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Nachruf: Christopher Tolkien (1924 - 2020)

; Quelle: HDRF

Mit großer Trauer haben wir gestern erfahren, dass Christopher Tolkien am 15. Januar 2020 im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Ein Nachruf.

Fast 50 Jahre war Christopher Tolkien der Verwalter des literarischen Vermächtnisses seines Vaters und nur durch ihn kennen wir Mittelerde heute so, wie J.R.R. Tolkien es erdacht hat. Ein halbes Jahrhundert hatte sich Christopher Tolkien der gewaltigen Aufgabe gestellt, die Massen an literarischen Aufzeichnungen seines Vaters, die meisten davon auf irgendwelchen Zetteln in unleserlicher Handschrift hinterlassen, zu sortieren, in einen Zusammenhang zu rücken, zu kommentieren und wenn nötig inhaltlich zu ergänzen und sie letztendlich zu veröffentlichen. Nach dem Tod seines Vaters hatte er unter anderem DAS SILMARILLION (1977) und die 12-Bändige THE HISTORY OF MIDDLE-EARTH (1996) heraus gebracht. Außerdem erschienen in den letzten Jahren noch einmal überarbeitete Versionen der Werke DIE KINDER HÚRINS, BEREN UND LÚTHIEN und DER FALL VON GONDOLIN. Nur ein kleiner Teil der Veröffentlichungen, die unter der Leitung von Christopher Tolkien entstanden sind. Wäre er nicht gewesen, würden wir Mittelerde ausschließlich so kennen, wie es in DER HOBBIT und DER HERR DER RINGE beschrieben wurde. Wir wüssten nicht viel über die Valar oder die Entstehung der Welt, und auch die Erzählungen aus dem Ersten und Zeiten Zeitalter wären bis auf wenige Gedichtfragmente und Anmerkungen in den Anhängen für immer im Dunkeln geblieben. Aber auch schon zu Lebzeiten seines Vaters war Christopher Tolkien ein wichtiger Einflussnehmer auf die Mythologie. Viele der Geschichten hatte J.R.R. Tolkien für Christopher erdacht, er bat seinen Sohn stets um Rat, selbst während des Zweiten Weltkriegs schickte ihm sein Vater Fragmente des HERRN DER RINGE ins Einsatzgebiet nach Südafrika, mit der Bitte um Kommentar und Korrektur.

Seine große Verantwortung nahm Christopher Tolkien immer sehr ernst und achtete stets mit mit großem Eifer darauf, dass niemand etwas mit dem Werk seines Vaters trieb, das dieser nicht gut geheißen hätte. Bis 2017 war er der Vorsitzende des Tolkien Estate, also der Gemeinschaft von Rechteverwaltern, die sich um die Rechte von Tolkiens Werken kümmern (bis auf die Filmrechte zu DER HERR DER RINGE und DER HOBBIT, die J.R.R. Tolkien bereits zu Lebzeiten veräußert hatte). Den Verfilmungen stand Christopher Tolkien immer sehr kritisch gegenüber, ähnlich wie bei seinem Vater galt seine Leidenschaft eher den Büchern und den Sprachen. Auch er hatte Alt- und Mittelenglisch in Oxford gelehrt. Seit 1977 lebte er mit seiner Frau Baillie abgeschieden auf einem Anwesen bei Draguignan in Südfrankreich inmitten von Pinien und Olivenbäumen. Und dort hat er nun nach einem erfüllten und langen Leben seine ewige Ruhe gefunden.

Wir danken Christopher Tolkien für alles und werden ihn stets in Erinnerung halten. Unser herzliches Beileid gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Namárië.

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