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SZENEN-ANALYSE: DER HOBBIT 3 - EXTENDED EDITION

; Quelle: HDRF

Wir haben uns die 20 Minuten längere Extended Edition von DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE ganz genau angeschaut und die neuen Szenen für euch analysiert. Was wurde geändert, welchen Einfluss hat das auf die Handlung und wie fügen sich die neuen Szenen ins Gesamtbild? Eine etwas andere Filmreview. Aber Vorsicht: Sie enthält jede Menge Spoiler!

Die Extended Editions (EE) der Tolkien-Verfilmungen haben lange Tradition und werden von Fans immer sehnlichst erwartet. In der Vergangenheit dienten sie oft dazu, der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen und den Fans weitere Bezüge zur literarischen Vorlage zu liefern. Meistens betonte Peter Jackson aber, dass die Kinofassung sein bevorzugter Cut sei und die EE nur als Bonus für die Fans gedacht. Bei DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE ist das anders. In dem Bonus-Material enthüllt der Regisseur, dass erst die Langfassung die Version ist, die er eigentlich ins Kino bringen wollte. Nur waren viele Szenen einfach nicht rechtzeitig fertig geworden und mussten deswegen gestrichen werden. Tatsächlich gibt es einige Handlungsstränge, die in der Kinofassung Fragezeichen hinterlassen haben und jetzt erst abgeschlossen werden. Aber es gibt auch einige Bonus-Szenen, die nur im Zusammenhang mit den anderen EE Sinn machen. Wir haben Szene für Szene analysiert.


Über den Dächern von Seestadt

Im Intro geht es nun noch etwas actionreicher zur Sache. Bard wird von Smaug über die Dächer von Seestadt gejagt und stürzt fast in die Tiefe. Nur in letzter Sekunde schafft er es, sich an einem seiner Pfeile festzuhalten, den er vorher in die Dachschindeln gerammt hat. Es gibt einige spektakuläre Stunts zu sehen und Zuschauer müssen 20 Sekunden länger den Atem anhalten. Auch wenn diese neue Szene nicht viel zur Handlung beiträgt, unterstreicht sie noch einmal die eindrucksvolle Urgewalt Smaugs und die Fähigkeiten von Bard.

Narya - Ring des Feuers

Die Szene in Dol Guldur wurde massiv ausgebaut und steht in bester Tradition der Extended Editions, weil sie den Handlungsstrang um den Nekromanten aus den anderen beiden EE fortführt und vertieft. Denn wie man nur den erweiterten Fassungen entnehmen kann, versucht Sauron in Dol Guldur alle Ring der Macht in seiner Festung zu vereinen. Deshalb wurde Thrain gefangen und deshalb wurde auch Gandalf in die Ruinen gelockt („Was, wenn es eine Falle ist?“) und sitzt nun in einem Käfig des Nekromanten, denn der weiß genau, dass der Graue Zauberer Narya, einen der Elbenringe trägt.

In der neuen Szene taucht ein orkischer Foltermeister auf (übrigens handelt es sich dabei um den ursprünglichen Bolg, gespielt von Conan Stevens), der Gandalf aus dem Käfig zerrt, um ihm den Ring vom Finger zu schneiden. Doch gerade rechtzeitig taucht Frau Galadriel auf und zerstört den Ork mit einem Fingerstreich.

Kurz darauf treten außerdem Elrond und Saruman auf den Plan und Tolkien-Fans erkennen, welchen perfiden Plan Sauron verfolgt hat. Gandalfs Gefangennahme hatte wiederum den Zweck die anderen beiden Ringträger der Elbenringe (Galadriel und Elrond) nach Dol Guldur zu locken. Nun, da sich alle drei Elbenringe in Saurons Machtbereich befinden, scheint sein Plan aufzugehen. Er hetzt ihnen die Ringgeister auf den Hals, die neun Träger der Menschenringe, die ihm bereits verfallen sind. Der Kampf wurde szenisch etwas ausgebaut und Elrond und Saruman wirbeln etwas länger zwischen den Ringeistern umher.

Eine gelungene Szene, die Jacksons Interpretation des Tolkien-Kosmos vertieft und die Bedeutung der Ringe der Macht noch einmal vor Augen führt und somit den Handlungsstrang aus den anderen beiden EEs aufgreift. Zwar ist die Darstellung der Machtverhältnisse von Galadriel und Gandalf umstritten, da der Istar natürlich weitaus mächtiger ist als die hohe Dame der Noldor und es nur schwer vorstellbar ist, dass er ihrer Hilfe bedarf, aber filmisch ist die Rettungsszene schön gelungen, die übrigens von Philippa Boyens als Hommage an Michelangelos römische Pietà gedacht war, die berühmte Skulptur, in der Jesus Christus in den Armen der Jungfrau Maria liegt.

Gandalf neuer Stab

Nach Gandalfs Rettung übergibt Radagast dem Grauen Zauberer in Rhosgobel seinen eigenen Stab, da dessen Stab in der Begegnung mit dem Nekromanten ja zerstört wurde. Und wer genau hinsieht, dem fällt auf, dass es sich exakt um den Stab handelt, den Gandalf auch in DIE GEFÄHRTEN bei sich trägt. Ganz passend zum albernen Film-Radagast ist die kleine Anmerkung, dass der Stab manchmal etwas störrisch sei, was sich in einer späteren neuen Szene als Problem erweist.

Auf Wiedersehen, Bilbo

In dieser neuen Szene trifft Bilbo bei seinem nächtlichen Versuch mit dem Arkenstein aus dem Erebor zu fliehen auf Bofur und fühlt sich ertappt. Die beiden kommen ins Gespräch. „Morgen Abend wird die Schlacht vorüber sein. Doch ich bezweifle, dass wir es erleben“, erklärt Bofur wehmütig und es wird klar, dass der Zwerg Bilbos Fluchtversuch bemerkt hat. Doch er lässt ihn ziehen und verschafft ihm sogar noch Vorsprung: „Es muss auf Mitternacht zugehen. Bombur hält als nächster Wache. Es dauert ihn zu wecken“, deutet er mit einem leichten Augenzwinkern an. Dann verabschiedet er sich von Bilbo.

Eine wundervolle leise Szene, die das Gespräch zwischen den beiden aus der Höhle im Nebelgebirge aus dem ersten Film aufgreift. Dass Peter Jackson Bilbo hier nicht buchgetreu auf Bombur, sondern auf Bofur treffen lässt, ergibt durchaus Sinn, denn im Roman legt der Hobbit Bombur hinterhältig rein, um von der Mauer zu entkommen, indem er ihm anbietet seine Wache bis Mitternacht zu übernehmen. Dies hätte im Film ein schlechtes Licht auf den Hobbit geworfen, da Bombur im Film sehr liebenswürdig erscheint. Die Szene mit Bofur ist da wesentlich versöhnlicher und gut gelungen.

Verhandlung am Tor

Auch die Szene der Verhandlung mit Thranduil und Bard am Tor von Erebor wurde um etwa eine Minute erweitert. Thorins Wahnsinn wird dadurch wesentlich deutlicher, in dem er ablehnt, den Arkenstein gegen Gold einzutauschen „Warum sollte ich zurückkaufen, was rechtmäßig mir gehört?“ und Balins Versuch, seinem Freund und König Vernunft einzureden: „Wir können diesen Kampf nicht gewinnen."

Auch Gandalf appelliert an Thorins Vernunft und deutet bereits an, dass der Schatz sein Tod sein wird (Foreshadowing). Als kleines Leckerli für Tolkien-Fans gibt es außerdem eine Anmerkung von Thranduil, in der Ecthelion von Gondor erwähnt wird, der Großvater von Boromir und Faramir. Eine angemessene Szene für eine Extended Edition.

Das ist Wahnsinn

Der Aufmarsch von Dains Armee wurde geringfügig verändert. Im Unterschied zur Kinofassung sieht man in den Reihen der Zwerge nun auch einige der Streitwagen, die später noch eine entscheidende Rolle in dieser Extended Edition spielen werden. Da auch der Ablauf der Schlacht etwas verändert wurde, bleibt die Zwergenarmee zunächst auf der Bergkuppe zurück, während Dain auf seinem Schwein zu Gandalf vor reitet.

Nach den Verhandlungen gibt Dain den Befehl zum Angriff und aus den Reihen der Zwergenkrieger löst sich die Kavallerie in Form von Widderreitern. Die Elben antworten mit einem Pfeilhagel, der aber wiederum durch eine spektakuläre Waffe der Zwerge (Wirbel-Zwirbel) zunichte gemacht wird. Dann prallen die beiden Armeen aufeinander und es gibt heftige Nahkämpfe. Anders als in der Kinofassung erleben in der EE beide Seiten bei diesem Gefecht bereits schwere Verluste. Die Reaktionen einiger Protagonisten wie Bofur oder Thranduil, verdeutlichen den Schrecken der Situation.

Anders als im Roman, wo Dain zwar auch zum Angriff bläst, aber Gandalf die Schlacht zu stoppen vermag, bevor die kriegerischen Reihen aufeinandertreffen, gibt es im Film bereits ein zweifelhaftes Massaker, da die Elben von den Zwergen und ihren Wirbel-Zwirbel regelrecht niedergemäht werden. Dass ein abgebrühter Kriegsfürst wie Dain später zum Nachfolger von Thorin wird, ist in einer solchen Situation nur schwer vorstellbar.

Kämpft bis zum Tod!

Als unvermittelt die Orks auftauchen, formieren sich Zwerge und Elben sofort neu und stellen sich zusammen dem gemeinsamen Feind. Auch hier verläuft die Schlacht etwas anders als in der Kinofassung, da in der EE die Streitwagen der Zwerge und die Trolle abermals eine wichtige Rolle spielen. In der erweiterten Fassung wird nämlich nicht nur die zerstörerische Kraft der Streitwagen während des Kampfes verdeutlicht (Blut und Körperteile fliegen durch die Luft), sondern auch die Gegenmaßnahmen von Azogs Armee. Mehrere Trolle kümmern sich mehr oder weniger effektiv darum, dass die Streitwagen ausgeschaltet werden. Dies ist für die spätere Streitwagen-Szene ein wichtiges Spannungselement, da der Zuschauer bereits mit der Strategie des Feindes vertraut gemacht wird.

Ob diese neuen Schlachtszenen wesentlich zur Handlung beitragen, darf bezweifelt werden. Vielmehr scheint Peter Jackson mit dieser und den anschließenden Szenen wieder seiner Leidenschaft für Monster und Splatter freien Lauf zu lassen. Und dabei geht es so heftig zur Sache, dass für die EE die Altersfreigabe in den USA sogar hochgesetzt wurde.

Stumpi der Troll

Nachdem sowohl Thranduil als auch Dain noch einige zusätzliche Kampfszenen bekommen haben, tritt nun ein makaber verstümmelter Troll auf den Plan, dem Arme und Beine amputiert und durch Waffen ersetzt worden sind. Auch die Augen der armen Kreatur wurden ausgestochen und stattdessen Ketten in den Augenhöhlen befestigt, durch die der Troll von einem Ork auf seinem Rücken gesteuert werden kann. Ein bemitleidenswerter Kampfsklave, der später noch eine entscheidende Rolle im Schlachtverlauf spielen soll. Auch hier haben sich Peter Jackson und seine Crew kräftig ausgetobt. Das arme Vieh!

Zwerge auf dem Schlachtfeld

Nach dem Ausfall der dreizehn Zwerge aus dem Erebor, gibt es viele neue Kampfszenen, die die kriegerischen Fähigkeiten von Thorins Gefährten verdeutlichen. Viele der Zwerge bekommen dabei noch einmal die Chance zu zeigen was sie können, allen voran Bombur, der sich mit vollem Körpergewicht in die Schlacht wirft - im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine schöne Idee ist das Aufgreifen der „Blunt the Knives“-Choreografie aus EINE UNERWARTETE REISE, nur das diesmal statt Teller und Löffel eine Streitaxt zwischen den Zwergen hin und her fliegt. Anschließend entert Bofur mit der Hilfe der anderen Zwerge den Troll mit den amputierten Körperteilen und steuert ihn in die Reihen der Orks.

Schlacht in Thal

In einer weiteren neuen Szene stürmen Flüchtlinge aus Seestadt, darunter viele Frauen und alte Menschen, die sich zuvor in der alten Stadthalle verbarrikadiert hatten, auf den Brunnenplatz und greifen entschlossen die Orks in den Straßen an. Seestadt-Händlerin Hilda Bianca tötet dabei einen der Orks. Eine Szene, die an die Situation in Helms Klamm erinnert, als selbst Kinder und alte Menschen mit Rüstungen und Waffen ausgestattet werden. Der letzte verzweifelte Versuch die eindringenden Horden zurückzuschlagen.

Möge Durin euch beschützen

Bei dieser neuen Szene handelt es sich vermutlich um die längste und aufwändigste neue Szene in der Extended Edition. Während Thorin in der Kinofassung einfach auf einem Widder zum Rabenberg reitet, schlagen sich die Zwerge nun gemeinsam und mit Hilfe eines klingenbewährten Zwergenstreitwagens zum Rabenberg durch. Zunächst gibt es ein kurzes Gespräch mit Dain, in dem die Situation geklärt wird, dann beginnt eine aberwitzige Jagd, die aufwändig choreografiert und voller überzogener Splattermomente ist.

Während die Orks sich quasi in ihre Körperteile auflösen, versuchen unzählige Trolle den Streitwagen aufzuhalten. Die Zwerge haben sichtlich Spaß dabei und es kommt zu dem unsäglichen „Ziel auf seine Juwelen (orig. ‚Jambags‘)“-Dialog zwischen Dwalin und Kili. Auch der Troll mit den amputierten Körperteilen kommt noch einmal zum Einsatz und rettet - gesteuert von Bofur - den Zwergen gerade so Kopf und Kragen. Später taucht noch ein Trupp Warge auf, die die Zahl der Widder dezimieren, worauf hin die Zwerge den Streitwagen aufgeben müssen und auf den verbleibenden Widdern weiter reiten.

Sicherlich ist diese völlig überzogene Szene nicht wirklich für die Handlung wichtig, aber man muss zugeben, dass sie äußerst kreativ und temporeich umgesetzt ist, aber dabei eher ans Warhammer-Universum erinnert als an den Tolkien-Kosmos. Ein bisschen erinnert die Sequenz an die Flucht in den Fässern. Wenn man sich drauf einlässt, macht das richtig Spaß. Peter Jackson in Höchstform.

Alfrids Ende

In den Straßen von Thal steht Gandalf währenddessen einem Troll gegenüber, den er mit der Macht seines neuen Zauberstabs zu vernichten versucht. Doch unglücklicherweise hat der Stab in genau diesem Moment die von Radagast bereits angekündigten Aussetzer und lässt Gandalf im Stich. Doch das Schicksal ist auf der Seite des Zauberers. Denn nur wenige Meter entfernt versteckt sich Alfrid in einem Katapult (wie doof kann man sein?) und löst dieses unbeabsichtigt aus, als ihm eine seiner gestohlenen Münzen aus dem Dekolleté auf den Auslösemechanismus fällt. Alfrid wird in das Maul des Trolls geschleudert, der offenbar unvermittelt an der schweren Kost erstickt.

Storytechnisch macht diese Szene durchaus Sinn, weil man endlich mehr über Alfrids Schicksal erfährt. Immerhin wurde die Figur aufwändig aufgebaut, nur um dann in der Kinofassung urplötzlich zu verschwinden, ohne jemals wieder erwähnt zu werden. Dass ihm seine Habgier am Ende zum Verhängnis wird ist eigentlich ein schöner Abschluss dieses Handlungsstrangs, die Art und Weise aber ist fragwürdig. So scheint es völlig unpassend, dass Gandalfs Stab versagt wie eine alte Bundeswehrtaschenlampe, obwohl er ein mächtiger Istar ist. Und bei aller Dummheit scheint es doch etwas überzogen, dass Alfrid von allen Orten der Welt die Schleuder eines gespannten Katapults als Versteck auswählt. Hier entschied sich Peter Jackson für Slapstick anstelle von Stil.

Steck sie dir sonst wo hin!

Slapstick anstelle von Stil beherrscht auch die folgende neue Szene: Bifur, der seit Beginn der Trilogie ein Axtstück im Kopf stecken hat und deswegen nur Khuzdûl spricht, liefert sich einen Headbutt mit einem Ork, worauf hin die Axtklinge auch im Schädel des Orks stecken bleibt. Kopf an Kopf verbunden, versuchen sich nun beide verzweifelt zu befreien, wobei Bifur Hilfe von seinen Vetter Bombur und seinem Bruder Bofur bekommt. Die Rangelei endet schließlich damit, dass das Axtstück aus Bifurs Kopf gerissen wird. Als Bombur ihm die Klinge zurückgeben will, äußert Bifur nur abfällig „Steck sie dir sonst wo hin!“.

So albern die Szene auch ist, immerhin bietet sie den beiden Zwergendarstellern von Bifur und Bombur zumindest noch einen kurzen Dialog, mussten sie doch während der gesamten restlichen Trilogie ihren Mund halten. Schön für die beiden Schauspieler und ihre Fans, im gesamten Handlungskontext aber eher überflüssig.

Ninja-Legolas

Auch der Elbenprinz aus dem Düsterwald bekommt einige Erweiterungen seiner Kampfszenen. So metzelt er in der Langfassung des Films kopfüber an der Fledermaus hängend wesentlich mehr Orks ab und beim anschließenden Kampf mit Bolg stößt er diesem einen seiner Dolche durch die Hand. Der Zweikampf der beiden dauert zudem einige Sekunden länger als in der Kinofassung. Legolas-Fans wird’s freuen.

Beorn in der Schlacht

Viele Zuschauer haben sich darüber beklagt, dass Beorn viel zu wenig im dritten Film zur Geltung gekommen sei, vor allem wenn man bedenkt, wie umfangreich er im zweiten Film vorgestellt worden war. Um dem Rechnung zu tragen ist nun etwa 10 Sekunden länger zu sehen, wie er sich durch die Horden der Orks metzelt. Immerhin besser als gar nichts, oder?

Der König unter dem Berg

Kaum eine zusätzliche Szene wurde von Fans so sehnsüchtig erwartet wie die feierliche Aufbahrung von Thorin Eichenschild und seinen Neffen Fili und Kili. Die Zwerge und Bilbo schreiten traurig um die Leichname ihrer verstorbenen Kameraden, wobei auch Gandalf, Beorn und Radagast anwesend sind. Auch Dain Eisenfuß und die Zwerge aus den Eisenbergen zollen dem König unter dem Berg ihren Respekt. Dann verkündet Balin den Beginn der Herrschaft von Dain Eisenfuß und der neue König neigt andächtig sein Haupt.

Mit nicht einmal zwei Minuten Laufzeit ist diese neue Szene zwar relativ kurz, aber ungeheuer wichtig für die Handlung, denn sie beendet eine ganze Reihe offener Handlungsstränge und es ist eigentlich nicht vorstellbar, warum sie im Kinofilm herausgeschnitten worden war. So sehen wir nicht nur, wie die Zwerge Abschied von ihren verstorbenen Freunden nehmen, sondern auch was mit dem Arkenstein geschieht, der ja nun mal der Auslöser für die ganzen Ereignisse war. Außerdem wird erklärt, wer nun die Herrschaft im Erebor übernimmt und die Linie fortführt. Unvorstellbar, dass es sich bei dieser Szene „nur“ um eine Bonusszene handelt, immerhin wäre das so, als hätte man in DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS das Wiedersehen der Freunde in den Häusern der Heilung weggelassen. Diese Szene ist ein Muss und ohne sie ist der Abschluss der HOBBIT-Trilogie nicht möglich.


Fazit

Die finale Extended Edition der HOBBIT-Trilogie unterscheidet sich von den fünf anderen Langfassungen vor allem dadurch, dass sie nicht nur schöne Bonus-Szenen bietet, sondern auch entscheidende Handlungslücken schließt, so als sei man bei der Kinofassung einfach nicht fertig geworden und liefere hiermit die fehlenden Elemente nach. Und wenn man das Bonus-Material anschaut, scheint auch genau dies der Fall gewesen zu sein. So komisch es klingt: DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE ist zum Kinostart einfach noch nicht fertig gewesen und wurde unvollständig abgeliefert. Dass dies mit der Extended Edition nun wieder gut gemacht wird, stimmt sicherlich manchen Zuschauer versöhnlich, auch wenn es etwas außergewöhnlich ist. Dass ansonsten aber der Schwerpunkt der neuen Szenen eher auf den Action-Sequenzen liegt als auf der Handlung, bleibt am Ende Geschmackssache. Peter Jackson hat auch mit dieser Trilogie ohne Zweifel großartiges geleistet. Und auch wenn er der Vorlage vielleicht nicht immer treu geblieben ist, tragen diese Filme doch unverkennbar seine Handschrift. Und für Fans steht es sowieso außer Frage, dass die Extended Editions den Kinofassungen vorzuziehen und die bevorzugten Versionen sind.

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