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Howe-Ausstellung -- Erlebnisbericht

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Noch bis zum 9. November 2003 werden im schweizer Ort Greyerz die Werke von Tolkien-Künstler John Howe ausgestellt. Tolkien-Fan Grovel traf John Howe bei einer seiner Autogrammstunden.

Da ich selbst nicht unweit von Greyerz in der Schweiz wohne, machte ich mich am letzten Sonntag auf, die John Howe Ausstellung im Schloss von Gruyères, wie die welschen Ansässigen das mittelalterliche Dorf nennen, zu besuchen. Das letzte bisschen Hoffnung, die Gelegenheit zu nützen um ein paar Fragen an John Howe persönlich zu stellen, verflog allerdings auch schon bei der Ankunft in Greyerz. Wahre Menschenmassen flossen vom Bahnhof und dem offiziellen Parkplatz hinauf in das Städtchen, welches, ähnlich wie Edoras, trutzig auf einem Hügel ruht. Auch ich nahm den zehnminütigen Aufstieg ins Dorf in Angriff und watete durch den dichten Nebel, der leider auch die fantastische Kulisse des Moléson verdeckte, welcher dem Ort sonst ein wahres Mittelerde-Ambiente gibt.

Ich ignorierte das zwar mittelalterliche, aber viel zu touristische Städtchen und begab mich direkt zum Château, welches hinter dicken Mauern über die Umgebung wacht. Mein Verdacht, dass ich nicht der einzige war, der das schlechte Wetter für einen Ausstellungsbesuch nutzte verhärtete sich vor dem Eingang wo eine Menschenschlange geduldig wartete. Mich an deren Ende anschliessend überholte mich auch schon John Howe, der mit langen Schritten an allen vorbei ins Schloss hinauf ging, nur die Wenigsten erkannten ihn. Eine halbe Stunde später war dann auch ich an der Kasse vorbei und machte mich auf in die Ausstellung. In den zwei Räumen der Ausstellung konnte man fast das ganze Tolkien-Werk Howes betrachten. Etwa 60 bis 70 Bilder, von ganz klein bis riesig. Zwar kannte ich schon fast alle, aber trotzdem war jedes Bild wie neu. Die unglaublichen Details auf den Bildern, das wundervolle Spiel mit Hell und Dunkel wurden mir erst beim Anblick der Originale bewusst. Die meisten Bilder haben einen aquarellen Hintergrund, vor welchem sich mit Ölfarbe die Geschichten Tolkiens abspielen. Da ist alles zu finden, vom berühmten Gandalf-Bild, unzähligen Kämpfen gegen den Balrog Morias, aber auch die Geschichten aus dem Silmarillion sind festgehalten. Wer die Extras der FotR-SEE gesehen hat, weiss, dass Howe ein Experte mittelalterlicher Kampftechniken ist, was sich vor allem in den Schlachtenbildern widerspiegelt, wo unzählige Orks in ihren bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Rüstungen etwa Minas Tirith belagern und eine Vorahnung geben, was uns im Dezember erwartet. Überhaupt sieht man klar den Unterschied zwischen den Werken, welche vor und jenen, welche nach den Dreharbeiten entstanden. Howe, der ja wesentlich am Design des Film-Mittelerdes mitgearbeitet hat lässt sich auch umgekehrt inspirieren, die Kulissen und Figuren gleichen denen der Filme. Die zwei Räume sind nach Themengebieten getrennt, der erste widmet sich dem Herr der Ringe, der andere den restlichen Werken Tolkiens. Hier lässt sich denn auch wunderbar die Fangemeinde aufteilen, im ersten schwärmen alle und machen auf die Details aufmerksam, nur einige stehen unsicher vor dem Bild des alten Weidenmanns, während im zweiten Raum die meisten viel ruhiger aber unsicherer vor den Bildern Morgoths und Gondolins stehen und einige Fans ausschweifend von den Schlachten Beleriands berichten.

Wie zu jeder Ausstellung gehört auch in Greyerz ein Kiosk dazu, wo man die diversen Werke Howes und Tolkiens kaufen kann. Leider begrenzt sich das Angebot vor allem auf französische und einige englische Werke, was sich aber besonders im Bilder-Angebot nicht weiter auswirkt. Schade ist, dass auch der Ausstellungsband in Französisch gehalten wurde, trotzdem ein Schmuckstück, welcher das Werk Howes beinahe komplett zeigt und auch die neuesten Werke näher bringt. Hier im sogenannten Wächterraum des Schlosses wartet denn auch das wahre Highlight des Tages auf mich, John Howe persönlich, der fleissig den Fans seine Werke signiert. "Warten" ist allerdings der richtige Ausdruck, denn eine weitere Menschenschlange wartet geduldig auf die Unterschrift. Leider reihe auch ich mich ein, nicht ahnend, dass ich geschlagene zwei Stunden anstehen werde, immerhin wartete hinter mir ein Amerikaner, welcher mich ständig erheiterte, etwa wenn er zuerst seiner Begleiterin die "shotguns" auf dem mittelalterlichen Fresko über dem Eingang zeigen wollte, oder wenn er nach zwei Stunden bemerkte, dass man hier ja für einen Künstler anstand und gar nicht für den Besuch des Schlosses wie er eigentlich dachte. Um 17 Uhr meldete sich dann die Museumsleitung bei den Wartenden, John Howe werde gleich gehen und leider könne man nicht mehr alle berücksichtigen. Schliesslich wird wenige Meter hinter mir abgesperrt, so dass ich einer der letzten bin, die doch noch an die begehrte Unterschrift kommen. Als John Howe sein Buch für mich signiert schaut er nicht mal kurz auf. Ein paar wahre, aber enttäuschte Fans gehen denn auch, obwohl auch sie noch die Gelegenheit gehabt hätten, ohne die Unterschrift, welche ohne Widmung in der Tat nichts Spezielles ist.

Fazit: Die Ausstellung ist es sicherlich wert zu besuchen, besonders da man den Ausflug auch noch mit einem Besuch des Städtchens Greyerz oder dem Giger-Museum verbinden kann (Der Schweizer Künstler HR Giger hat etwa die Kreaturen der Alien-Film-Reihe entworfen). Besser als an einem der Tage, an denen Howe anwesend ist kommt man allerdings zu einem anderen Zeitpunkt. Wer dennoch unbedingt auch den Künstler sehen will, sollte schon am Vormittag eintreffen, so dass man pünktlich um 14 Uhr vor seinem Tisch steht, noch bevor sich die Schlange bildet.

(Copyright by grovel)

-- Weitere Infos zur Ausstellung und Signierstunden
-- Offizielle John Howe Website

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