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Reisebericht: Auf den Spuren der Ringe

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Mittelerde-Fan Daniela Mäffert hat in Neuseeland die Drehorte besucht und allerhand erlebt. Hier folgt ihr reichlich bebilderter Reisebericht.

Schon länger war es mein Traum, das Land der langen weißen Wolke am anderen Ende der Welt zu besuchen. Meine Begeisterung für die Herr-der-Ringe-Filme gab schließlich den Anstoß, den Traum in diesem Jahr zu verwirklichen. Ich wollte unbedingt einige der Locations sehen, vor allem Mt. Sunday. Edoras hatte mich irgendwie verzaubert.Da ich lieber individuell reise, sah sich mein Freund Guido (kein Herr-der-Ringe-Fan!) veranlaßt, mich zu begleiten, obwohl er von der Aussicht auf einen 25-Stunden-Flug, nur um ?Europa auf der anderen Seite der Erde? zu sehen, nicht gerade begeistert war. Aber er meinte, er könne es sich nie verzeihen, wenn ich um die halbe Welt fliege und dann die letzten Kilometer bis zum Mt. Sunday nicht weiterfahren würde, nur weil es mir zu einsam sei :-).

So starteten wir Ende Februar unsere 25-tägige Reise in Auckland. Bekannte meinten, diese Stadt sei nicht besonders sehenswert und man müsse sich dort nicht unbedingt aufhalten. Mir hat es dort sehr gut gefallen. Möglicherweise lag es aber auch daran, daß ich als Fan in dieser Stadt gleich haufenweise mit dem Herr-der-Ringe-Thema konfrontiert wurde: Bei unserer Landung entdeckte ich eines der Flugzeuge von Air New Zealand mit HdR-Motiv und erschreckte wahrscheinlich mit meinem Begeisterungsschrei die anderen Passagiere :-).

Ferner erleichterte ich an unserem ersten Tag meine Reisekasse durch den Kauf von HdR-Briefmarken, einer Gedenkmünze (www.nzcoins.co.nz), der neuesten Auflage des Location Guides von Ian Brodie und einem Straßen-Atlas von Hema Maps, in dem die Locations genau eingezeichnet sind. In der Parnell Road (Einkaufsstraße mit originellen Geschäften) gab es sogar einen Laden, der Elbenmäntel verkaufte! Ich war total begeistert.Bevor allerdings die ersten Locations in Sicht kamen, schauten wir uns einige Tage den Norden (Bay of Islands) und die Coromandel Halbinsel an.

Nach einem Besuch der Kiwifruit Plantage in Te Puke ging es weiter nach Matamata. Den Besuch des Hobbiton-Movie-Sets schenkte ich mir allerdings, da mich die übrig gebliebenen Fassaden nicht besonders reizten (jedenfalls nicht für 50 NZ$!). Hätte Hobbiton noch so ausgesehen wie im Film, hätte ich mit Sicherheit die Tour mitgemacht. Das ?Welcome to Hobbiton?-Schild und die als Hobbithöhlen angemalten Schaufenster der Geschäfte in Matamata fand ich viel witziger.

Neben den beeindruckenden Thermalgebieten kann man von Rotorua aus einen spektakulären Ausflug starten: mit Volcanic Air Safaris per Helicopter zur ca. 50 km vor der Ostküste in der Bay of Plenty gelegenen Vulkaninsel White Island. Nicht ganz billig, aber sehr lohnenswert. Man hatte das Gefühl, direkt in Mordor zu landen. Auf unserer Weiterfahrt zum Grand Chatéau am Mt. Ruapehu im Tongariro Nationalpark verhüllte sich Mt. Doom/Mt. Ngauruhoe leider in dicke Wolken. Dafür präsentierten sich Mordor und die Emyn Muil im Whakapapa Skigebiet in perfekt trüber Stimmung.

Bei den Locations auf dem Weg nach Wellington (Rivendell & Fords of Isen im Kaitoke Regionalpark, Isengard Gardens & Orc Tree im Harcourt Park) wollte sich der Wiedererkennungseffekt nicht so recht einstellen. Dafür gab's in Wellington Nazgûl auf den Dächern! Sieht man ja auch nicht alle Tage..... Ein Besuch des Chocolat Fish Café in der Scorching Bay war selbstverständlich Pflicht (leckeres Essen!). In einer Broschüre über Wellington stand in einer kleinen Anzeige vom Chocolat Fish Café: Spot the whale and dolphins (sometimes), gulls (always) and stars (if you're lucky). Tja, für die HdR-Stars war ich wohl etwas zu spät dran... (Anm. von Cirdan: Oder zu früh, denn bei den Dreharbeiten zu KING KONG kommen sie alle wieder.)

Daß auf dem Mt. Victoria in Wellington auch Locations zu finden waren, las ich erst, nachdem wir oben gewesen waren. Shit happens! Bin wohl doch nicht so fanatisch, wie Freunde und Kollegen immer behaupten :-).Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir mit der Interislander Fähre einige Tage später die Südinsel. Nachdem wir in Picton unseren Geländewagen abgeholt hatten (zum Glück war die Vermieterstation bei dem Hochwasser drei Wochen vorher nicht abgesoffen!), ging es weiter nach Nelson, wo wir natürlich bei dem Ringschmied Juwelier Thorkild Hansen vorbeischauten.

Bevor es am nächsten Morgen weiterging, testeten wir das Frühstück im ZEST Café (Sehr lecker! Danke für den Tip, Círdan!).Wer sich die Mühe macht, über die holperige Schotterstraße (Canaan Road) zum Chetwood Forest zu fahren, sollte auch einen Ausflug zum Harwoods Hole (176 m tiefer Marmorschacht) nicht versäumen (gute Wanderschuhe erforderlich!). Der ca. 45 min. Fußmarsch begann mit einem harmlosen Weg durch einen Wald, der stark an die letzte Szene in ?Die Zwei Türme? erinnert, als Gollum sich entschließt, die Hobbits zu Kankra zu führen. Nach der Hälfte des Weges begann eine abenteuerliche Kletterei über Felsbrocken. Ganz Vergnügungssüchtige ließen sich in den Marmorschacht abseilen, was wir jedoch nur aus sicherer Entfernung beobachteten. Der nahe gelegene Aussichtspunkt (ebenfalls mit einer haarsträubenden Kletterei verbunden) bietet fantastische Ausblicke auf den Abel Tasman Park.

Unsere Route führte an der rauhen und beeindruckenden Westküste weiter gen Süden. Am Franz Josef Gletscher versuchte ich, noch einen Blick auf die Leuchtfeuer Gondors (Mt. Gunn) zu werfen, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung.Dafür empfingen uns die Südalpen mit Sonnenschein. Am Lake Wanaka in der Nähe der Glendhu Bay sollte die Landschaft zu finden sein, die die Gefährten nach ihrem Aufbruch südlich von Bruchtal durchquerten. Nach der Beschreibung im Location Guide konnte ich die Stelle allerdings nicht wiedererkennen.

Anderen Fans schien es genauso zu ergehen. Denn während ich noch etwas ratlos in die Gegend schaute, kam ein Auto mit einem Pärchen langsam herangefahren und hielt schließlich an. Das Mädel hatte den Location Guide in der Hand, und die beiden schauten genauso ratlos wie ich zuvor. Ob ich die Stelle gefunden hätte? Nö, aber was soll's? Die Gegend war atemberaubend genug und auf jeden Fall einen Besuch wert. Weiter ging's über die Crown Range Road Richtung Queenstown. In unserem Hotel erwartete uns eine Überraschung: Der Angestellte an der Rezeption, der uns eincheckte, stellte erfreut fest, daß wir einige Tage in Queenstown bleiben wollten, und fragte, was wir vorhätten. Lächelnd zeigte ich ihm meinen Ring und erzählte, daß ich bei Nomad Safaris die Herr-der-Ringe-Safari gebucht hätte. Oh, ein Fan? meinte er erfreut, da hätte er doch etwas für mich und kramte einen Umschlag hervor. Stolz präsentierte er einige Fotos von sich als Rohirrim-Reiter!

Am nächsten Morgen sollte die ganztägige Herr-der-Ringe-Safari starten. Guido entschied sich für die halbtägige Skippers Canyon Tour und machte für mich ein Foto von der Furt des Bruinen, an dem Arwen, verfolgt von den Ringgeistern, die Wassermassen heraufbeschwörte. Um 8.30 Uhr holten uns die Fahrer mit ihren Jeeps ab. Ich war die letzte im Bunde einer fröhlichen Gruppe Niederländerinnen. Unser Fahrer Kent fragte uns natürlich, ob wir die Filme gesehen und die Bücher gelesen hätten. Und hier wunderte ich mich zum ersten Mal. Während es aus mir herausplatze, daß ich die Filme schon fast auswendig mitsprechen könnte, antworteten meine Mitreisenden etwas zögerlich: Ja, die Bücher hätte man gelesen, den einen oder anderen Film hätte man auch gesehen. Hä? Ich hätte erwartet, daß die Ring Safari nur von Hardcore Fans gebucht wird! Um so besser, ich hatte schon befürchtet, über Tolkien und den Sinn seiner Werke philosophieren zu müssen :-).

Unsere Tour startete am Kawarau River (River Anduin) gegenüber der Bungy Brücke. Dort wurden die Szenen mit den Argonath gedreht, die natürlich später digital eingefügt wurden. Um zur Furt des Bruinen zu gelangen, mußten wir mit dem Jeep mehrmals den Arrow River bei Arrowtown durchqueren. Das war schon ein seltsames Gefühl. Ich hoffte inständig, daß wir nicht steckenbleiben würden und den Jeep aus dem Fluß schieben müßten. Während Arwen einige Kilometer entfernt im Skippers Canyon die Wassermassen beschwörte, stolperten die Ringgeister also hier an einer für die Pferde bequemeren Stelle durch den Arrow River. Einen Einblick in den Skippers Canyon gönnte man uns anschließend auch. Da die Skippers Road (für Mietwagen nicht erlaubt!) so schwierig zu befahren ist, wird sie auch Road to Mordor genannt, hat aber mit den Locations nichts zu tun. Die Fahrt dort entlang war sehr spannend (ziemlich nahe am Abgrund!) und die Ausblicke atemberaubend, sozusagen ein wahrer Augenöffner.

Mittags wurde ich in Queenstown abgesetzt. Um 13.30 Uhr ging's dann mit Jonathan und seinem Jeep mit dem Nummernschild ?Eomers? weiter. Scheinbar kann man sich in Neuseeland Nummernschilder aussuchen. Oh, da würde mir auch schon was Nettes einfallen... Diesmal waren wir eine recht internationale Gruppe: Singapur, Schweden, Italien, Fidschi und auch Neuseeland war vertreten. Auch hier war ich wohl mit Abstand der größte Fan. Einer hatte den 1. und 3. Teil gesehen, einer nur den 2. Teil. Einer hatte weder Bücher gelesen noch die Filme gesehen!

Darüber wunderte sich auch unser Fahrer. Aber die Dame meinte, sie wollte sich einfach nur die Landschaft anschauen.Zuerst besuchten wir Ithilien im Twelve Mile Delta, und Jonathan zeigte uns, wie prima geländegängig so ein Jeep ist. Ich fand's ziemlich lustig, auch wenn man manchmal das Gefühl hatte, der Wagen würde bei diesem hügeligen Weg nach vorne überkippen. Die Stelle, wo Sam und Frodo sich versteckten, um die Olifanten zu beobachten, konnte man ziemlich gut wiedererkennen. In der Nähe wurde noch eine andere Szene mit Faramir gedreht. Im Location Guide ist ein Foto von ihm, wie er gedankenverloren über den Lake Wakatipu schaut. Diese Szene soll angeblich in der Special Edition ?Die Rückkehr des Königs? vorkommen. Bin gespannt, ob das Klohäuschen unten links im Bild auch noch im Film zu sehen ist :-).

Auf der Weiterfahrt nach Glenorchy hielten wir am Lake Wakatipu noch einmal an, um einen Blick auf Mt. Earnslaw/Caradhras zu werfen. Die Aussicht über den See war grandios, Jonathan legte passend dazu die HdR-Filmmusik auf. Es war perfekt!Von Glenorchy ging's nach einer Kaffeepause weiter auf einer Schotterstraße Richtung Paradise, und so gelangten wir nach Isengard. Da die entsprechenden Szenen teilweise aus einer anderen Perspektive aufgenommen wurden, war hier das Wiedererkennen auch etwas schwierig. Aber das machte nichts. Die Landschaft war wunderschön, die Stimmung in unserer Gruppe bestens.

Gegen 18 Uhr war ich wieder im Hotel. Die Ring Safari hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich kann sie nur weiterempfehlen. Jonathan fragte mich, welche Tour mir besser gefallen hätte, vormittags oder nachmittags. Ich fand beide Touren gut, jede hatte etwas Besonderes. Die beiden Fahrer sorgten für tolle Stimmung und gingen gut auf die Teilnehmer ein. Durch die begrenzte Teilnehmerzahl pro Jeep hatte das Ganze einen familiären Touch. Buchen kann man unter www.nomadsafaris.co.nz oder auch telefonisch vor Ort. Das Team ist sehr freundlich und flexibel. Guido schwärmte ebenso begeistert von der Skippers Canyon Tour.

Am nächsten Tag besuchten wir noch diverse Locations auf dem Hügel Deer Park Heights. Dieser befindet sich zwar in Privatbesitz, doch für 20 NZ$ pro Auto darf man hinauffahren. Der Obulus hatte sich gelohnt. Die Aussicht auf Queenstown, Lake Wakatipu und die Remarkables ist atemberaubend. Unter anderem wurde hier der Warg Angriff gedreht, Aragorns Cliff (ausgeschildert!) findet man hier und eine meiner liebsten Locations: den See, an dem die Rohirrim entlanggingen, als sie aus Edoras nach Helms Klamm flohen.

Bevor es am nächsten Tag zum Mt. Cook weiterging, machten wir noch einen Abstecher nach Rohan, Einheimische nennen es auch Poolburn. Von Omakau über die Raggedy Range erreichten wir nach einiger Zeit die ca. 12 km lange Schotterstraße, die zum Rohan Dorf führte. An einem Farmhaus entdeckten wir ein Schild, welches auf die Location hinwies. Ferner wurden auch Touren dorthin angeboten. Mit unserem Geländewagen war die Straße aber kein Problem. Nach diesem Trip konnte wir allerdings eine ziemlich dicke Staubschicht vom Heckscheibenwischer pusten :-). Die mit rauhen Felsen durchsetzte Landschaft war unbeschreiblich und sehr beeindruckend. Ich erwartete, daß jeden Augenblick Eomer mit seinem Gefolge hinter einem Hügel aufftauchte.

Zwei Tage später war es dann soweit: Auf nach Edoras!Auch wenn ich jetzt einigen Berichten die dramatische Würze nehme: Mt. Sunday liegt näher an der Zivilisation als immer gern behauptet wird (vielleicht habe ich aber bloß eine Abkürzung gefunden? :-). Wenn man aus südlicher Richtung über die 72 nach Mt. Somers fährt, führt von dort bis Hakatere (ein Ort mit 3-5 Häusern, oder so) eine gut asphaltierte Straße. Die letzten 25 km legt man auf einer Schotterstraße zurück, auf der man übrigens gut driften kann, wenn man's eilig hat :-).

Von Westen zog uns nämlich eine dunkle Regenwand entgegen. Und wer entdeckte Mt. Sunday als erster? Peinlicherweise mein Freund (immer noch kein Herr der Ringe Fan, dafür aber von Neuseeland genauso begeistert wie ich). Als wir in das Rangitata Valley blickten, konnte ich nicht glauben, daß dieser kleine Hügel dort hinten Edoras sein sollte. Auf der gesamten Strecke begegnete uns niemand, doch als wir uns Mt. Sunday näherten, entdeckten wir drei Autos am Straßenrand, aus denen uns andere Fans schon entgegengrinsten. Und als wir ausstiegen, hielt auch der Regen inne, und ich konnte den Zauber auf mich wirken lassen. Edoras! Wirklich ein wahrer Augenöffner.

Unsere Neuseelandtour endete in Christchurch, der englischsten Stadt außerhalb Englands. Und obwohl wir bereits seit einem guten Monat wieder zu Hause sind, habe ich manchmal das Bedürfnis, nach dem Abbiegen auf der linken Straßenseite weiterzufahren. :-)

Bericht und Fotos von Daniela Mäffert.

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