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herr-der-ringe-film.de

Der Meister spricht

; Quelle: Caltanet

Peter Jackons Promotion-Marathon in Europa hat kürzlich in Paris begonnen. Hier die Mitschrift der ersten Pressekonferenz.

Diese Filme sind natürlich drei Kapitel derselben Geschichte. Haben Sie dennoch versucht jedem Teil seine eigene Form zu geben, damit er sich von den anderen unterscheidet?

Trilogien haben immer eine bestimmte Struktur: Der erste Teil baut die Charaktere und die Situation während ihrer Reise auf. Ich denke, die Aufgabe des zweiten Teils ist, die Gefahr innerhalb der Geschichte zu steigern und die Reise der Helden noch schwieriger werden zu lassen, da die dunklen Machte stärker werden, so dass man am Ende des zweiten Kapitels wirklich nicht weiß, wie [die Helden] es schaffen sollen, ihre Mission zu vollenden. Das wiederum ist natürlich die Grundlage für das dritte Kapitel, das dann hoffentlich irgendeine triumphale Lösung bereithält.
Ich denke, dass eine Trilogie diese natürliche Struktur haben sollte, daher musste DIE ZWEI TÜRME viel dunkler und intensiver werden, damit der Filme seinen Zweck erfüllt.

Können Sie uns sagen, welchen Stellenwert dieses Projekt in ihrem Leben hat? Was bedeutet es wirklich für Sie?

Das Projekt als solches ist vermutlich eins der bezeichnendsten Ereignisse meines Lebens geworden.
Wenn ich nächstes Jahr die Arbeit an DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS beendet habe, werde ich insgesamt sieben Jahre an diesen Filmen gearbeitet haben. Als Filmemacher sind sieben Jahre ein ziemlich großer Teil deines Arbeitslebens. Aber jeder, der dem HERR DER RINGE mit seiner Adaption gerecht werden wollte, hätte so viel Zeit investieren müssen. Ich bin sehr froh, dass ich das machen kann, auch wenn ich weiß, dass es das schwerste ist, was ich je in meinem Leben tun werde. Ich werde danach sicherlich erstmal kleinere Filme machen. Ich habe absolut keine Pläne für irgendetwas größeres. Ich habe viel daraus gelernt. Ich glaube alle, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, halten es für die härteste Erfahrung in ihren Leben als Filmschaffende.

Abgesehen von der Arbeit, die es bedeutet so einen Film zu machen, ist DER HERR DER RINGE ja auch ein Stück Literatur, dem sich viele sehr verbunden fühlen. Wenn man also ein solches Projekt in Angriff nimmt, muss man sich auch den Fans stellen. Haben Sie sich gefragt, wie treu sie dem Werk bleiben und wie viel sie verändern könnten?

Im Prozess des Filmemachens bin ich vor allem zwei Dinge:
Erstens, bin ich Filmemacher, der sich natürlich mit dem Drehbuch auseinander setzen muss.
Aber ich bin ebenso ein großer Fan des Buches. Der Prozess der Adaption eines Buches beinhalted vor allem, Dinge auszulassen und dadurch zu vereinfachen. Der HERR DER RINGE musste ganz eindeutig sehr viel mehr vereinfacht werden als jedes andere Buch. Ich bin mit der Intention eines Filmemachers an das Buch herangetreten, aber da ich den Adaptionsprozess ja auch als Fan durchmachte, wusste ich genau, was ich sehen wollte und welche Charaktere ich auf der Leinwand haben wollte. Sie können es mir glauben oder nicht, ich freue mich genauso wie jeder andere darauf die Bilder und Charaktere zu sehen. Das war auch eine große Motivation für mich diese Filme überhaupt zu drehen.
Irgendwie sind es somit dein Instinkt und deine Liebe für die Bücher, die derartige Entscheidungen treffen.

Frodo und Gollum sind in der Geschichte durch den Ring auf sehr komplexe Art und Weise verbunden, Aragorn oder Rohans König sind durch die Entscheidungen, die sie treffen müssen hin- und hergerissen. Ist dieses Gefühl der zentrale Aspekt dieses Kapitels?

Ich denke, Sie haben dahingehend recht, dass sich in dieser bestimmten Geschichte alle Charaktere einer Entscheidung gegenüber sehen. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem sie eine Wahl treffen müssen; was zu tun ist oder wo ihre Verantwortung liegt. Der Hauptaspekt dabei ist Frodo.
Gollums Part ist sehr wichtig für Frodos Geschichte, da Gollum der voherige Besitzer des Rings war. Und das für funhundert Jahre, bevor der Ring zu den Hobbits kam.
Gollum erinnert Frodo immer daran, was passieren wird, wenn Frodo den Ring zu lange behält, wenn es ihm nicht gelingt ihn zu zerstören. Und natürlich ist die Smeagol-Seite von Gollum der Typ Hobbit, der er vorher war. Frodos Freundlichkeit, Verständnis und Mitgefühl gegenüber Gollum bilden die Grundlage für eine der ultimativen Tragödien der Geschichte:
Dass nämlich Smeagol nicht stark genug ist zu überwiegen.

Es gibt ein wenig leichten Humor in dem Film...

Wie bereits vorher gesagt wurde, ist dieser Film ein wenig intensiver als der Erste. Ich denke, es ist wichtig, dass der Humor den Film ausbalanciert während die Intensität zunimmt.

In den vergangenen Jahren ist einiges an Literatur als "nicht verfilmbar" bezeichnet worden. Jetzt, mit den neuen Technologien sind wir mehr und mehr in der Lage diese Werke auf die Leinwand zu bringen...

Richard Taylors (SFX Supervisor) Technologie spielt natürlich eine große Rolle, aber es ist eine Sache, über die Technologie zu verfügen und eine andere, auch die Vision zu haben, die die Technologie antreibt. Ich glaube, dass das geschriebene Wort in der Vorstellung der Leute immer größer sein wird als auf der Leinwand.^
Bisher wurde das Bild des Films oft von Faktoren wie dem Budget kontrolliert, aber ich glaube heutzutage gehört das mit Charakteren wir Gollum der Vergangenheit an.
Schlussendlich ist es die "Heartware" und nicht die Hardware, auf die es ankommt. Dass man effektiv einen Charakter mit Seele hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Zuschauer ziemlich bald darüber hinwegsehen, dass es technologischer Fortschritt ist und [Gollum] einfach als einen Charakter neben den Darstellern anerkennen.

Es gab Gerüchte über eine Rückkehr zu einem kleineren Zombie-Film. Sind die wahr?

Die Antwort ist ja: Ich bin ein großer Fan von Zombie-Filmen, aber keiner scheint sie mehr zu machen, das ist ärgerlich. Ich bin sicher, dass ich eines Tages wieder einen drehen werde.

Elijah, wir hören ziemlich oft, dass dieses Projekt die Spitze des Filmemachens ist, dass es nichts größeres geben wird. Wie sieht ein aufsteigender Star wie Sie die Fortsetzung seiner Karriere? Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass einige Schauspieler, die die Stars in Trilogien wie dieser waren, hinterher nicht mehr weitermachen konnten. Haben Sie Angst davor?

Elijah Wood: Nein, habe ich nicht. Ich habe auch vorher schon Filme gemacht und einige Leute kennen mich daher schon, was das angeht habe ich Glück. Ich weiß, dass keiner, der am HERR DER RINGE mitgearbeitet hat je an etwas größerem arbeiten wird. Aber das ist die nicht Absicht eines Schauspielers. Es geht eigentlich um die Charaktere, die man spielt und einige Rollen sind einfach eine größere Herausforderung als andere.

(Danke Robert Bernocchi!)

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