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herr-der-ringe-film.de

Im Reich der freien Völker und der Schattenkarten

; Quelle: HdR-Filme.de

Eine Spielbesprechung des offiziellen Decipher-Sammelkartenspiels zur Verfilmung, das jetzt auch seit einiger Zeit in deutscher Sprache erscheint

Eine Spielbesprechung von Sebastian Hilger (RedMorpheus):

Da vor kurzem das Herr der Ringe Sammelkartenspiel erschienen ist, und ich schon ein paar Erfahrungen damit sammeln konnte, entschloss ich mich darüber ein Review zu schreiben, der Euch insbesondere einen Eindruck des Spielspaßes, jedoch auch der Karten an sich verschaffen soll. Da ich lediglich die beiden Startersets (Gandalf & Aragorn) besitze, kann ich auch nur auf deren Spielweise eingehen. Ein solches Starterpack kostet etwa 15 Euro und enthält 63 Karten, die bereits für einen Spieler ausreichend sind. Für 2 Spieler wird dieser Stapel schnell etwas klein, um ein erstes Spielgefühl zu erlangen, reicht er jedoch aus.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich das Spiel ganz entscheidend von anderen (mir bekannten) Sammelkartenspielen, wie beispielsweise Magic, unterscheidet. Der Hauptunterschied, und meiner Meinung nach der Clou des Spieles ist folgender: Jeder Spieler spielt sowohl den Bösen (Schatten), als auch den Guten (Freie Völker) Part. Folglich sind die Karten unterteilt in Schattenkarten und Freie-Völker-Karten, die sich alle in einem Spieldeck (die Karten, die man noch ziehen muss) befinden. Das Spiel selbst gestaltet sich dabei wie ein Wettrennen: Man durchstreift neun Landschaften aus dem ersten Band und versucht als erster Freier-Völker-Spieler zum Amon Hen zu gelangen.

Man beginnt seine Reise mit Frodo, dem Ring und einem Gefährten (Wichtig: Frodo und der Ring sind in jedem Starterpack nur einmal enthalten). Während man selbst nun Freie-Völker-Karten ausspielen kann, wie etwa weitere Gefährten oder Zaubersprüche, ist der Gegenspieler der Schattenspieler, der böse Kreaturen (Orks, Uruks etc...) und Hindernisse auf dem Weg der Gemeinschaft auslegt. Schafft es dabei der Schattenspieler den Ringträger auszuschalten, ist das Spiel sofort beendet. Weiterhin interessant ist die ?Bezahlung? der Karten. Der Freie-Völker-Spieler legt je nach Spielwert der Karte Zwielichtmarken in einen speziellen Pool. Karten, die besonders spielstark sind kosten logischerweise mehr Zwielichtmarken. Der Schattenspieler hat nun genau diese Marken zur Verfügung um seinerseits Karten auszuspielen. Desto weiter die Gemeinschaft reist, desto mehr Zwielichtmarken werden standardmäßig in diesen Pool gelegt. Das hat zur Folge, dass bei zunehmender Gefahr der Reise auch tatsächlich stärkere Monster gegen die Gemeinschaft antreten.

Nach Ende des Spielzuges wird die Gesinnung gewechselt: Der Schattenspieler wird zum Freie-Völker-Spieler, der seinerseits seine Gemeinschaft bewegen kann, der Freie-Völker-Spieler übernimmt den Schattenpart.

Alle Karten sind dabei in neun Kulturen eingeteilt. (Fünf Freie-Völker-Kulturen, vier Schattenkulturen) Obwohl man diese Kulturen durchaus kombinieren kann, spielen Karten derselben Kultur deutlich besser miteinander. So sollte man seine Auswahl auf möglichst wenig Kulturen spezialisieren. Besonders gut gelungen ist dabei der Spielwert der Karten im Vergleich zur Vorlage: So kämpfen Uruk-Hais viel effektiver als die kleinen Moria Orks, Legolas kann mit seinem Bogen gezielt Gegner bekämpfen, während andere Bogenschützen wahllose Ziele treffen, Aragorn kann diverse Waldläufer Eigenschaften benutzen und besitzt einen viel höheren Kampfwert, als die schwachen Hobbits.

Die Karten an sich:

Ein Lob verdient Decipher für das Design der Karten. Alle Karten tragen hochauflösende Bilder aus dem Film, manche Karten sogar von Szenen, die in der finalen Version gar nicht vorkamen. Jede Kultur ist in einem anderen Stil gehalten, trotzdem bleiben alle Karten sehr übersichtlich und gut lesbar. Zusätzlich trägt jede Karte noch ein Zitat aus dem Buch zur betreffenden Situation, das meist gut zur Lage passt.

Im Vergleich zu den äußerst netten Karten ist das Regelheftchen sehr spartanisch ausgefallen. Undeutlich wird versucht die recht komplexen Regeln auf 40 Seitchen zu erklären. Spätestens beim zweiten Lesen zerlegt sich dabei das Heft in seine Einzelteile. Am besten ist es sich die Regeln von einem anderen Spieler erklären zu lassen, denn aus den beiliegenden Regeln wird man so schnell nicht schlau.

Fazit

Insgesamt hat das Spiel ein überzeugendes Spielgefühl, besonders dadurch, dass man sowohl Schatten als auch Freie-Völker-Spieler sein darf. Auch dadurch, dass die Karten deutlich ihren Romanvorbildern entnommen sind, kommt schnell Herr der Ringe Stimmung auf. Das Spiel gestaltet sich oft spannend bis zur letzten Minute, wenn es darum geht, welche Gemeinschaft als erste den Amon Hen erreicht. Ebenfalls als sehr positiv bewerte ich den Umstand, dass man als freier Völker- Spieler sehr genau überlegen muss, ob man noch eine Landschaft weiterzieht, oder lieber noch einen Spielzug abwartet, denn man weiß nie so genau, was in der nächsten Gegend auf einen wartet.

Ein deutlicher Kritikpunkt ist neben dem Regelbuch jedoch ein Umstand, der alle Sammelkartenspiele betrifft, und auch hier nicht bekämpft wird: Ein Spieler der viel Geld dafür ausgibt hat unglaublich große Vorteile gegenüber dem Spieler, der sich nur hin und wieder Karten kauft. Dieser Umstand ist für mich gesehen sehr unsportlich, denn es entscheidet nicht nur die Leistung und die Taktik des Spielers, sondern insbesondere der Geldbeutel. Erschwerend kommt dazu, dass die Karten nicht gerade billig sind und mit 3 Euro pro Boster (11 Karten) ganz schön zu Buche schlagen.

Meine Bewertung: Ein sehr schönes Spiel für Zwischendurch, für Sammler und alle die Spaß an Sammelkartenspielen haben besonders zu empfehlen.

Autor: Sebastian Hilger (a.k.a. RedMorpheus)Sebastian Hilger (a.k.a. RedMorpheus)

Cirdans Link-Tipp zu diesem Thema:

Eine Menge Informationen zu dem Decipher-Spiel allgemein, den Regeln, der deutschen Spielszene und vieles mehr gibt es bei Nine-Walkers.de

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