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herr-der-ringe-film.de

Die Wiederkehr des Musicals (Update)

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Ursprünglich wollten wir uns zu diesem Thema nicht äußern, da es nichts mit der Filmtrilogie zu tun hat und bisher keine besondere Erwähnung verdient hat. Aber aufgrund der vielen E-Mails, Anfragen und Hinweise hier nun doch noch unser Beitrag zum HERR DER RINGE Musical, das Anfang übernächsten Jahres in London uraufgeführt werden soll.

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Richtigstellung: In dem unten aufgeführten Artikel finden sich einige Angaben, die nicht stimmen. Die letzte Aufführung fand am 03.04.1999 statt und nicht im März. Alle Mitarbeiter haben bis zu letzt ihr Geld bekommen. (Konkursausfallgeld). Das Musical ist letztendlich daran gescheitert,daß die Deutsche Ausgleichsbank die beantragten Fördermittel nicht ausgezahlt hatte, und die Hausbank nicht gewillt war die Lücke von 9 Mio zu schließen.

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Vergangenen Dienstag ging diese Pressemeldung der Produktionsfirma Peter Thompson Associates an alle Medien und Tolkien-Fans. In dieser Meldung wurde eine vermeintliche Sensation angekündigt: Im Frühling 2005 wird in London die erste Muscial-Version des HERRN DER RINGE uraufgeführt. Die gesamte Produktion wird über 11 Millionen Euro kosten und damit die teuerste Musical-Produktion sein, die jemals in London gespielt wurde.

So schön, so gut -- bisher klingt das ganze noch sehr vielversprechend -- würde diese Pressemeldung nicht mit einer Lüge beginnen, denn es handelt sich keineswegs um die erste Musical-Adaption! Und das müssten die Macher dieses Musicals durchaus wissen, denn in ihrer Crew-Liste taucht der Name des Komponisten auf, der bereits ein HERR DER RINGE Musical inszeniert hat: Bernd Stromberger. Stromberger und sein HERR DER RINGE Musical-Traum haben bereits eine lange, traurige Geschichte hinter sich.

Bereits im Winter 1993 hatte Bernd Stromberger in Wien erste Demoaufnahmen für ein HERR DER RINGE Musical machen lassen und ein Jahr später gab es konkrete Verhandlungen mit potentiellen Sponsoren. Die Investoren hatten unter anderem den tollen Einfall Rudi Carell als Bilbo oder Gandalf zu besetzen! Jahrelang plätscherten die Planungen dahin, bis sich 1998 endlich eine Produktionsfirma namens Fantasy Musical Productions bereit erklärte das HERR DER RINGE Musical in Berlin zu inszenieren. Doch auf der gesamten Produktion schien ein Fluch zu lasten. Es gab zunächst keine Baugehmigung für das Musical-Zelt, Gagen wurden nicht ausgezahlt, Darsteller und Mitarbeiter wurden gefeuert, Artisten unterbezahlt und die Premiere musste wegen technischer Mängel unzählige Male verschoben werden.

Endlich am 11. Dezember 1998 war es soweit und das Musical DER HERR DER RINGE feierte in Berlin seine Uraufführung - Ein Debakel! Zunächst fielen Strom und Heizung des Zeltes aus (bei - 11 Grad Celsius). Die Vorstellung begann verspätet für das verfrorene Publikum, das jetzt feststellen musste, dass es hier nicht den HERRN DER RINGE präsentiert bekam, sondern eine Musical-Version des KLEINEN HOBBITS. In der vollkommen miserablen Nacherzählung der Abenteuer von Bilbo Beutlin, spielt der Ring nur eine sehr untergeordnete Rolle. Aber auch wegen der schlechten Musik, der Kostüme und der gesamten Dramaturgie machte sich rasch Unmut breit. Nach der Vorstellung gab es mehr "Buh"-Rufe als Applaus. Im übrigen sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass diese Version sogar zwei Millionen Euro teurer war, als das jetzt in London geplante Spektakel!

Nach der Vorstellung hagelte es dementsprechende Kritiken in den Zeitungen:

"...Schwerer noch wiegt, dass die aufwendigen, computergesteuerten Technik-Effekte, welche einen Großteil der 26 Millionen Mark Produktionskosten geschluckt haben, rundum enttäuschen. Die pyrotechnischen Effekte, die in einem monumentalen Vulkanausbruch hätten gipfeln sollen, beschränken sich auf Feuerstöße aus den Nüstern des Drachens und gelegentliche Leuchtraketen. Die Spinnenfäden, die sich ins Publikum ziehen, entpuppen sich als klebrige Luftschlangen, es wabert etwas Trockennebel, und zwei-, dreimal werfen Darsteller Sonnenblumen ins Publikum. Das Brüllen der Orks erinnert an Jahrmarkt-Geisterbahnen, die Zwerge kichern und jammern aufs erbärmlichste. Die Wasserrutsche funktioniert nicht, von den versprochenen "Dufteffekten" ist nichts zu riechen, die Notwendigkeit, den Hauptdarsteller Bilbo (Bruno Grassini) mittels des Zauberrings zwischenzeitlich unsichtbar werden zu lassen, wird ignoriert, die angepriesenen "Adventure-Plätze" sind nicht zu erkennen. Die Verstärkertechnik, deren rausch- und störungsgefilterte Lautsprecher überall einen optimalen, wenn auch synthetisch anmutenden Kompaktsound hätten ergeben sollen, setzt regelmäßig erst im zweiten Takt ein und überträgt gerade die bewegten Ensemble-Szenen der Zwerge nur unvollkommen..."
-- Tagesspiegel vom 12. Dezember 1998

"...Hier folgen die sagenhaften Ereignisse etwas schwerfüßig und zufällig aufeinander. Handlungsfaden und Text verschwimmen immer wieder undeutlich irgendwo zwischen den Lautsprecher-Batterien. Vor allem klingt die Musik von Bernd Stromberger sehr soft und breiig, alles andere als verzaubernd, geschweige fetzig..."
-- Berliner Morgenpost vom 13. Dezember 1998

"...Dem Musical-Autor Bernd Stromberger ist es gelungen, die Geschichte ihres Sinns zu berauben, indem er den Ring fast nicht erwähnt. Irgendwann wird dieser doch zufällig gefunden und im Finale ekstatisch gefeiert, ohne daß zu erfahren wäre, worin der Grund der Freude besteht. Und frei von jeglicher Dramaturgie ist die gesamte Musical-Handlung, die sich im übrigen auch nicht auf den "Herrn der Ringe" stützt, sondern auf ein anderes Werk Tolkiens, "Der kleine Hobbit", worin von den Abenteuern des Hobbits Bilbo Beutlin und der Zwerge auf der Jagd nach einem Juwel erzählt wird. Bernd Stromberger hat als Autor, Komponist und Regisseur gleich mehrfach die Gelegenheit ergriffen, die Sinne seines Publikums zu attackieren. Als Autor hat er das kaum verständliche Buch verfaßt. (Schon aus diesem Grund ist das Stück für Kinder hochgradig ungeeignet.) Als Komponist hat er eine dumpfe Konfektionsmusical-Musik mit anderthalb melodischen Einfällen geschaffen und die Musiker in einen Glaskasten gesetzt. Das Ganze läßt er zusammen mit den Stimmen der Darsteller über Lautsprecher einspielen, was im Zelt als unverständlich sämiger Soundbrei ankommt und zu einem besonders bizarren "Live"-Erlebnis führt."
-- Berliner Zeitung vom 14. Dezember 1998

""Erfolgreiche Premiere!" behaupteten die gelben Papierstreifen, mit denen im November überall in Berlin die "Herr der Ringe"-Plakate vollgekleistert wurden. In der Esoterik nennt man das Affirmation: Ignoriere die Tatsachen und formuliere unablässig und mit ?Herr der Ringe? einen realitätsfernen Wunsch, dann wird er irgendwann Wirklichkeit! Bei Bernd Stromberger, Komponist und Regisseur des Tolkien-Musicals, hat das noch nicht ganz geklappt."
-- DIE WELT vom 23. Januar 1999

Schließlich fiel am 3. März 1999 der letzte Vorhang. Das Musical wurde wegen mangelnden Erfolges eingestellt. 13 Millionen Euro waren gekonnt in den Sand gesetzt worden.

Nun hat Komponist Bernd Stromberger anscheinend einen neuen Geldgeber gefunden und versucht erneut seinen Traum Realität werden zu lassen. Und er hat dazugelernt -- zu seinem Vorteil umgibt er sich diesmal mit einem wirklich professionellen Team und überlässt auch die Regie einem Profi. Es besteht diesmal eine wirkliche Chance, dass sich das Musical sehen lassen kann, wenn auch allein schon die Komplexität der Geschichte dagegen spricht. Selbst In Peter Jacksons entgültiger 11stündigen Trilogie wurden so viele Abstriche gemacht, dass Tolkien Fans ihren Roman kaum wiedererkennen. Wie soll man die gesamte Handlung in ein dreistündiges Musical packen?

Ein Musical kann niemals der Komplixität und vor allem der Seele dieses Stoffes gerecht werden und so zeigten sich bereits die Nachfahren des Autors, allen voran Sohn Christopher, sehr verärgert über das Musical.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein paar Londoner Musical-Produzenten vom Film-Hype profitieren wollen. Das größte Fantasy-Werk aller Zeiten steht seiner wiederholten Musical-Schändung bevor.

Mehr Infos zu diesem Musical gibt es bereits auf der offiziellen Website http://www.thelordoftheringsmusical.com.

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