Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

REZENSION: BEREN UND LÚTHIEN

; Quelle: HDRF

Vor 100 Jahren schrieb J.R.R. Tolkien auf dem Krankenbett, körperlich und seelisch stark beeinträchtigt durch die Erlebnisse im Ersten Weltkrieg, eine bewegende Liebeserklärungen an seine Frau Edith: Die Erzählung von Beren und Lúthien.

Dieses Werk war so wichtig für Tolkien, dass er nicht nur zeitlebens an ihr arbeitete, sondern sie auch später in sein Hauptwerk DER HERR DER RINGE einfließen ließ und die Namen Beren und Lúthien sogar bis heute den Grabstein des Ehepaars Tolkien zieren. Jetzt ist das gesamte Werk erstmals in einem Buch erschienen.

Die Geschichte spielt etwa 6500 Jahre vor dem Ringkrieg, in dem mythischen Ersten Zeitalter von Mittelerde. Berichtet wird von dem Menschen Beren, der sich unsterblich in die Elbenprinzessin Lúthien verliebt. Eine verbotene Verbindung, die das Schicksal der Welt stark beeinflusst. Denn König Thingol, der Vater der wunderschönen Elbenmaid, verspricht Beren die Hand seiner Tochter nur unter der Bedingung, dass er es schaffen müsse, einen der Silmaril aus der Eisenkrone von Morgoth zu stehlen. Obwohl dies eigentlich den sicheren Tod bedeutet, nimmt Beren die Aufgabe an.

Für die Veröffentlichung dieses Buches hat Tolkiens Sohn Christopher, selbst mittlerweile 93 Jahre alt, alle Text-Fragmente seines Vaters noch einmal neu sortiert und in einen Zusammenhang gebracht. Wer eine belletristische Erzählung im Stile des HERRN DER RINGE erwartet, wird aber enttäuscht werden. BEREN UND LÚTHIEN ist vielmehr eine Gesamtsammlung aller Texte zu der Erzählung, unter anderem mit alternativen Varianten und Überarbeitungen, die nun kommentiert zu einem Erzählstrang zusammengefügt wurden. Wieder einmal eröffnet sich dem kundigen Leser die beeindruckende Tiefe und Komplexität von Tolkiens Weltenschöpfung, die sie in der gesamten Literaturgeschichte so einzigartig macht.

Ins Deutsche übersetzt wurde das Werk von Hans-Ulrich Möhring und dem Tolkien-Wissenschaftler Helmut W. Pesch. Die beiden erfahrenen Tolkien-Übersetzer haben auch diesmal die grandiose Übersetzungsleistung gemeistert, die mit einem solchen Werk einhergeht. Die Herausforderung bestand nämlich unter anderem darin, die jambischen vierhebigen Verse in Reimpaaren des Leithian-Liedes ins Deutsche zu ertragen, was beeindruckend gut gelungen ist. Ergänzt wird der literarische Part durch die wunderschönen, atmosphärischen Zeichnungen und Gemälde des Tolkien-Künstlers Alan Lee, der nicht zuletzt als Designer der HERR DER RINGE Filmtrilogie von sich reden machte.

Diese laut Christopher Tolkien vermutlich letzte Veröffentlichung aus dem Nachlass von J.R.R. Tolkien gehört in jedes Regal eines Tolkien-Fans, denn es ist mit Abstand Tolkiens persönlichstes und wichtigstes Werk.

BEREN UND LÚTHIEN

  • Umfang: ca. 320 Seiten
  • Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, Farbtafeln von Alan Lee, Prägung, Lesebändchen
  • Originaltitel: Beren and Lúthien
  • ISBN: 978-3-608-96165-2
  • Auflage: 1. Aufl. 2017
  • Übersetzung: Aus dem Englischen von Helmut W. Pesch und Hans-Ulrich Möhring
  • bei Amazon bestellen

Sponsor
Anzeige