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REZENSION: DAS NEUE GROSSE TOLKIEN LEXIKON

; Quelle: HDRF

Ein neue Enzyklopädie zu J.R.R. Tolkien und seinen Welten steht seit kurzem in den Buchhandlungen: DAS NEUE GROSSE TOLKIEN LEXIKON erschienen im Conte Verlag. Wir haben uns das beeindruckende Werk von Tolkien-Experte Friedhelm Schneidewind mal genauer angeschaut.

Nachschlagewerke zu Tolkien und Mittelerde gibt es bereits einige, DAS NEUE GROSSE TOLKIEN LEXIKON grenzt sich aber von gängigen Werken, wie beispielsweise Robert Fosters renommiertem DAS GROSSE MITTELERDE-LEXIKON ab, indem es den Anspruch erhebt, sich nicht nur Mittelerde, sondern dem gesamten Leben und Wirken des Oxforder Professors und fast allen gängigen Adaptionen zu widmen. Also werden nicht nur die Werke des Mittelerde-Kanon berücksichtigt, sondern auch Tolkiens Kinderbücher wie ROVERANDOM sowie Hörspiel-Adaptionen, musikalische Umsetzungen und natürlich auch die beiden Filmtrilogien von Peter Jackson, außerdem finden sich Informationen zu Orten in denen Tolkien gelebt hat, über die diverse Verwertungsrechte, sowie den das Werk begleitenden Fan-Kult. Ohne Zweifel ein beeindruckendes Lexikon, vor allem wenn man bedenkt, dass alle Informationen von einer einzigen Person zusammengetragen wurden. Die über 6.000 Stichwörter mit knapp 21.000 Verweisen und mit über 1.500 Literaturangaben werden ergänzt durch Zeittafeln und Exkurse zu ausgewählten Themen. Da bleiben kaum Wünsche nach Themenbereichen offen.

Allerdings ist das Lexikon nicht komplett neu entstanden, sondern es handelt sich um eine umfangreich überarbeitete Fassung des bereits 2001 erschienenen DAS GROSSE TOLKIEN-LEXIKON. Die Neuausgabe verzichtet auf Illustrationen, bietet dafür aber wesentlich mehr Inhalt und einige der Fehler aus dem vorherigen Werk wurden korrigiert. Allerdings lassen sich stichprobenartig immer noch hier und da kleine Fehler finden, wie beispielsweise die Angabe, dass „Aldamir“ der 22. König von Gondor gewesen sei (tatsächlich war er laut THE PEOPLES OF MIDDLE-EARTH der 23. König). Zudem wünscht man sich an mancher Stelle ausführlichere Informationen, beispielsweise wenn unter „Flügelross“ bemerkt wird, dass es sich bei dem Begriff um eine „eigentlich falsche Bezeichnung“ handelt, man aber nicht erfährt, warum. Allerdings ist auch verständlich, dass bei dem Umfang der behandelten Themen hier und da einfach Abstriche gemacht werden mussten, da das Buch vermutlich sonst 10 Bände á 800 Seiten umfasst hätte.

Geschmackssache beim Lesen bleiben außerdem die vielen persönlichen Einwürfe und Bewertungen des Autoren Schneidewind, der sich hier und da zu Interpretationen hinreißen lässt und im Rahmen der inhaltlichen Exkurse sogar subjektiv (manchmal sogar polemisch) bewertet und seine Meinung kund tut. So schreibt er beispielsweise beim Exkurs zu den Filmtrilogien von Peter Jackson:

Ich sehe die Film-Trilogie von Peter Jackson als nur begrenzt gelungene Verfilmung und eher als eine Sammlung verpasster Chancen.

Beim Exkurs zu „Elben und Elfen“ bewertet er die Interpretation der Blumenelfe in der Biene Maja Zeichentrickverfilmung als „entsetzlich kitschig“. Und zur Filmfigur Tauriel in den HOBBIT-Filmen schreibt Schneidewind:

Warum hat er [Peter Jackson] nicht die Geschichte von Nimrodel aufgegriffen, statt eine Liebesschnulze mit Zwerg und Softporno-Elementen zu drehen.

Aber es handelt sich bei den gerade genannten Beispielen um Auszüge aus den Exkursen, die auch als solche gekennzeichnet sind. Tolkien-Experte Friedhelm Schneidewind gilt als Enfant terrible der deutschen Tolkien-Szene und viele seiner Leser und Zuhörer (bei Vorträgen und Workshops) schätzen seine direkte und persönliche Art und Weise, die er auch bei seinem Tolkien-Lexikon nicht außen vor gelassen hat, und die diesem Lexikon eine gewisse Würze verleihen.

Aufgrund der Vielzahl der Begriffe ist dieses Lexikon mehr als ein reines Nachschlagewerk, sondern lädt zum Stöbern nach jenen Begriffen ein, die zu suchen man vielleicht niemals auf die Idee gekommen wäre, wie beispielsweise „Frauenbild“, „Rassismus“ oder „Hausmanuskript“. Ein Lexikon mit persönlicher Note - empfehlenswert für alle Fans von J.R.R. Tolkien und seinen Werken.

Das neue große Tolkien-Lexikon

  • von Friedhelm Schneidewind
  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: CONTE-VERLAG
  • Veröffentlichungstermn: 1. Dezember 2016
  • ISBN-10: 3956020928
  • ISBN-13: 978-3956020926
  • bei amazon.de bestellen

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