Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Herr der Ringe Spektakel in Berlin enttäuscht Fans

; Quelle: HDRF

Am vergangenen Wochenende fand in der Berliner Waldbühne das laut Veranstalter "größte Ring-Spektakel der Welt" statt. Aber nicht nur die Presse, sondern auch viel Fans waren enttäuscht. Ein exklusiver Erlebnisbericht.


Herr der Ringe Spektakel Berlin am 23.08.2015

Wie viel Spektakel ist Spektakel?

Nun ja, es wurde im Vorfeld auf jeden Fall ein Spektakel darum gemacht.

Zunächst möchte ich den Original- Text der Veranstalter zitieren:

„Das größte Ringe Spektakel der Welt ..“

Zum Programm möchte ich ebenso zitieren:

„Einmarsch und Spektakel der Mittelerde- Völker, der Orks, Elben, Ents und Hobbits…“

Ok, wo fange ich am Besten an? Ach ja, ein kleines Vorwort. ;)

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass man die Waldbühne für Vieles verantwortlich machen kann, als Veranstaltungsort, also zum Beispiel für die Sitze, nicht vorhandene Sauberkeit oder die Tatsache, dass es wie schon seit Jahrzehnten immer noch zu wenig WC´s gibt. Wofür man die Waldbühne allerdings nicht verantwortlich machen kann sind Inhalt, Durchführung und Ablauf der bei Ihnen stattfindenden Veranstaltungen. Das ist einfach mal ein Fakt und muss auch mal gesagt werden. Ich habe 10 Jahre im Veranstaltungsbereich gearbeitet und weiß daher wovon ich rede.

Nun aber zum „Spektakel“. Wie immer gibt es Pro´s und Contra´s.

Leider überwiegen bei diesem Spektakel die Contra- Punkte. Schade und vermeidbar, aber leider wahr. Man möge an dieser Stelle bitte auch immer im Hinterkopf haben, wie spektakulös dieses Event angekündigt war und das die Kartenpreise im Rahmen von 30.00 Euro bis 120.00 Euro lagen.

Zu den schönen Dingen dieses Tages:

Mein Lob und Dank an die mit Sicherheit unbezahlten Cosplayer- wenn auch wenige anwesend waren- die etwas Farbe in das Event gebracht haben und die die großzügig vor der Bühne platzierte Mini- Mittelerde- Grünfläche geziert haben.

Zudem Danke an dieser Stelle an den äußerst charmanten John Callen, der den Part des leider verstorbenen Christopher Lee als Narrator eingenommen hat. Speziell seine Einführungsworte in Maori- die Einige sicher wieder erkannt haben, als jene die Richard Armitage am ersten Drehtag an die versammelte Crew der Hobbit – Filme richtete berührten mich sehr.

Das kleine Video in Gedenken an Sir Christopher Lee hat auch das eine oder andere Fanherz berührt, trotz fehlender Synchronität von Bild und Ton.

Bezüglich der Solistinnen möchte ich sagen, die beiden Damen haben stimmlich vollends überzeugt. Top! Auch der Chor und das kleine Orchester haben Ihren Job gut gemacht.

Sehr froh war ich über die Abordnung der Deutschen Tolkien Gesellschaft, die gleich am Eingang Position bezogen hatte.

Tja und damit haben wir das Ende der positiven Aspekte dieses Spektakels leider schon erreicht.

Leider muss man dem Veranstalter zu Last legen, dass es mit einem Einmarsch der Mittelerde Nationen nicht weit her war. Dieser Einmarsch bestand aus John Callen in Begleitung von wenigen Gondorianern. Dieser Einmarsch ging allerdings leider fast unter, da es einfach nur eine Handvoll Leute waren. Die bereits auf der Grünfläche positionierten Elben, Hobbits, Ents und Zwerge waren wohl zu wenig um Ihnen einen passablen Auftritt zu bescheren, oder man hatte einfach Angst dass sie nicht wahrgenommen werden.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich bei früheren Besuchen der Herr der Ringe- Symphonie mehr Zuschauer in Kostüm gesehen habe, als bei diesem Spektakel. Hätte der Veranstalter hierbei im Vorfeld tatsächlich die vorhandenen Communities angeschrieben, so hätte man hierbei sicher eine wesentlich größere Teilnahme an freiwilligen Cosplayern aus Deutschland generieren können. Meiner Meinung sind diese Communities nicht wirklich schwer zu finden.

Zum Bild- und Tontechnik möchte ich sagen, da hat der Veranstalter definitiv an der falschen Stelle gespart. Rückkoppelungen, keine Synchronität von Bild und Ton und der leicht aufkommende Wind schienen dieser Tontechnik nicht gewachsen zu sein. Meine Erfahrung sagt, ein guter Tontechniker ist teuer und das hat auch seinen Grund. Denn ein guter Tontechniker kann sowohl Open Air, als auch jede noch so komplizierte Indoor- Location aussteuern.

Leider haben die Veranstalter keinerlei Chronologie bei der musikalischen Zusammenstellung der Titel walten lassen. So kam es, dass gleich zum Beginn schon ein junger Sänger die Ehre hatte „I see fire“ singen zu dürfen und das wars dann aber auch schon aus den Soundtracks der Hobbit – Filme. Wenn man den Titel der Veranstaltung noch einmal erwähnt: „Herr der Ringe + Hobbit- Spektakel“ ist das schon fragwürdig. Aber dann war man auch noch so frei und hat Titel aus den 3 Herr der Ringe Filmen wahllos durcheinander geworfen. Nun ja und dass man dann bei den wenigen Film- Ausschnitten auf den kleinen Leinwänden dazu nicht passende Szenen aus den Filmen zeigte, sorgte für mehr als ein wenig Verwunderung und sorgte dafür dass eine harmonische Zusammenstellung in weitere Ferne rückte. Kleine persönliche Anmerkung an dieser Stelle, ja ich weiß es ist sehr subjektiv, aber ich wage diesen Einwand. Es gab keinen einzigen Titel zu Rohan und höchstwahrscheinlich gehörte ich zu einer totalen Minderheit, da Rohan bei dieser Veranstaltung lediglich durch die Tatsache vertreten war, dass ich ein Rohan- Ring Con Shirt trug. ;)

Negativ fiel zudem auf, dass das dänische Tolkien- Ensemble es für angebracht hielt einen ihrer eigenen Titel ganze 4 Mal zu spielen, das regte zwar zum Finale zu einem klassischen Tanzreigen auf der Grünfläche an, jedoch fragt man sich, ob da nicht ein wenig Abwechslung aus dem großen Fundus von Titeln die Howard Shore geschrieben hat möglich gewesen wäre?

Die anschließende Vorführung von „Die Gefährten“ haben wir uns gespart. Die Aussicht auf den Film auf der kleinen Leinwand und der schlechte Sound haben uns diese Entscheidung leicht gemacht.

Final möchte ich sagen, dass in Anbetracht der Kartenpreise und der großen Ankündigung der Veranstaltung unsere Erwartungen mit der Realität leider stark kollidiert sind. Natürlich hat man als eingefleischter Fan an der einen oder anderen Stelle Gänsehaut bekommen. Doch was uns da geboten wurde, war in keiner Relation den Eintrittspreis wert und ich bin froh, dass wir Karten in der günstigsten Kategorie hatten. Hätten sich die Veranstalter ein Beispiel an der Herr der Ringe- Symphonie genommen oder im Vorfeld einfach mal ein wenig besser geplant und die einschlägig bekannten Foren angefragt um Mithilfe, dann wäre es sicher nicht so ein Reinfall geworden. Ich persönlich hätte vom Tolkien Ensemble Dänemark mehr erwartet.

Rieke


Danke an Rieke und Doreen für ihre Impressionen!

Anmerkung: Tatsächlich ist der Veranstalter an diverse Fanseiten und Communitys herangetreten, auch an uns. Doch im Verlauf der Gespräche gewannen wir bereits den Eindruck, dass es nicht nur an einem konsequenten Konzept fehlt, sondern auch an der nötigen Leidenschaft, um so eine HERR-DER-RINGE-Event aufzuziehen. Zudem machte es den Eindruck, als ob der Veranstalter das angekündigte Programm mit Hilfe von freiwilligen Fans auf die Beine stellen wollte, ohne dafür Bereitschaft zu zeigen, eine angemessene Gegenleistung zu bieten. Daher haben wir uns schließlich gegen eine Partnerschaft entschieden.

Am Tag nach der Veranstaltung, berichtete u.a. die Berliner Morgenpost unter dem Titel "Der 'Herr der Ringe' in der Waldbühne enttäuscht". Die Deutsche Tolkien Gesellschaft, welche das Event als Kooperationspartner unterstützt hat, distanziert sich mittlerweile in einer Stellungnahme.

Sponsor
Anzeige

Die nächsten Termine

Zu den Terminen