Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Vom Tolkien-Fan zum Millionär

; Quelle: Taipei Times

Der taiwanesische Tolkien-Fan Lucifer Chu (30) sieht aus wie ein ganz normaler Fantasy-Freak: hat lange Haare, trägt gerne schwarz und lebt bei seinen Eltern. Doch es gibt einen Unterschied zu seinen Freunden, denn fast durch Zufall wurde er durch sein Hobby zum Millionär.

Er war nie ein besonders guter Schüler, sondern verbrachte seine Freizeit lieber mit Fantasy-Büchern, als mit Hausaufgaben. "Ich habe nur Englisch gelernt, damit ich die neusten Computerspiele zocken kann", erzählt er im Interview. Mit 18 Jahren schrieb Chu hin und wieder Kolumnen für ein kleines Computer-Magazin und übersetzte in seiner Freizeit als Hobby Fantasy-Romane vom Englischen ins Chinesische. Anfang der 1990 bekam er eine englische Ausgabe des HERRN DER RINGE in die Hände und als er hörte, dass dieses Buch bald verfilmt werden würde, bot er einem kleinen Verlag an, das Buch kostenlos ins Chinesische zu übersetzen. In seinem Vertrag gab es nur einen kleinen Hoffnungsschimmer: Würden insgesamt mehr als 10.000 Trilogie-Boxen oder 40.000 einzelne Bücher verkauft, stände Chu ein Anteil von 9% von jedem verkauften Buch zu.

Dies war für Chu natürlich ein Risiko, denn er wusste nicht, ob die Verfilmung gut oder ob jemals so viele Bücher verkauft würden. Doch dann kam DER HERR DER RINGE: DIE GEFÄHRTEN ins Kino und schon nach einer Woche entwickelte sich Chus Übersetzung zum landesweiten Bestseller.

Mittlerweile wurde seine Übersetzung über 220.000 Mal verkauft und Chus Anteil beträgt beachtlichen 27 Millionen Taiwan-Dollar (ca. 700.000 EUR). Und das alles nur, weil sich Chu lieber Fantasy-Romanen und Videospielen gewidmet hat, als seiner Schule. "Ich werde immer gefragt, ob es leicht war soviel Geld zu verdienen und die Antwort ist ja. Bei soviel Geld würde ich gar nicht wagen zu behaupten, dass ich schwer dafür gearbeitet hätte. Ich hatte ja schon vorher gut 30 andere Romane übersetzt, aber ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass man damit soviel Geld verdienen kann."

Doch dies ist noch nicht das Ende der Geschichte. Chu erzählt im Interview: "Ich bin durch meinen Reichtum ja kein besserer Mensch geworden. Nachdem mir das bewußt geworden war, habe ich mich entschloßen, einen Weg zu wählen, bei dem ich mich besser fühlen würde. Mein Ziel war es, Informationen mit anderen Menschen auszutauschen und damit kein Geld zu verdienen."

Chu entpuppte sich als großzügig. Mit seinem Geld gründete er zwei sehr unterschiedliche Stiftungen. Seine Fantasy Foundation setzt sich für die Verbreitung des Genres Fantasy im chinesisch-sprechenden Raum ein und sein Opensource Opencourse Prototype System (OOPS) sorgt für eine Übersetzung der umfangreichen Literatur am Massachusetts Institute of Technology's (MIT) ins Chinesische. So unterschiedlich diese beiden Stiftungen auch sind, sie haben eins gemeinsam: Chu verdient keinen einzigen Dollar an ihnen und die Arbeit wird ausschließlich von rund 200 freiwilligen Helfern gemacht. Chu ist nicht am Geld interessiert, sondern am Wohl anderer.

"Im Zeitalter des Internets ist es eigentlich kaum üblich anderen Menschen zu helfen, das wird als uncool angesehen", so Chu, "Es geht immer nur ums Geld. Die Arbeit, die OOPS jetzt online leistet halte ich eigentlich für eine sehr idealistische, romantische Vorstellung."

-- Original Artikel in der Taipei Times

Sponsor
Anzeige

Die nächsten Termine

Zu den Terminen