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REZENSION: Das SILMARILLION Hörbuch

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Seit der Verfilmung des HERRN DER RINGE ist Mittelerde in aller Munde, doch kaum jemand weiß wirklich, was hinter der Geschichte des britischen Autors J.R.R. Tolkien steckt. Für ihn waren die Ereignisse rund um Frodo und den Ring nur der Abschluss eines fast 6000 Jahre dauernden, epischen Mythos, den er lange vor der Ring-Saga geschaffen hatte. Von den Ereignissen aus jener fernen Epoche berichtet DAS SILMARILLION, das der Hörverlag jetzt als Hörbuch herausgebracht hat.

Das SILMARILLION ist wortgewaltig ... so gewaltig, dass schon mancher Leser dran gescheitert ist. Tolkiens Werk um Götter, Helden und Kriege ist eine schwere Kost, doch wer einmal verstanden hat, wie dieses Werk zu begreifen ist, der wird in den vollen Genuss einer kompletten Welten-Schöpfung kommen. Das neue und schon vom Umfang bombastische Hörbuch (926 Minuten!) wurde von Gandalf-Synchronsprecher Achim Höppner gelesen, der nach Filmtrilogie, Computerspiel und ELBENSTEIN-Hörbuch mittlerweile ein Experte in Sachen TOLKIEN ist. Und schon nach den ersten Minuten wird klar: man hätte kaum einen besseren Sprecher wählen können. Höppner gelingt es dem Werk jene epischer Wucht zu verleihen, die schon das Buch wiederspiegelte. Höppner liest nicht nur einfach vor, sondern taucht in das Epos ein und es ist fast so, als lausche man einem Heldengesang.

Erwähnenswert ist besonders, dass im Gegensatz zum bekannten HERR DER RINGE Hörspiel bei diesem Hörbuch akribisch auf eine korrekte Aussprache aller Namen und Begriffe geachtet wurde. Und jeder, der das SILMARILLION gelesen hat weiß, dass dies eine Herausforderung sein muss, denn Charaktere und Namen gibt es jede Menge. Damit man dabei den Überblick nicht verliert, wird das Hörbuch durch ein beachtliches Booklet ergänzt, in dem alle Namen und Stammbäume noch einmal in einen Zusammenhang gebracht werden.

FAZIT: Ein beeindruckendes Hörbuch, das seiner Vorlage durch und durch gerecht wird! Für Fans ein absolutes Muss!

-- MP3-Hörprobe (ca. 1 MB)

Das Silmarillion
von J. R. R. Tolkien
13 Audio-CDs
Laufzeit 926 Minuten
Sprecher: Achim Höppner
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Live bei den Aufnahmen

Ein Erlebnisbericht von Marcel Bülles:

Als ich im Juni vom Hörverlag die Einladung erhielt, bei der Aufnahme eines neuen Hörbuchs dabei zu sein, konnte ich schlecht nein sagen, vor allem nicht, weil es sich um DAS SILMARILLION handelte. Ich war sehr überrascht und dachte mir, daß es sich sicherlich um Auszüge oder vielleicht nur das Dritte Zeitalter handeln würde und machte mich neugierig auf den Weg.

An einem sonnigen Tag erreichte ich in München gegen Mittag die Hallen des Giesing-Teams, wo seit einigen Tagen Achim Höppner bereits arbeitete. Der Synchronsprecher Gandalfs in der deutschen Version der Filmtrilogie DER HERR DER RINGE übertraf bereits nach wenigen Tagen bei weitem den ursprünglichen angesetzten Zeitplan.

Die Regisseurin der Produktion erzählt mir dies in einer kurzen Aufnahmepause. Sie ist begeistert von Höppner, bezeichnet ihn als einen Sprecher, wie es sie "nicht häufig in Deutschland" gibt. Mehrere Wochen waren geplant, aber sie befanden sich bereits bei Beren und Lúthien nach wenigen Tagen Arbeit. Eine gute Stunde Aufnahmezeit bedeutet am Ende weit über eine halbe Stunde später verwendbaren Materials und die Regisseurin ist ganz hin und weg.

Höppner sitzt an der Theke, ich werde kurz vorgestellt, ein Händedruck. Er schlürft an einem Milchkaffee, offensichtlich das Standardgetränk bei jeder Pause für Gandalf. Er wirkt gutgelaunt, ein gestandener Gentleman alter Schule, so wirkt er. Das von Falten durchzogene Gesicht wirkt weniger alt als nachdenklich, so als ob er viel gesehen und gehört hätte in seinem Leben. Wer Tolkien liebt, mag sich hier an Gandalf erinnert fühlen, zumindest erscheint es mir so. Seine Stimme ist warm und kräftig, wenn auch im normalen Gespräch noch ein wenig anders als bei der Aufnahme. Das zu umschreiben ist schwer - vielleicht wirkt sie herzlicher, lebendiger, eine halben bis ganzen Ton höher.

Eine Verantwortliche des Hörverlags ist vor Ort, begleitet die Aufnahme und ist auch ganz aus dem Häuschen. Sie hätte ja schon die eine oder andere Aufnahme mitgemacht, aber das hier wäre eine ganz andere Liga. Sie erklärt mir auch, daß der Hörverlag sein Tolkien-Programm als festen und vor allem erfolgreichen Bestandteil seines Angebots versteht und daß DAS SILMARILLION einfach noch fehlte. Der Länge des Projekts zum Trotz entschloß man sich, alles aufzunehmen, auch Anhänge und begleitende Texte in das Booklet reinzupacken. Qualität war hier das Stichwort, nicht das schnelle Geld. Die Tolkienliebhaber wären anspruchsvolle Hörer und anspruchsvolles Material sollten sie bekommen.

Nach der kurzen Pause geht es direkt weiter, diesmal darf ich mit im Studio sitzen. Etwa Seite 180, wie bereits erwähnte: Beren und Lúthien. Der Tontechniker startet die Aufnahme, Höppner hat sich kurz mit ein paar Sätzen vorbereitet und weiter geht es. Seine Stimme dringt aus dem Nebenraum in die Technik, wo wir sitzen. Gerade sind die beiden auf dem Weg nach Thangorodrim, um Morgoth einen Silmaril abzujagen und Carcharoths Wut steht noch bevor (bitte das mal ohne Fehler auszusprechen, Höppner macht das locker!)

Ich bin begeistert, gerade hinzugerissen von seiner Stimme, vom Vortrag, Rhythmus, Tempo - alles stimmt. Ein Hörspiel wäre vollkommen unmöglich gewesen, hätte jedes Budget gesprengt, wäre bei den unzähligen Charakteren unmöglich zu realisieren gewesen. Höppner selbst sagt später beim Essen, daß eine szenische Lesung etwa doch vollkommener Unsinn sei beim Silmarillion. Tolkiens Stil sei "spröde", aber dennoch packend genug, wenn man es nur richtig anfängt.

"Das ewig Leid der Elben" liest er hier vor. Seine Formulierung trifft es genau, ist doch das Silmarillion keine nette Kindergeschichte wie große Teile des Hobbits, aber auch keine packende Erzählung im Stile des Herrn der Ringe. Im Silmarillion heißt es über lange Strecke ewige Niederlage, Schlacht um Schlacht verloren, das Ende aller Hoffnung. Bei all den Namen, elbischen Sätzen, verliert er aber nie den Überblick, hat nach Filmsynchronisation und dem Elbenstern alle Namen im Blut. In allen genannten Fällen hat ihm Tolkien-Experte und DTG Mitglied Gernot Katzer zur Seite gestanden und natürlich hatte auch Webmaster Cirdan seine Finger im Spiel.

Der Perfektionismus Höppners ist außergewöhnlich. Nur wenige Fehler kommen vor und wenn sowohl Tontechniker als auch Regisseurin sagen, das ist noch in Ordnung, ist es dann Gandalfs Stimme, die aus dem Lautsprecher sagt: "Nein, nein. Das geht noch besser. Nochmal vom letzten Paragraphen ab."

Die Stimmung in der Technik ist heiter und gelassen, es kommen immer wieder humorvolle Kommentare, gerade von den anwesenden Frauen, wenn es darum geht, daß es Beren ja wohl doch "nicht drauf hat." Beim zweiten Silmaril wäre er wohl besser "ein bißchen bescheidener gewesen", als Huan und Lúthien ihm zur Seite stehen, werden Augen verdreht und die Frage gestellt "Kann der denn gar nix alleine?!" Wo andere Produktionen bis auf die letzte Sekunde hetzen müssen, die Stimmung entsprechend angespannt ist, herrscht hier eine Gelassenheit, die nur Höppner zu verdanken ist.

Ich habe vor einiger Zeit dann frisch aus der Produktion ein paar kopierte CDs bekommen, um schon einmal reinhören zu können. Meine Begeisterung ist immer noch da und wenn ich jetzt die Stelle mit Beren und Lúthien höre, erinnere ich mich sofort an den Besuch in München. Noch gibt es ein paar Geschichte, die der Hörverlag hat noch nicht vertonen lassen - hoffen wir, daß die auch noch kommen :)

Marcel Bülles

Gründungsvorsitzender, Deutsche Tolkien Gesellschaft e.V.

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