HERR DER RINGE noch als Zweiteiler planten, habe er sich verstritten, weil diese gefordert hatten, den Stoff zu amerikanisieren. Die kreativen Meinungsverschiedenheiten hätten dann zu einer endgültigen Trennung vom Studio geführt.

Ich bin der Erste der zugeben würde, dass ich bei weitem kein Tolkien-Experte bin. Ich würde so etwas auch nie behaupten. Aber wir haben versucht sein Werk so gut wie möglich zu respektieren. Und wir haben versucht es nicht zu amerikanisieren. Wir wollten die Integrität seiner Erzählung bewahren. Aber gleichzeitig mussten wir natürlich auch unseren Film machen.

Das Resultat seien Filme auf die er sehr, sehr stolz sei.

Wir haben die Filme so gut gemacht, wie es nur möglich war. Für uns gab es nie so etwas wie ein finales Drehbuch, wir haben immer weiter dran gearbeitet.

Die fertigen Filme schaue er dann erst mal einige Zeit nicht mehr an, denn die selbstkritische Betrachtung gehe bei ihm weit über die Veröffentlichung hinaus. Er habe gerade erst das erste Mal seit 10 Jahren mit seiner Frau KING KONG angeschaut,und sie hätten sofort Verbesserungsbedarf festgestellt, beispielsweise Szenen, die Straffung benötigt hätten.

Eines Tages werde ich mir Der Herr der Ringe und Der Hobbit anschauen. Das ist schon seltsam. Da macht man genau den Film, den man selbst gerne sehen würde und wenn er fertig ist, möchte man ihn gar nicht mehr sehen.

Nach seinen aktuellen Projekten gefragt erklärte Peter Jackson, dass er sich derzeit weder hetzen lassen wolle noch das Bedürfnis nach Hollywood verspüre.

Viele Filme dort entsprechen nicht dem, was mich unterhalten würde. Deswegen werden Fran und ich uns vermutlich kleineren Filmen widmen und einige neuseeländische Filme drehen. Außerdem gibt es noch The Dam Busters. Ich habe in den letzten Jahren gemeinsam mit Stephen Fry immer wieder am Drehbuch gewerkelt. Aber was auch immer wir in den nächsten Jahren drehen werden, es wird viel kleiner sein,

Übrigens, so verriet Jackson, sei dies nicht sein erster Besuch in Oxford. Bereits während der Promo-Tour zu DER HERR DER RINGE, habe er der Heimatstadt von Tolkien einen Besuch abgestattet, um ein Bier im Eagle and Child zu trinken, Tolkiens Stammkneipe. Es sei eine "schnell rein und schnell raus" Aktion gewesen, die er sehr genossen habe, weil er inkognito unterwegs war.

Im Anschluss an die Q&A-Runde nahm Peter Jackson noch an einem Dinner teil und traf sich mit freiwilligen Helfern der Universität zum Gespräch in einem der Gärten (siehe Foto). Außerdem durfte er einen Blick in die Tolkien-Archive der Universität werfen und Tolkiens Aufzeichnungen begutachten, wobei er sich sehr bewegt zeigte, da dies die erste direkte Verbindung zu Tolkien sei, dem Mann, dem er seinen gesamten Erfolg zu verdanken habe.

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