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Review: Zwischen Genie und Wahnsinn – Making Of THE HOBBIT 3

; Quelle: HDRF

Endlich ist sie da, die Extended Edition von DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE und wird entsprechend gefeiert, aber nicht nur wegen der 20 Minuten zusätzlichem Material, sondern vor allem wegen der ausführlichen Dokus , die wieder einmal einen intimen Blick hinter die Kulissen gewähren und zeigen, wie der finale Teil der HOBBIT-Saga in einer Mischung aus Genie und Wahnsinn Gestalt angenommen hat.

Mit dem Bonus-Material zum finalen HOBBIT-Film findet die Reihe nun einen Abschluss. Kaum eine andere Doku-Reihe eignet sich so sehr als Lehrvideos für angehende Filmstudenten wie die Making-Ofs der Extended Editions von DER HERR DER RINGE und DER HOBBIT, denn sie zeigt wieder einmal, wie kreativ aber auch nervenaufreibend der Produktionsprozess eines so gewaltigen Filmprojekts ist. Dabei nehmen die Macher kein Blatt vor den Mund, und gehen auch auf die vielen Probleme ein, mit denen sie sich bei der Produktion konfrontiert sahen. So wird beispielsweise enthüllt, dass viele Szenen, wie Beorns Kampf in der Schlacht oder Zwergenstreitwagen-Jagd, es nicht in den finalen Kinofilm geschafft haben, weil man schlicht und einfach bis zum Kinostart nicht fertig geworden war. Die gesamte HOBBIT-Produktion schien wie ein Kampf gegen die Deadlines. Weta-Chef Richard Taylor vergleicht die Dreharbeiten mit einem Zug, der in vollem Tempo fährt, während die Weta-Crew immer gerade noch rechtzeitig die Gleise vor dem Zug verlegt. Der extreme Zeitdruck wirkte sich teilweise aber auch positiv auf die Produktion aus, so war die berühmte Szene mit Gandalf und Bilbo nach der Schlacht ursprünglich ganz anders geplant. Eigentlich sollte es einen längeren Dialog zwischen Gandalf und Bilbo am Rabenberg geben. Da man mit der Szene aber erst gegen 23 Uhr an einem der letzten Drehtage begann, schlug Ian McKellen vor, dass man in der Szene einfach gar nichts sagen solle, sondern die beiden Freunde einfach nur still nebeneinander sitzen. Stille sei manchmal stärker als alle Worte. Und was solle man Angesichts der Schrecken dieser Schlacht noch groß Worte wechseln? Heraus kam eine der vermutlich stärksten Szenen des gesamten Films.

Sowieso war es Ian McKellen, der sich wiederholt dafür einsetzte, dass man sich an Tolkiens Vorlage orientieren solle. Als Beispiel wird u.a. die Verhandlungsszene am verbarrikadierten Erebor-Tor gezeigt, in der Bard, Thranduil und Gandalf mit Thorin verhandeln. Als es Unstimmigkeiten beim Dialog gab, kramte Ian McKellen seine alte Hobbit-Ausgabe hervor und schlug vor, einfach den Text zu nehmen, den Tolkien im Roman verwendet.

Einmal mehr machen diese Making-Ofs auch deutlich, wie viele großartige physikalische Effekte und Prosthetics doch im Film zu sehen sind, bzw. für den Film angefertigt wurden. So mag beispielsweise mancher Zuschauer es für einen Computereffekt gehalten haben, als Tauriel von Bolg gegen die Felswand geschleudert wird. Dass bei dieser Aktion eine Stuntfrau Kopf und Kragen riskierte (und die Crew für einen Schreckmoment sogar dachte, ihre Wirbelsäule sei gebrochen), enthüllt erst diese Dokumentation. Aber auch wie viele geniale Weta-Requisiten und -Kostüme (allen voran die Zwergenrüstungen) im Film leider kaum zur Geltung kamen, wird ganz offen thematisiert.

Besonders interessant für Tolkien-Fans dürften auch die vielen kleinen, versteckten Hinweise auf Szenen sein, die es nicht einmal in die Extended Edition geschafft haben, wie beispielsweise eine ursprünglich für den Prolog geplante Szene mit Thranduil und einer Gruppe reisender Zwerge, aber auch wie Beorn den toten Thorin vom Schlachtfeld trägt.

Und natürlich mangelt es nicht an witzigen Szenen. Beim Dol-Guldur-Making-Of wird deutlich wie lustig und sympathisch Schauspielerin Cate Blanchett privat ist oder wie die Crew selbst in verzweifelten Momenten und trotz aller Umstände ihren Sinn für Humor nicht verliert. Die witzigste Anekdote überhaupt betrifft eine neue Szene, in der Dwalin im Kampf zu Kili ruft „Aim at it‘s jambags!“, wobei es sich schlicht um einen Tippfehler im Skript handelte, der aber erst nach den Dreharbeiten auffiel. Überhaupt werden die Dokus vor allem durch die vielen kleinen witzigen Anekdoten vom Set bereichert, wie die Crew-Tombola, Orlando Blooms Mutter als Statistin oder Streiche, die man sich gegenseitig gespielt hat. Dadurch hat man als Zuschauer das Gefühl, irgendwie dabei gewesen zu sein und mit der Crew Schweiß und Tränen vergossen, aber auch Lachanfälle und Albernheiten durchlebt zu haben.

Das Bonus-Material der Extended Edition von DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE bildet den perfekten Abschluss der Reihe. Und wenn sich ein Schauspieler nach dem anderen verabschiedet und auf dem Bildschirm die Tränen fließen, dürfte auch bei dem einen oder anderen Fan die Augen feucht werden. Spätestens beim Kapitel "Farewell, Friends!", indem auf über 15 Jahre Mittelerde-Filme zurückgeblickt wird, dürfte vermutlich selbst der zynischste Zuschauer einen Kloß im Hals haben. Es ist das Ende einer Ära und selten wurde dies so deutlich wie bei diesen Making Ofs, für die alleine sich schon die Anschaffung der Extended Editions lohnt. Und Bonus-Features wie das Rap-Video der Zwerge (The Dirty Baker's Dozen) oder eine Gossip-Enthüllungsvideo (Who is the Real Adam Brown) über Adam Brown (Ori) sind natürlich das Sahnehäubchen auf der Torte.

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