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Musik, Magie und Menschenmassen

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Am vergangenen Freitag spielte das flämische Radio Orchester unter der Leitung von Howard Shore im belgischen Antwerpen die HERR DER RINGE Symphonie vor über 10.000 Zuschauern.

Der Sportpaleis am Stadtrand von Antwerpen machte zunächst keinen sehr einladenden Eindruck. Ein Sportstadion mit harten und engen Plastiksitzen, eine riesige Halle, in der alle Geräusche weithin zu hören sind und in der normalerweise Eishockeymannschaften aufeinandertreffen. Nicht gerade die idealen Bedingungen für ein klassisches Konzert mit einem großen Orchester. Die Atmosphäre war eher kalt und funktional. So schnell sollte man sich nicht nach Mittelerde versetzt fühlen. Zwischen den Betonwänden erwarteten den Besucher Frittenbuden, rollende Hotdogstände und Bierverkäufer, ganz wie bei einem Sportevent. Viele der Gäste in Abendgradrobe oder phantasievollen Gewandungen wirkten etwas fehl am Platz. Wer klassische Konzerte in Opernhäusern und Konzertsälen gewohnt war, zwängte sich mit leicht mißtrauischem Blick durch die Menschenmassen.

Die Musik begann und es wurde gleich deutlich, dass es eine gewaltige Herausforderung für die Techniker am Mischpult war, alles perfekt einzustellen. Ein Symphonie-Orchester elektronisch zu verstärken mag für Puristen an sich schon eine Sünde sein, doch in der riesigen Halle war es nicht anders möglich. So klang der Auftakt zur Ring-Trilogie zunächst dumpf und leicht verrauscht. Zum Glück fand die Technik schon bald ihr Gefühl für den Sound und die Klangqualität verbesserte sich zunehmend. Mit der Zeit vergaß man auch die wenig atmosphärische Halle und konnte mehr und mehr in der Musik versinken. Schließlich verdrängte die Magie der zauberhaften Melodien von Howard Shore vollkommen den Gedanken an Frittenbuden und Hotdogs.

Auf mehrere Leinwänden wurden Zeichnungen und Bilder der Tolkien-Künstler John Howe und Alan Lee projiziert, die thematisch durch die Symphonie führten.

Einige der Solisten waren sichtlich von Lampenfieber befallen, doch abgesehen von ein paar winzigen Patzern ging alles glatt über die Bühne. Ein absolutes Highlight war die norwegische Sängerin Sissel, die sowohl die Solo-Parts der elbischen Themen als auch "Gollum's Song" und "Into the West" sang und übrigens auch im Soundtrack der dritten EXTENDED EDITION zu hören sein wird. Dabei wurde deutlich, dass das wehmütige Abschiedslied "Into the West" auch mit einer klassischeren Stimme wundervoll klingen kann.

Howard Shore hat für die HERR-DER-RINGE-Soundtrack-Symphonie eine wunderbare Zusammenstellung der Filmmusik vorgenommen. Er hat nicht einfach die musikalischen Themen aneinandergereiht. Die "Symphonie" ist nicht der Soundtrack, sondern eine musikalische Reise durch Mittelerde. Die volle emotionale Tiefe der Musik erschloss sich wahrscheinlich nur denjenigen, die die Filme gut kannten. Doch es ist nicht anzunehmen, dass allzu viele Leute im Publikum waren, die Peter Jacksons Filme nicht gesehen hatten.

Es wurde deutlich, dass keine noch so perfekte Aufnahme die Unmittelbarkeit einer Live-Performance ersetzen kann. Am Ende gab es 20-minütigen Applaus und Standing Ovations für das Orchester, den Chor, Sissel und natürlich Howard Shore!

(ein Artikel von Avaru, Fotos: Philipp Mertens)

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