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herr-der-ringe-film.de

Exklusiv-Interview mit Matthias Menz

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Der deutsche CGI-Artist Matthias Menz (34) arbeitet seit über drei Jahren bei WETA Digital in Neuseeland und hat Figuren wie den Balrog, den Höhlentroll und Gollum ins rechte digitale Licht gerückt. Dieses Jahr wurde er für seine Arbeit mit dem begehrten VES Award belohnt.

Ich habe mit Matthias Menz über seine Karriere, seine Erfahrungen bei WETA Digital und die größten Herausforderungen bei den Arbeiten an der HERR DER RINGE Trilogie gesprochen.

Jetzt sind die Arbeiten am HERRN DER RINGE beendet. Wenn Du zurückblickst, war alles so, wie Du es erwartet hast?

Nein, besser! Viel besser sogar!
Als der erste Film in die Produktion ging, wusste hier noch niemand, was genau daraus werden würde. Für alle, die hier vor oder schon am ersten Teil gesessen haben, war das ein Ratespiel, es hätte ja auch schlimm nach XENA aussehen können. Ich bin praktisch ohne übertriebene Erwartungen reingegangen, kannte auch Peter Jacksons Filme nicht. Und für die meisten war Neuseeland ja auch ein fremdes Land. Ich wusste damals noch fast gar nichts über Neuseeland. Ich hatte nur einmal vor Jahren einen Film über die Vogelwelt von Neuseeland gesehen, der irgendwo an der Südspitze gedreht worden war. Für mich sah das so aus, als sei die ganze Insel komplett unbewohnt. Ich wäre ohne die Arbeit wohl auch nie in dieser Ecke der Welt gekommen, das war mir immer zu weit weg für Urlaub.

Nein, der Film, Land und Leute waren alle positive Überraschungen. Das Leben in Neuseeland ist schlicht so viel einfacher im positiven Sinn und mal ein Ausländer zu sein ist auch eine Erfahrung.

Wie genau war das denn damals? Wie bist du zu Weta Digital gekommen?

WETA-Produzent Charlie McClellan war Ende der 90er auf Welttour um Leute einzustellen. Er ist durch alle möglichen Länder und Städte gereist und kam dann auch nach Berlin, wo ich gearbeitet hatte. Ich hatte damals wirklich Glück, denn ich hatte das letzte Vorstellungsgespräch am letzten Abend vor der Abreise erwischt. Ich glaube sogar Berlin war die letzte Station. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir nicht wirklich einen Job dort ausgemalt, ich hatte gerade einen guten Job als Leiter der 3D Abteilung bei der Postproduction Firma "Das Werk", und hätte sowieso nie mit einer Zusage gerechnet, ich wollte eigentlich nur mal sehen, was die da in Neuseeland so machen, weil mir ein amerikanischer Freund, Jason Schleiffer, mir etwa sechs Monate vorher erzählt hatte, dass er bei WETA Digital für Herr der Ringe arbeiten wird. Da ich Jason zu einen der cleversten in der Branche zähle, war mein Interesse erst mal geweckt.

Charlie zeigte ca. 20 Minuten von den Tests, die sie bei Weta zu dem Zeitpunkt gemacht hatten und das war damals höchster Standard, besser noch als ILM, oder alles was man bisher auf Film gesehen hatte. Ich war schockiert und extrem beeindruckt, Kinnlade am Boden. Von ILM hätte ich das vielleicht erwartet aber eine unbekannte Firma im Nirgendwo?

Folgend hat er mir die ersten Massive-Tests gezeigt und ich konnte es nicht glauben. Erste Tests von Gollum mit Haut- und Muskelsimulationen, dass DIE solche Weltklasse-Technik auffahren, dass hatte ich nicht erwartet. Da hat's dann auch bei mir Klick gemacht und dachte, Mensch, das wäre schon ziemlich heiß. Ich bin schon seit Anfang der 90er Jahre in dem Computer-Animations Business und hatte schon einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel. Also konnte ich Charlie meine Arbeiten aus Werbung,TV-Serien und Spielfilm zeigen, was ihm offensichtlich gefallen haben muss.

Wir haben uns also unsere Arbeiten gegenseitig gezeigt, habe ihm noch ein gutes Bierlokal empfohlen ? zu dem er auch wirklich gegangen ist, wie ich später erfahren hab ? und uns dann wieder verabschiedet.

Im Gegensatz zu vielen von meinen damaligen Kollegen die sich auch vorstellten, habe ich mir auch gar nicht so den Kopf gemacht, wie ich in die Firma reinkomme, war beim Gespräch entsprechend gelassen. Habe die später auch nicht genervt. Viele waren völlig scharf darauf, bei HERR DER RINGE mitzuarbeiten. Einige haben die WETAs auch genervt und beispielsweise jede Woche angerufen. Alle die ich kannte wurden dann leider abgelehnt, obwohl einige eigentlich sehr gut waren.

Vielleicht war deine Zurückhaltung dein Vorteil?

Ja, vielleicht. Es hat ja dann auch noch eine ganze Weile gedauert, bis die Zusage kam. Erst nach ein paar Monaten haben sie sich mal gemeldet und gesagt, dass sie Interesse hätten mich einzustellen. Aber dann hat es noch fast ein Jahr gedauert, bis sie wirklich das OK gegeben haben. Ich hatte praktisch die Hoffnung schon wieder aufgegeben. Angestellt haben sie mich eigentlich erst Anfang 2001.

Das war der Beginn einer erfolgreichen Karriere bei WETA Digital, für die du dieses Jahr mit einem VES Award, dem Preis der Visual Effects Society, belohnt wurdest, den du zusammen mit Andy Serkis, Steven Hornby und Greg Butler gewonnen hast.

Ja, das kam völlig aus dem Blauen. Ich wusste ja zunächst nicht einmal, dass ich überhaupt nominiert war. Ich hatte zwei Jahre an Gollum gearbeitet. Wie ich später erfuhr, wurden intern die Leute, die den größten Einfluss auf Gollum hatten nominiert. Voriges Jahr lief das ebenso, dort wurde zum Beispiel Bay Riatt nominiert, der das Gesichtsmimik-System für Gollum entwickelt hatte.

Dieser VES-Preis ist recht neu und gefällt mir ziemlich gut, weil er sehr speziell ist. Der Oscar hingegen ist viel allgemeiner. Heute hat man doch Filme, da sind bis zu 2000 Effect-Shots drin und dann gewinnt eben der ganze Film den Effect-Oscar. Der VES nominiert aber nur einzelne Schüsse in den Filmen und die Leute, die es gemacht haben, beispielsweise die beste Animation, das beste Compositing, Beleuchtung und so weiter. Dort haben einzelne Artists die Chance für besonders gute Arbeit anerkannt zu werden, auch wenn der Film in der Effekt Sparte keinen Oscar gewinnen würde.

Und der VES Award wird außerdem von Leuten vergeben, die Ahnung haben!

Ganz genau! Die "Größen" der Effekt Branche sind am Start. Zum Beispiel alte Hasen, die schon bei den ersten STAR WARS Filmen dabei waren und andere Oscar Gewinner und Profis in der Sparte.

Im Ringe-Abspann wurdest du als "3D Lighting TD" bezeichnet, Im dritten Teil als "Sequence Lead TD". Wie sah eigentlich deine Hauptbeschäftigung bei WETA Digital aus? Was genau hast du beim HERR DER RINGE gemacht?

Mein Job nennt sich offiziell "Lighting Technical Director" und ich mache die Beleuchtung der 3D-Shots und das Rendering. Im Prinzip habe ich die gleiche Aufgabe wie der Beleuchter am Set, nur dass ich am/im Computer beleuchte. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, weil der Computer ja nur ein vereinfachte Idee hat, was Licht eigentlich ist und wie es sich verhält. Das liegt nicht daran, das man nicht wüsste, wie es zu programmieren wäre, sondern daran, das solch eine Software dann Tage oder Wochenlang an einem einzigen Bild rechnen würde. Selbst die schnellsten Computer sind noch viel zu lahm dafür.

Die Kunst besteht darin, mit den eingeschränkten Möglichkeiten einen möglichst realistischen Look hinzubekommen, die Limitierungen genau zu kennen und zu umgehen. Dass das oft nicht funktioniert, sieht man in vielen Filmen, dann, wenn man das Gefühl hat, das die Figur aus dem Computer da nicht so richtig reinpasst. Meist ist das ein Beleuchtungsproblem.

Die Haut von Gollum war beispielsweise extrem kompliziert. Wir haben sehr lange und sehr hart an der Oberflächenbeschaffenheit und der Beleuchtung gearbeitet. Getestet, verworfen, neue Software geschrieben, wieder getestet und so weiter. Bis Gollums Haut funktioniert hat, hat es sicher sechs Monate gedauert. Welche dann in der Filmproduktion auch ständig verbessert wurde, sodass wir erst am Ende des zweiten Films ein fast perfektes Oberflächenmodell hatten, das in fast allen Situationen funktionierte. Viele "ältere" Gollum Schüsse wurden dann kurz vor Fertigstellung des zweiten Teils DIE ZWEI TÜRME noch mal gemacht, weil sich die Technik, der Umgang und die Erfahrung damit noch einmal verbessert hatte.

Du kümmerst dich ja um einen sehr speziellen Bereich, kommt da nicht dann auch schnell Routine auf, leidet die Kreativität nicht darunter?

Ich finde Beleuchten eigentlich sehr kreativ und auch künstlerisch ? technisch sehr schwierig.

Jede Aufnahme ist anders und eine neue Herausforderung. Und die Herausforderung besteht darin, es jedes Mal so gut zu machen, wie man kann. Früher habe ich immer versucht, es so "realistisch" wie möglich zu machen. Heute verstehe ich, das es auch um Dramatik, Gestaltung, Farbwahl und deren Kombination, das bewusste Lenken des Auges und die Unterstützung der Geschichte geht, zusammen mit der Pflicht, das es ins Bild passen muss ohne herauszustehen. Für mich persönlich hat sich der Schwierigkeitsgrad also exponenziert. Das Lernen hat nie ein Ende und ich probiere auch ständig neue Ideen aus.

Hast du in der Filmtrilogie eine Lieblingsszene, auf die du besonders stolz bist?

Also, ich habe in jedem der drei Filme eine solche Szene. Im ersten Teil, DIE GEFÄHRTEN, war das für mich die Szene mit dem Höhlentroll in Moria, wo er mit dem Hammer zuschlägt. Das war auch so eine Sache mit der Oberfläche. Und die Computer waren viel langsamer zu dem Zeitpunkt.

Die Einstellungen mit dem Troll mussten wir immer und immer wieder probieren, bis es endlich gut aussah, praktisch wie mit Gollum. Das war und ist immer ein ziemlich anstrengender Prozess. Man macht so viele Versionen und Tests, dreht sich manchmal im Kreis, da nicht den Überblick zu verlieren und das Auge für das Bessere zu behalten ist manchmal schwer. Auch Gollum sah ja nicht von Anfang an gut aus -- eher grün wie ein Frosch -- sondern musste erst entwickelt werden. Aber dann kommt irgendwann dieser befreiende Moment, wo man sagt: Wow das ist es! Das ist der Look der funktioniert! Und das sind diese Momente an die ich mich gerne erinnere.

Ihr hattet ja immer eine ziemlich strenge Deadline, die Kinotermine musste eingehalten werde. Seit ihr gegen Ende des Jahres öfters in Zeitnot und Stress geraten?

Immer ? Aber nicht, weil wir die Arbeit an sich nicht geschafft hätten sondern weil niemand mit dem erstbesten zufrieden war, weil der Anspruch enorm hoch war und vieles bis zur letzt möglichen Sekunde zurückgehalten wurde ums besser zu machen. Ich glaube nachdem Peter Jackson merkte, was alles drin ist, hat er nichts unter Qualität durchgehen lassen. Überhaupt kann ich nur über seine Risikobereitschaft staunen, viel von der Computertechnologie die benötigt wurde, war praktisch noch gar nicht entwickelt oder gut genug. Beispielsweise formatfüllende Nah-Einstellungen von Gollum zu planen, obwohl noch nie eine computergenerierte Figur gut genug dafür war, wow! Das hätte reichlich in die Hose gehen können.

Daher war es gut, dass das Projekt so lange lief und auch schon eine lange Vorproduktion hatte, so das, im Vergleich zu anderen, kürzeren, Produktionen, viel Neues und Besseres entwickelt werden konnte. Die letzten Paar Monate waren bei jeden Film hart. 7 Tage die Woche und viele, viele Stunden tägliche Hingabe fürs Zuschauerglück.

Jeder der Computergrafik kennt, weiß, das mit Zeit auch Qualität kommt. Rechner sind langsam, man kann viel mehr Tests machen. Und eine "Gollum spring raus" Taste gib es leider immer noch nicht. Es ist alles harte und zeitaufwendige Arbeit, bis ins kleinste Detail. Der recht großzügige Zeitraum dieser Produktion ist, neben der Hingabe aller Beteiligten, mit Sicherheit ein Grund für die guten Ergebnisse.

Zum Glück wurde auch von New Line Cinema mit Geld nachgeholfen. Es gab mehr Rechner, Arbeitsplätze, Speicher, einfach alles. In den letzten Monaten jeder Produktion hat sich die Anzahl der Mitarbeiter bei WETA Digital mindestens verdoppelt. Die Anzahl der Rechner ebenso. Für den Dritten Teil hatten wir dann CPU' mäßig den dritt größten Großrechner der Welt vor Ort. Um die 3200 CPU's glaube ich.

Gab es auch Moment bei der Arbeit am HERRN DER RINGE, wo du gerne die Arbeit einfach hingeschmissen hättest?

Sagen wir es mal so: es gab bei mir Momente extremer Überarbeitung, wo man einfach mental fertig war. Man sitzt ja wochenlang an einem Shot und wenn man täglich stundenlang auf den gleichen Shot starrt, dann muss man sich wirklich konzentrieren, sonst verliert man den Faden. Das ist das schlimmste, passiert aber jedem. Später ist es dann das Jonglieren von drei bis fünf Shots gleichzeitig und der enorme Zeiteinsatz.

Hattest du den Roman DER HERR DER RINGE vor deiner Arbeit bei WETA gelesen?

Um ehrlich zu sein habe ich den Roman nie wirklich gelesen. Aber ich erinnere mich daran, wie das Buch während meiner Zeit an der Oberschule, ich muss so in der 8. Klasse gewesen sein, ziemlich modern war. Da gab's schon mal so einen kleinen Hype. Aber gelesen hatte ich den Roman vorher nie. Und ich weiß nicht ob das mein Nachteil oder sogar mein Vorteil war.

Als ich dann bei WETA angefangen habe, hab ich den ersten Band gelesen, hab dann aber aufgegeben, weil ich mir dachte: Ach, es kommen ja bald die Filme. *lacht*

Leute wie Regisseur Peter Jackson können sich die Filme ja gar nicht richtig als Zuschauer anschauen. Konntest Du die Filme richtig genießen oder hast du zu sehr auf die Details geachtet?

Ich hatte den Vorteil, dass ich nur das sehe, was bei uns durch den Computer geht. Ich arbeite ja auch nur intensiv an einigen wenigen Szenen, die mir zugeteilt wurden. Dabei sieht man den Zusammenhang nicht unbedingt. Wir kriegen ja selten den fertigen Schnitt zu sehen, welcher sich bis zum Schluss eh ständig verändert. Den Film hat es mir auf keinen Fall verdorben. Klar, man schaut natürlich sehr kritisch auf seine eigenen Arbeiten und wünschte sich, noch mal dran drehen zu können aber nee, das sehen des fertigen Films ersetzt nichts.

Gab es Szenen, wo du im Kino gesessen und gedacht hast: Das würde ich gerne noch mal überarbeiten? Wo du unzufrieden warst?

Ja, jede meiner Szenen! Im Nachhinein hätte ich gerne an allen Shots noch etwas herumgefeilt. Dazu bin ich zu sehr Perfektionist. Das geht vielen so und ist auch ein Problem der Arbeit am Computer, man kann endlos feilen. Meine Arbeit ist mir selbst nie gut genug, aber hoffentlich gut genug, den Film nicht zu stören.

Also ich kann dich beruhigen, mir ist nichts aufgefallen. Welcher Teil gefällt dir denn insgesamt am besten?

*lacht* Mir gefällt der erste Teil DIE GEFÄHRTEN am besten. Das ist auch der Teil, den ich mir auch am meisten angeschaut habe. Die anderen Teile habe ich nur zwei, drei Mal gesehen. Das mag mit meinen persönlichen Erinnerungen zusammenhängen und, dass der erste Teil für die ganzen Leute hier sehr emotional war. Als wir hier angefangen haben, war noch alles ganz neu: neues Land, neuer Film, neuer Regisseur. Damals haben alle mitgefiebert, weil keiner wusste, was aus dem Projekt wird. Das der erste Teil so gut anerkannt wurde, war für alle die damals da waren eine großartige Erfahrung. Bei den anderen Teilen war das dann schon fast wieder zu "selbstverständlich".

Es gibt ja jede Menge junge Animatoren, Designer, Computerkünstler, die davon träumen bei WETA Digital oder einer vergleichbaren Firma zu arbeiten. Was für einen Tipp könntest du denen mit auf den Weg geben? Gibt es einen geheimen Trick?

Ich kenne leider keinen Trick und ich bin mir sicher, dass es in meinem Fall auch Glück war ... das, zusammen mit der Tatsache, das ich damals schon relativ lange in der Branche tätig war und recht viel Erfahrung hatte. Um heute in eine solche Firma reinzukommen sind vier bis fünf Jahre Spielfilmerfahrung gefragt, ein harter Broken. Klar ist, dass das Thema Computergrafik so derartig umfangreich ist, dass ich erst Leute ab ca. 4 Jahren Arbeitserfahrung als wirkliche Profis ansehe. Ausdauer ist wichtig, und Spaß an großen wie kleinen Arbeiten zu haben.

Bei mir fing alles mit den berühmten Teekannebildchen Ende der 80er oder so an, die damals in der c't und allen möglichen Magazinen zu sehen waren. Ich habe mich gefragt: Wie kann ein Computer so was machen? Das hat mich so beschäftigt, dass ich mir damals einen Amiga und eine 3-D-Software gekauft habe. Dann habe ich mich einfach rangesetzt. Zu der Zeit war ich dann auch gerade ein Jahr arbeitslos und hatte viel Zeit um am Rechner zu sitzen. Dann hat es trotz lahmster Rechner irgendwann Klick gemacht und ich dachte mir: entweder du findest Arbeit in der -- ganz neuen -- Branche oder du gehst nie wieder arbeiten. Aber damals gab es ja auch noch nicht viele richtige Jobs in dieser Richtung, man konnte das ja auch nicht offiziell lernen oder studieren.

Und in Berlin gab es seinerzeit nur eine handvoll Firmen mit Profi Werkzeug, die eine ausreichend große Maschine hatten, das war damals hauptsächlich Softimage auf Silicon Graphics Rechnern. Allein die Software hat damals schon knapp 100.000 Mark gekostet und der Rechner auch noch einmal 100.000. Soviel Geld hatten damals nur ganz wenige. Und ich bin einfach zu den Firmen hingegangen, hab meine Arbeiten gezeigt und angeboten, erst mal kostenfrei oder für lau für sie an den Maschinen zu arbeiten, einfach nur, weil ich so fasziniert war von der Software-Profiabteilung. Ich wusste nie, ob das ein dauerhafter Job werden könnte oder das ich gar beim Film lande. Es machte einfach nur Spaß. Ich glaube das ist der Schlüssel. Bei jemandem, der das beruflich machen will, muss wirklich ein Hebel umgesprungen sein, eine innere Gier genau DAS zu machen. Das habe ich mir bis heute erhalten und nur so kann man diesem ständigen Lernumfang und Zeitaufwand aufrecherhalten glaube ich.

Du hast mir mal erzählt, dass du www.herr-der-ringe-film.de schon etwas länger kennst. Wie bist du auf die Website gekommen?

Praktisch gleich nach dem damaligen Vorstellungsgespräch war ich in Wissensnot. Bin recht schnell auf deine Seite gestoßen und sie war mir seit damals fast täglich eine phantastische Informationsquelle. Selbst in Neuseeland war ich ständig drauf und erfuhr Sachen, die ich nicht mal vor Ort mitbekommen habe. Nicht schlecht Herr Specht.

Vielen Dank! Als nächstes arbeitest du am neuen Peter Jackson Film KING KONG mit. Was kannst du schon darüber verraten?

Ich sage nur Haare, Haare, Haare! *lacht* , wenn PJ offizell meint, er ist sich erst jetzt über die Möglichkeiten von Computergrafik richtig bewusst geworden, au backe, da werden wohl wieder Grenzen verschoben ....

Ich danke dir für das Gespräch.

Es war mir eine Freude.
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