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Kunstvoll -- Eine Rezension von RTL

; Quelle: RTL

Ausgerechnet eine Kreatur, die im ersten Teil niemand gern von nahem betrachtet hätte, ist der heimliche Star des zweiten Teils! Der schmierige Gollum, die zwielichtige Gestalt, die von Beginn an Frodo dicht auf den Fersen war, um ihm den Ring abzujagen, tritt ans Tageslicht und offenbart ihre furchterregende und zugleich berührende Gestalt.

Die knochige Figur mit der geäderten transparenten Haut und dem abstoßend großäugigen Gesicht ist zwar komplett digital animiert, liefert aber dennoch ein oscar-reife Darstellung, wenn er sich in schizophrenen Anfällen laut schreiend auf dem Boden windet und dann wieder devot die Hobbits umschleimt. Der Artverwandte von Harry Potters Weggefährten Dobby ist nur ein Beispiel der ausgezeichneten Special Effects, die stets unaufdringlich im Dienste des Ganzen stehen.

"Die zwei Türme" war mit Sicherheit der schwierigste Teil von Tolkiens "Herr der Ringe"-Trilogie, den Peter Jackson zu meistern hatte. Im Gegensatz zu den anderen beiden, erzählerisch stringenter und vor allem visueller gestalteten Buchpartien, erweist sich das Mittelstück schon durch die vielen ineinander verwobenen Erzählstränge als problematisch. Doch Master Jackson hat die Problematik bestens im Griff. Kunstvoll wechselt er zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und fügt der literarischen Erzählvorlage noch einige Verbindungselemente wie Träume hinzu, ohne sich zu weit vom Kultbuch zu entfernen.

Dass er dabei eine Dreiecksgeschichte zwischen Aragorn, der Elbin Arwen und seiner neuen menschlichen Verehrerin Eowyn in den Vordergrund stellt, sei ihm verziehen. Ein wenig Herzeleid zwischen den Schlachten kann nicht schaden - schließlich soll der Film nicht nur von der eher männlichen Fantasy-Zielgruppe konsumiert werden. Und das muss Jackson zugestanden werden: Er hat es geschafft, die sich stellenweise in Kriegsbeschreibungen verlierende Vorlage so spannend und unterhaltsam aufzubereiten, dass nur einem echten Tolkien-Hasser deren Reiz verborgen bleiben kann. Bei der Inszenierung der gut einstündigen finalen Schlacht bei Helms Klamm wechselt Jackson gekonnt zwischen perfekt choreografierten Massenszenen und liebevoll-humorigen Details und langweilt in keiner Einstellung. Zwerg Gimli ist nicht nur wegen seines Kampfeinsatzes, sondern vor allem wegen seiner kessen Lippe der Star des Gefechts. Und gerade die flotten Sprüche und kleinen Slapstickeinlagen sind es, die den insgesamt etwas düsteren Ton des Mittelteils aufheitern und für Szenenapplaus beim Publikum sorgen.

Die bewährte Crew der allesamt hervorragenden Schauspieler wird durch gut besetzte neue Charaktere und fantasievoll realisierte Kreaturen ergänzt. Die Ents, die skurillen Waldbewohner mit dem ökologisch verträglichem Kampfverhalten ernten Lacher beim Publikum, auch wenn ihre schlaksigen Bewegungen Erinnerungen an Weltraum-Goofy Jar Jar Binks aus "Star Wars" wachrufen. Beeindruckende Kamerafahrten eröffnen immer neue Perspektiven auf die faszinierenden Landschaften Mittelerdes und machen die Kampfszenen erst zum wahren Vergnügen.

Dass alle drei Teile der Trilogie gleichzeitig produziert wurden, ist dem Gesamtwerk äußerst zuträglich. Die Filme wirken wie aus einem Guss, obwohl jeder Teil seine Besonderheiten aufweist. Und so setzt der zweite Teil auch ohne Rückblick nahtlos am ersten an. Falls es tatsächlich noch Menschen gibt, die den ersten Streifen nicht gesehen haben, sollte dies schnell nachholen, da die Handlung für das Verständnis des zweiten bedingungslos vorausgesetzt wird.

von Mireilla Häuser

Alle Video-Clips von RTL gibts in diesem Bericht

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