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herr-der-ringe-film.de

Dorthin und wieder zurück - Eine persönliche Rezension

; Quelle: herr-der-ringe-film.de

Mit der dritten EXTENDED EDITION ist für die Fans der HERR DER RINGE Filmtrilogie eine Ära zu Ende gegangen. Nach sechs Jahren voller geheimer Fotos, Spoiler, Gerüchte, Gänsehaut ist das Epos nun vollständig. Tolkien-Fan Keith Burns hat seine Gedanken in Worte gefasst.

THERE AND BACK... AND THERE AGAIN

"Wenn der Postmann zweimal klingelt"

Der Dienstag ist seit drei Jahren ein guter Tag für uns Tolkien-Fans. Warum? Dienstag ist DVD-Veröffentlichungstag. DIE GEFÄHRTEN, DIE ZWEI TÜRME, Kinofassung, Extended Edition... Immer erschienen sie an einem Dienstag und machten diesen Tag zu einem Fest. Und ausgerechnet bei der sechsten und letzten Veröffentlichung sollte dies nun anders sein? Veröffentlichung an einem... FREITAG? Was für ein Sakrileg! Shame on you, Peter Jackson, shame on you!

Andererseits... besagter Freitag war der Vorabend des Geburtstages meiner Frau. Hätte der Termin also besser gewählt sein können? Nun, wir waren bereit, Peter Jackson und der ganzen Bande von NLC zu vergeben und uns darauf zu freuen, den Geburtstag meiner Frau mit Stil, einem guten Essen unter Freunden und der EXTENDED EDITION einzuläuten.

Doch wir hatten weder mit der Lieferfreude unseres Online-Shops dvd.co.uk noch mit der Gewissenhaftigkeit unseres Postboten gerechnet. Und so kam es, dass es in der Tat abermals ein Dienstag war, als ich abends in den Flur trat und meine Frau sah, die im Türrahmen der Küche lehnte, grinsend von einem Ohr zum anderen wie ein Honigkuchenpferd und mich ein sechstes und letztes Mal mit den magischen vier Worten auf den Lippen begrüßte: "The precious is here!"

Mehr bedurfte es nicht. Ich stürmte ins Wohnzimmer und da lag sie: Nach grün und rot nun in blau. Eingeschweißt, klein, unscheinbar... fast wie der Ring aller Ringe selbst. Während ich sie betrachtete, gingen meine Gedanken zurück zu der Zeit, als ich als kleiner Junge zum ersten Mal den Hobbit las, dann den Herrn der Ringe, später das Silmarillion. Wie ich Ärger mit meiner Mutter bekam, als ich auch weit nach meiner Schlafenszeit mit der Taschenlampe unter der Decke weiter las. Wie ich viele Jahre später als Mann zum ersten Mal von Jacksons Vorhaben hörte, die Trilogie zu verfilmen und mich fragte, was ich wohl (gerade nach den unrühmlichen Film-Vorgängern) erwarten könnte.

Und wer zur Hölle war eigentlich Peter Jackson??

Was folgte, war die Aufregung und Begeisterung in World Wide Web. Foren und Seiten, die entstanden, Menschen, die meine Liebe und Begeisterung teilten, Gerüchte, Tatsachen, Bilder. Die großen Augen, mit denen ich in der Premiere von DIE GEFÄHRTEN saß und mich wieder wie der kleine Junge mit der Taschenlampe fühlte, die erste DVD, die erste Extended Edition und die Erkenntnis, dass dort in Neuseeland mehr passiert sein musste als nur die Verfilmung eines Buches, der Weg über die Two Towers und die Premiere von DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS bis hin zu dieser Extended Edition. Alle Geschehnisse, die in diese Jahre vielen: Der tragische Tod von Menschen, die ich über alles geliebt habe, meine Hochzeit, eine Fehlgeburt, Krankheit, Angst, berufliche Veränderungen, Risiken, die Geburt unseres ersten Kindes... und jetzt war sie da, die EXTENDED EDITION, die am Ende dieses Zeit stand und auch am Ende eines Themas, dass mich, wie mir scheint, Zeit meines Lebens begleitet hat.

Die EXTENDED EDITION bis Freitag eingeschweißt zu lassen war nicht so einfach, wie man glauben könnte. Der Satz "We wants the precious" bekam eine völlig neue Bedeutung für mich. Ganz ehrlich. Am Freitagabend schließlich war es soweit. Unser Freunde Brian, Emma, Steve und Samantha traten pünktlich über unsere Schwelle und wir läuteten den Abend mit einem fürstlichen Mahl ein, dass wahrlich eines Hobbits würdig gewesen wäre. Dann baute Tech-Guru Brian den Beamer und die Leinwand auf und verwandelte unser Wohnzimmer in einen Kinosaal.

Pünktlich um 00.01 Uhr stießen wir auf den Geburtstag meiner Frau an, die EXTENDED EDITION wurde feierlich ausgepackt und dann... begann unsere Reise nach Mittelerde.

Doch wie hatte die Vorbereitung für diesen Abend ausgesehen?

"Looking for the precious oder: Was der Herr der Ringe mit Gänseblümchen zu tun hat"

Ein Jahr zuvor, ungefähr zum Jahreswechsel 2003/2004 stellten sich bei meiner Frau und mir Ermüdungserscheinungen in Sachen DER HERR DER RINGE-Filmtrilogie ein. Zu viele Foren, zu viele Detail-Diskussionen. Zu viele Male, die wir die DIE GEFÄHRTEN und DIE ZWEI TÜRME: EXTENDED EDITION angeschaut hatten. Zuviel, das wir über die Entstehung der Trilogie aus dem Bonusmaterial wussten. Uns ging es ein bisschen wie mit einem guten Zaubertrick. Es ist faszinierend zu erfahren, wie er funktioniert. Aber sobald man es weiß, ist die Magie des Zaubertricks verflogen. Mit dem Bonusmaterial war es in gewisser Weise nicht anders. Es war wunderbar zu sehen, wie mit einem relativ simplen Trick wie der Perspektivenverschiebung der Größenunterschied zwischen Frodo und Gandalf auf seinem Karren erzeugt wurde. Nur... wenn man es weiß, fällt es einem schwer, diese Szene anzuschauen und NICHT daran zu denken. So erging es uns mit vielen Szenen im Film. Wir stellten fest, dass wir uns die Filme nicht mehr anschauen konnten, ohne an Dinge zu denken, die wir über ihre Entstehung wussten oder an Diskussionen zu denken, die wir in diversen Foren geführt hatten. Uns war klar: Wenn sich das bis zur Veröffentlichung der DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS EXTENDED EDITION nicht ändert, wird uns vermutlich nicht viel mehr bleiben als ein schaler Nachgeschmack. Also beschlossen wir das einzig richtige zu tun:

Wir gingen auf DER HERR DER RINGE-Diät!

Ab Januar 2004 sahen wir uns die EXTENDED EDITIONS nicht mehr an. Die im Mai veröffentlichte Kinofassung des dritten Teils sahen wir ebenfalls nur zweimal. Und danach? Nichts. Gar nichts. Keine Filme. Keine Bücher. Für viele Monate blieben wir, auch wenn es schwer viel, völlig tolkienfrei (sieht man mal von Besuchen in diversen Foren ab).

Erst im Winter startete unser Vorbereitungsprogramm, indem wir uns vor dem erscheinen des letzten Teils zuerst die DIE GEFÄHRTEN: EXTENDED EDITION anschauten und etwas später die DIE ZWEI TÜRME EXTENDED EDITION. Und da war es wieder: Das Staunen, die Gänsehaut, die Emotionen, das Lachen, die Trauer. Wir saßen da und tauchten beide Male völlig in Mittelerde ein. Alle Diskussionen waren vergessen, das Bonusmaterial aus unseren Köpfen verbannt. Es waren unsere Herzen, die diese Filme sahen.

Mir wurde klar, dass es ein bisschen so ist, als ob man in den Alpen durch ein Tal wandert. Wenn man sich auf der Blumenwiese umschaut, erkennt man die verschiedenen Blumenarten und wird vermutlich mit der Zeit ein Gespür für kleinste Details entwickeln, für die verschiedenen Arten, ihren Geruch, ihren Wuchs. Aber darüber läuft man Gefahr zu vergessen, wie schön das ganze Tal ist. Erst wenn man zum Gipfel steigt und hinunter schaut, wird einem die ganze Schönheit erst wieder bewusst, bekommt man den Blick für das Ganze.

So ging es uns, als wir erneut die ersten beiden EXTENDED EDITIONs anschauten und wir wussten, dass dies auch der Weg sein würde, sich der dritten und letzten EXTENDED EDITION zu nähern. Wir sollten Recht behalten.

Die Nacht in der wir die Rückkehr des Königs sahen, war wundervoll. Wir weinten an den Stellen, an denen wir immer geweint haben: Der Auszug von Faramir und seinen Männern bewegt mich jedes einzelne Mal. Blumen, die vor die Hufe der Pferde geworfen werden. Die stumme Gewissheit in den Gesichtern der Frauen und Kinder: Sie kehren nicht zurück zu uns.

Gandalf und Pippin im Gespräch über die "white shores". Dieser Moment, in dem wir an die denken, die wir verloren haben in den letzten Jahren. Der Moment, den wir in unserem Herzen tragen, weil er uns an die denken lässt, die wir lieben - immer noch und für alle Zeit.

"My friends, you bow to no one". Der Augenblick, der uns die Tränen in die Augen treibt, die bis zum Ende des Films nicht mehr versiegen.

Und wenn man denkt, dass man innerlich nicht mehr aufgewühlter sein kann, kommt die beste aller Ehefrauen auf die Idee, weiterzuschauen und einen Blick in das Bonusmaterial zu werfen.

Wir begannen unsere EXTENDED EDITION-Nacht um Mitternacht, nach dem Film machten wir mit einigen der Dokumentationen weiter. Als wir aufhörten, war es heller Morgen und wir hatten von der Heulerei verquollene Augen. Eine Zeitlang sagte niemand etwas, bis meine Frau plötzlich in die Stille platze: "Kann mir mal jemand erklären, warum wir seit drei Stunden flennen wie die Kleinkinder, nur weil wir uns diese Dokumentationen ansehen? Wir waren verdammt noch mal nicht mal da und haben denen Kaffee gekocht!"

Nein. In der Tat. Das haben wir nicht. Aber in dieser Nacht hatten wir das Gefühl, als wären wir mittendrin gewesen.

Auszeit. Glieder strecken. Rein in die Winterjacken. Wir brauchten Frischluft und so begrüßten wir den Morgen mit einem langen Spaziergang und dem Einkauf dessen, was man für ein zünftiges englisches Frühstück benötigt. Gesprochen haben wir nicht viel während dieses Frühstücks. Es war auch nicht nötig. Wir wussten, was der andere dachte. Wir waren aufgewühlt und gleichzeitig ruhig, friedlich und auf eine gewisse Art selig.

Nach dem Frühstück verabschiedeten sich unsere Freunde und wir legten uns für ein paar viel zu kurze Stunden hin, bevor wir die für den Abend geplante eigentliche Geburtstagsfeier vorbereiten. Geträumt habe ich vom HERRN DER RINGE- wovon sonst?

Als ich wieder wach war, durchlief ich in Gedanken das, was wir gesehen hatten und dies sind meine Eindrücke:

DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS - DIE EXTENDED EDITION

"Kein Mensch braucht eine EXTENDED EDITION - oder doch?"

Ich bin ein Tolkien-Liebhaber. Bin ich auch ein Tolkien-Experte? Ich weiß es nicht. Vermutlich nicht. Brauche ich eine Extended Edition? Natürlich, den ich bin von Natur aus raffgierig. Ich will jeden Zentimeter Mittelerde sehen, den ich in die Finger bekommen kann. Aber was erwarte ich mir von einer EXTENDED EDITION? Was soll Peter Jackson tun? Soll er die Lücken füllen, die ich zu irgendeinem Zeitpunkt meinte gesehen zu haben? Soll er auch den letzten Lieblingskrümel meines Lieblingsbuches noch auf Zelluloid bannen? Soll er die Geschichte noch einmal neu erzählen? Soll er mir den Heiligen Gral auf den Wohnzimmer-Tisch stellen hübsch verziert mit einer roten Schleife?

Vermutlich. Ein bisschen von allem und auch wieder nicht. So, wie bei den meisten Menschen, schätze ich.

Was aber glaubt nun Peter Jackson, mit einer EXTENDED EDITION tun zu müssen und erreichen zu wollen? Was macht dieser abgebrochene, verrückte, neuseeländische Hobbit da eigentlich, wenn er eine EXTENDED EDITION zusammenstellt? Will er all das, was ich vielleicht möchte?

Nein.

Peter Jackson hat sich bereits mit der Kinofassung auf die Geschichte festgelegt, die er erzählen möchte. Er muss und will das Rad nicht neu erfinden. Alles, was er in der EXTENDED EDITION noch tut, ist den Handlungsbogen zu verfeinern und abzurunden, für den er sich entschieden hat. Und er will ein bisschen das große Kind rauslassen, das in ihm steckt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das ihm besagte Abrundungen mal mehr und mal weniger gelingen, dass sie gelegentlich auch mal völlig in die Hose gehen... keine Frage. Muss man darüber stundenlang diskutieren? Nun, wenn man, um mein Bild noch einmal heranzuziehen, Blumenwiesen und Gänseblümchen mag, kann man das sicherlich tun. Oder aber man steigt auf den Gipfel und sieht in das Tal hinunter. Und genau das haben wir getan. Für uns ging es bei der EXTENDED EDITION nicht einzig und allein um die neuen Szenen. Wir haben uns den Film in seiner Gesamtheit angeschaut und überlegt, wie die neuen Szenen das Geschehen komplettieren und vertiefen. Und das tun sie in der Tat.

"You are all going to die!"

Ob Peter Jackson wohl klar ist, was er da tut, wenn er die Konfrontation mit Saruman wieder in das Geschehen einfügt? Wissen es wenigstens Fran und Philippa? Ich denke nicht. Und das ist das erstaunliche daran, weil es dennoch funktioniert. Hört man sich die Audio-Kommentare an, erkennt man, dass alle drei bis heute nicht begriffen haben, wie genial und wichtig diese Szene ist und wie sie sich auf das weitere Geschehen auswirkt, denn ihre lakonische Begründung für das Herausschneiden der Szene ist: "It wasn't driving the story forward." Sorry, Peter, ich muss Dir widersprechen.

Denn ja, diese Szene IST genial. Nicht etwa wegen der Art und Weise, wie Saruman zu Tode kommt. Die ist sogar wieder einmal ziemlich trashig, auch wenn der Gedanke lobenswert ist, dass Saruman sein Lebenslicht auf einer seiner Erfindungen aushaucht. Aber Grima hätten auch versuchen können, ihn mit einer Packung Aspirin zu vergiften. In diesem Film hätte das keinen Unterschied gemacht. Wichtig ist nur eines: Das was Saruman sagt. Denn er säht eine Saat aus, die lange nach seinem Tod aufgeht, wächst und gedeiht. Er säht Selbstzweifel in jenen, die seine Worte hören. Was er den Anwesenden entgegenschleudert, wirft einen Schatten auf das komplette weitere Geschehen. Und das ist genial, das ist brillant. Doch was genau säht Saruman da aus?

Die Wahrheit.

Dieser Zauberer, der sich selbst überschätzt hat, dieser Manipulator, der selbst zum Schluss mit süßer Zunge spricht und dessen Worte doch vor Sarkasmus triefen, dieser Zauberer spricht dennoch die Wahrheit. Gandalf hat recht, wenn er seine Gefährten warnt: "Even in defeat Saruman is dangerous." Saruman erkennt die größten Schwächen seiner Gegner und wirft sie ihnen ins Gesicht. Und das zwingt sie dazu, sich im Laufe des Geschehens diesen Schwächen und ihren Selbstzweifeln zu stellen, wenn sie nicht an ihnen zerbrechen wollen. Denn wenn das geschieht, hat Saruman noch im Tode sein Ziel erreicht.

Gandalf:

Saruman wirft Gandalf vor: "Gandalf does not hesitate to sacrifice those closest to him, those he professes to love. Tell me, what words of comfort did you give the Halfling before you send him to his doom. The path that you have set him on can only lead to death." Gandalf wird mit dieser Aussage kämpfen. Ob in dem Moment, als Pippin ihn während der Feier in Edoras innehält und ihn fragend anblickt (man kann diesen Moment natürlich auch seinem Wunsch zuschreiben, den Palantir noch einmal zu sehen) oder während des Gespräches mit Aragorn: "How do we know Frodo is still alive?", der Gesichtsausdruck von Gandalf, als Pippin hoffnungsvoll erklärt: "We've got the White Wizzard, that's got to count for something!" bis hin zur Last Debate: "I sent him to his death" (eine direkte Reflektion des Vorwurfs Sarumans) und der Konfrontation mit MoS, als ihm dieser des Hemd Frodos zuwirft und zynisch feststellt. "The Hafling was dear to thee, I see."

Theoden:

Er trägt schwer an der Bürde, dass er seine Gedanken von Saruman durch dessen Handlanger Grima hat vergiften lassen und zögert, erneut auf den Rat anderer zu hören. Der Moment in dem Gandalf ihn in DIE ZWEI TÜRME beschwört "You MUST FIGHT!", Gandalfs Hand auf der Lehne und Theodens missbilligender Blick sowie seine Entscheidung, nach Helm's Deep zu gehen, machen das nur zu deutlich. Saruman wirft ihm in DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS entgegen: "The victory at Helm's Deep does not belong to you, Theoden Horse-master. You are a lesser son of greater sires." Theoden wird diese Worte nicht vergessen. Man sieht es im Gespräch mit Eowyn: "It was not Theoden of Rohan who led our people to victory", aber wir sehen auch seine Stärke und seinen Mut im Gespräch mit Gamling: "No, we cannot defeat them. But we will meet them nonetheless." und schließlich, wie er im Moment seines Todes Erfüllung und Erlösung findet. "I go to my fathers, in whose mighty company I shall now not feel ashamed."

Aragorn:

"You cannot think, Gandalf, that this ranger will ever sit upon the throne of Gondor. This exile, crept from the shadows will never be crowned king." Wir haben Aragorns Zweifel bereits in DIE GEFÄHRTEN und DIE ZWEI TÜRME gesehen. Dies ist ein Mann, der darum kämpft mit seiner Vergangenheit, seinem Erbe, seinem Schicksal und seiner Bestimmung ins Reine zu kommen. Schon Galadriel hat ihm dies klarzumachen versucht: Er muss sich erheben über all seine Vorfahren oder untergehen mit dem, was von seinem Geschlecht noch übrig ist. Und auch wenn wir es im Film nicht sehen, so hat ihm doch Elrond bezüglich Arwen klargemacht, dass er die Hand seiner Tochter nur einem König geben wird. Hier wird auch klar, dass es für Aragorn nicht einfach nur darum geht, seinen Anspruch auf den Thron von Gondor geltend zu machen. Er muss sich dessen WÜRDIG erweisen. Dies ist in Momenten interessant wie der Begegnung mit der Armee der Toten und angesichts der Prophezeiung, die Legolas zitiert. Als sie die Höhle verlassen und Aragorn im Auge der herannahenden Korsarenschiffe zu Boden sinkt, ist dies für ihn die ultimative Niederlage, das ultimative Versagen. Wie es scheint, hat er es nicht in sich, das zu tun, was seine Bestimmung ist. In diesem Moment hat er nichts mehr, das er noch geben könnte. Es ist brillant, wie Viggo Mortensen diesen Moment in wenigen Sekunden einfängt, bevor der tote König ihm verkündet: "We fight!" Aragorns Gesicht zeigt zuvor nicht nur Selbstzweifel, es ist der Ausdruck grenzenloser VERzweiflung. Genial ist es, im Vergleich dazu das Gesicht Aragorns zu betrachten, als die Armee der Toten die Schiffe der Korsaren stürmt. Ohne arrogant zu wirken, ist es selbstsicher und in sich ruhend.

Die drei Beispiele Gandalf, Theoden, Aragorn zeigen das, was sich wie ein roter Faden durch diesen Film zieht: MOTIV und MOTIVATION. Peter Jacksons Interpretation zeigt jene, die von Selbstzweifeln geplagt sind, die sich diesen stellen, die über ihre Zweifel und sich selbst hinaus wachsen und nicht an ihnen zerbrechen.

Das zeigt sich auch im Falle von Faramir, Merry und Eowyn.

Faramir leidet darunter, ein vermeintlich "lesser son" Denethors zu sein. In der Möglichkeit, seinem Vater den einen Ring zu liefern, sieht er in DIE ZWEI TÜRME die Gelegenheit, sich zu beweisen. "Tell my father I send him a mighty gift" Diese Zeile wird in DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS wieder aufgegriffen, als Denethor Faramir sein Handeln vorwirft und sagt: "Boromir would have brought me a mighty gift." Faramir erklärt ihm, dass er den Ring selbst dann nicht benutzen würde, wenn Minas Tirith in Trümmern läge. Das ist umso erstaunlicher, als er bei seinem Auszug aus MT erklärt, dass er alles tun würde, um die Stadt zu schützen, um ihre Menschen, ihre Kultur und ihre Schönheit zu bewahren. Wunderbar, diese Momente in der Extended Edition zu sehen, sie geben Faramirs Auszug noch mehr Tiefe, als er ohnehin schon hatte.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie viel intensiver die Schlacht um Osgiliath nun ist. Osgiliath ist im wahrsten Sinne des Wortes "überrannt". Umso schmerzhafter ist es für Faramir, wenn sein Vater ihm vorwirft: "Is this how you would serve the city?" Zu sehen, wie Faramir sein Selbstmordkommando antritt, obwohl er genau weiß, dass es keinen Unterschied macht, bricht einem das Herz.

Ich liebe die Art und Weise, wie Denethors Charakterisierung bereichert wurde. Er ist ein Mensch, ein Mann, ein Ehemann, ein Vater, ein Trauernder, ein von Verzweiflung übermannter. Und hinter all dem sehen wir den, der einst stark und edel war, jenen, der einst ein guter Steward gewesen sein muss.

Und Merry? Merry weiß, dass er Mittelerde nicht retten kann, aber wie seine Freunde ist er beselt von dem Wunsch, seinen Teil zur Rettung beizutragen. Die zusätzliche Szene während der Rast ist wundervoll.

Dann hätten wir da noch Eowyn. Ihre Motive in Jacksons Interpretation sind denen Merrys ganz ähnlich. Anders als im Buch steht im Film nicht so sehr ihre selbstmörderische Absicht im Vordergrund, wenn sie mit den Männern in den Krieg reitet sondern der Wunsch, ihren Teil zur Rettung Mittelerdes beizutragen.

Motiv und Motivation. Fast alle Erweiterungen und neuen Szenen fallen unter dieses Leitmotiv.

Wie sieht es nun mit jenen Szenen aus, die sich nicht damit befassen?

"I have a token I was bidden to show thee!"

Auch ich gehöre zu jenen, die die Saurons-Mund-Szene grauenvoll finden. Es ist vielleicht die einzige, die ich Peter Jackson nicht verzeihe, weil sie selbst in seiner Interpretation von DER HERR DER RINGE einfach keinen Sinn macht. Man könnte argumentieren, dass er in MoS nicht den Unterhändler, den Botschafter sieht, sondern nur die Waffe Saurons, die dieser einsetzt, um seine Gegner zu verunsichern und zu quälen. Aber bei aller Liebe und Interpretationsfreiheit ist Saurons Mund im Buch nun einmal ein Unterhändler. Ich hätte damit leben können, wenn Aragorn ihn zum Kampf gefordert hätte. Aber ihn zu umreiten und rücklings den Kopf abzuschlagen... nein.

Ich habe lange über diese Szene nachgedacht. Natürlich ist es so, dass Aragorn in den Worten von Saurons Mund das Echo der höhnischen Bemerkungen Sarumans hört und nicht mehr bereit ist, diese ohne Reaktion hinzunehmen. Natürlich ist Aragorn aufgebracht angesichts der Nachricht von Frodos vermeintlichem Tod. Erklären kann es sein Handeln dennoch nicht.

Hier zeigt sich in der Tat eine Schwäche in der Arbeit Jacksons. Immer dann, wenn er und seine beiden Damen glauben, eine bestimmte Wendung in der Handlung gegenüber dem Publikum rechtfertigen zu müssen und sie den Fehler machen, dies IN der Handlung tun, legen sie sich auf die Nase. PJ erklärt in den Audio-Kommentaren: "Wir hatten hier ein Problem. Die Allianz glaubt, Frodo sei tot, der Zuschauer weiß, dass es nicht so ist. Also mussten wir Aragorn erklären lassen, dass er kein Wort von dem glaubt, dass er gehört hat." Dies ist, mit Verlaub, Humbug. So argumentieren nicht einmal 14jährige Fanfiction-Schreiber. Ein weiteres Beispiel: Aragorn erfüllt sein Versprechen und lässt die Armee der Toten ziehen. Audio-Kommentar: "Das war kritisch, weil das Publikum sich fragen könnte, warum man die Toten nicht für die weiteren Kampfhandlungen einsetzt. Also haben wir Gimli genau diese Frage stellen lassen." Stimmt, das haben sie. Nur hat Gimli auf diese Frage keine Antwort bekommen. Insofern war es Unsinn, diese Frage überhaupt zu stellen.

Ich werde, wie alle anderen auch, mit dieser Szene leben müssen und versuchen, nicht daran zu denken, dass sie im Film vorkommt. So einfach ist das. Fast alle anderen Szenen in allen drei Teilen sind für mich eine Sache der Interpretationsfreiheit, der filmischen Umsetzung und der Auslegung. Diese Szene ist es nicht. Sie ist Mist. Sie ist Mist, weil Aragorn unmoralisch und unentschuldbar handelt.

Was hätten wir sonst noch?

Da waren zunächst die wunderbaren kleinen Ergänzungen von zum Teil gerade mal ein, zwei Sekunden hier und da. Eowyn, die nun die Schale beiden Königen reicht, dem herrschenden und bald fallenden König von Rohan und dem zukünftigen König von Gondor. Eine wunderbare Symbolik.

Das man Tolkiens Traum (im Buch Faramirs Traum) im Film Eowyn gibt, ist eine gelungene Verneigung vor Tolkien.

Ich liebe die Tatsache, dass Grima als Opfer verstanden wird. Nicht nur vom Zuschauer selbst sondern auch von Theoden.

"It is dwarves that go swimming with little, hairy women!"

Das Trinkspiel: Trash. Natürlich. Aber hallo? Wir reden hier immer noch von Peter "Meet the Feebles" Jackson, meine Lieben!

Auch über das Trinkspiel und vor allem Gimli habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Man mag davon halten, was man will, aber ist es nicht eigentlich wunderbar, dass man diesen Zwerg sieht, der aus Fleisch und Blut ist, aus dem Leben gegriffen? Ist dieses Trinkspiel nicht etwas, dass man sich z. B. auch im Mittelalter sehr gut hätte vorstellen können? Männer, die sich gegenseitig bis zur Besinnungslosigkeit unter den Tisch saufen und dabei zotigen Unsinn erzählen? Was da als Comic-Humor Gimlis kritisiert wird, hat auch eine andere Seite, eine sehr menschliche/zwergische:

Gimli sagt, was er denkt. Er ist eben auch nur ein Mensch, pardon... ein Zwerg. Ob es bei der ersten Begegnung mit Eomer ist, ob in Rivendell, ob in seiner Begegnung mit Galadriel oder seinem Rat an Aragorn, die Toten nicht aus ihrer Pflicht zu entlassen. Selbst bei der Konfrontation mit Saruman ist er derjenige, der ausruft: "I have heard enough." Im Buch ist diese Stelle sogar noch besser: "In the words of Orthanc help means ruin and saving means slaying." Gimli mag komisch wirken. Er ist aber in erster Linie ein Zwerg mit einem großen, mutigen Herzen, er ist eine ehrliche Haut. Insofern ist Gimli als Charakter eigentlich viel zugänglicher und greifbarer als viele der anderen Charaktere (mit Ausnahme der Hobbits, deren Herzen so rein sind, dass Sam Galadriel direkt in die Augen schauen kann, während die übrigen Gefährten den Blick senken). Das traurige ist, dass Jackson sich nur bei Gimli traut, ihn "menschlich" zu zeigen. Dadurch wird ausschließlich Gimli zum Ventil dieses Bedürfnisses und verkommt dabei zur vermeintlichen Witzfigur wohingegen seine zweifelsohne vorhandene edle Seite zu selten zum Vorschein tritt. Diese sieht man vielleicht noch am ehesten in dem kurzen Wortwechsel mit Legolas vor dem Schwarzen Tor: "...how about side by side with an elf?" - "Aye. I can do that.".

"Was haben Totenköpfe und Walnüsse gemeinsam?"

Die Pfade der Toten: Was soll man dazu sagen? Peter Jackson HASST diese Szene. Er gibt es in den Audio-Kommentaren zwar nur indirekt zu, aber er hasst sie wirklich. Er konnte nie etwas damit anfangen und das sieht man auch. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Und weil er nun damit nichts anfangen kann, kommt das Kind Peter aus ihm hervor und spielt ein wenig Indiana Jones - und das - wie wir aus dem Bonusmaterial wissen - mit 80.000 Miniatur-Schädelchen. Ich bin übrigens gerne bereit zuzugeben, dass ich so ein Schädelchen gerne als Briefbeschwerer auf meinem Schreibtisch hätte. Please don't hate me.

Musste ich die Schädel-Lawine unbedingt haben? Sicherlich nicht. Ärgert es mich? Nicht wirklich. Die Pfade der Toten waren mir schon in der Kinofassung egal, wohingegen sie im Buch zu meinen Lieblingsstellen gehört. Wenn Jackson damit nichts anstellen kann, ist das zwar ärgerlich und eine verpasste Gelegenheit, mehr aber nicht. Es verhunzt keineswegs den Film oder die Handlung. Inzwischen habe ich mit der neuen Fassung der POTD meinen Frieden gemacht.

Warum?

Weil ich es hinreißend finde zu sehen, wie sie entstanden ist. 80.000 Mini-Schädel und das Geräusch der Schädellawine, das in Wirklichkeit durch einen großen Sack gemieteter Walnüsse erzeugt wurde. Viggo Mortensen beim Schädel-Korbwurf. Wunderbar! Ja, auch in mir ruht eine alte, spießige Trash-Butze, wie es scheint. Aragorns "Don't look down!" wenn man sofort WEISS, dass Gimli nach unten schauen wird... Natürlich ist es albern, aber das gestehe ich Jackson zu und ich verzeihe es ihm. Ein bisschen kindisch zu sein, hat noch nie geschadet. Vermutlich ist auch der olle Professor nicht zum Ablachen in den Keller gegangen.

Und dann darf ich noch erwähnen, dass es für mich als Mann von der Insel einen absoluten Lieblingsmoment gibt und dass ist der Orc, der plötzlich "INSPECTIOOOOOOOOON!!!" brüllt. In der Sekunde lagen wir hier mit drei Männern hilflos vor Lachen am Boden. Diese Szene kann nur würdigen und nachvollziehen, wer unseren Militärdienst "genossen" und vor allem überlebt hat. Es ist nicht so sehr die Tatsache, dass er es sagt, sondern wie er es sagt. Was für ein wunderbarer Moment!

Aragorn und der Palantir: Das ist nun wirklich eine verpasste Gelegenheit. So wie sie nun abläuft und an der Stelle, an der sie positioniert ist, macht sie einfach keinen Sinn. Sehr viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Schade, schade. Einer meiner Lieblingsmomente im Buch.

"'The hands of a king are the hands of a healer' oder: Aragorn und die königliche Kausalitätskette"

Ich wusste bereits vorab, dass die Szene in den Houses of Healing sehr kurz sein würde und im Gegensatz zu fast allen anderen funktioniert sie für mich. In Jacksons Interpretation geht es hier nicht um Aragorns Königsanspruch sondern nur darum zu zeigen, wie sich Eowyn und Faramir finden und dieser Teil funktioniert zweifellos.

Was ist nun aber mit der Heilung Faramirs? Was ist mit den "hands of a king are the hands of a healer". Die Häuser der Heilung sind vielleicht mein Lieblingskapitel oder wenigstens eines davon. Warum also kann ich mit Jackons Interpretation leben?

Ganz einfach, weil ich weiß, was sich Jackson dabei gedacht hat.

Viele werden monieren, dass er Faramirs Heilung hätte zeigen sollen und dafür ungeliebte andere Stellen hätte hinauswerfen sollen. Es ist nur so: Selbst mit weniger Szenen hätte er Faramirs Heilung nicht integriert und das hat einen Grund.

Jackson hat vom ersten Augenblick an Aragorn als einen Mann gezeigt, der mit seinem Erbe, seinem Schicksal und seiner Berufung kämpft. Er ist ein Mann, der über sich selbst und seine Vorfahren hinauswachsen muss, wenn er nicht mit ihnen und seinem Geschlecht untergehen will. Im Buch reicht es in gewisser Weise, dass er seinen Anspruch verkündet (erstmalig in der Begegnung mit Eomer, wo er sich als "Aragorn, son of Arathorn" zu erkennen gibt). Im Film ist dies nicht so. Im Buch gibt es auch gewissermaßen "Beweise" für seinen Anspruch: Den Elfstone, an dem ihn die Menschen von Minas Tirith erkennen und sagen: "The king has returned". Die Hände des Heilers, die unterstreichen: Er ist der König und natürlich nicht zuletzt Anduril, Flame des Westens. Im Film läuft der Hase etwas anders. Das sieht man schon sehr gut in Rivendell, als Legolas die wahre Identität Aragorns verkündet und ausruft: "He is the heir to the throne of Gondor, you owe him your allegiance." Dieser Anspruch reicht nicht, wie Boromir deutlich zeigt. "Gondor has no king, Gondor needs no king". Zum Ende des DIE GEFÄHRTEN hat sich Aragorn Bormir gegenüber als würdig erwiesen: "I would have followed you, my brother, my captain, my king!" Aragorn tut dies erneut in Helm's Deep und schließlich und ultimativ in DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS. Es braucht keine Beweise, um Aragorns Anspruch auf den Titel des Königs untermauern.

Aber: Aragorn BEWEIST SICH als König.

Welche Interpretation besser ist? Keine von beiden.

"Drei Türen führen nach Mittelerde"

Im Bonusmaterial sagt Brian Sibley an einer Stelle das, was mein eigenes Empfinden ausdrückt: Peter Jackson hat eine weitere Tür nach Mittelerde geöffnet.

Ja. Genau das hat er getan. Nicht mehr und nicht weniger. Jackson ist nie in diesem "DER HERR DER RINGE-Krieg" gezogen mit dem Anspruch, die ultimative Verfilmung des Herrn der Ringe zu liefern, gewissermaßen die eierlegende Wollmichsau. Was er liefert ist seine Interpretation Tolkiens, seine Interpretation Mittelerdes.

Und das bedeutet für mich, dass es nun drei Türen nach Mittelerde gibt: Die erste ist natürlich die Tür der Bücher, die Tür Tolkiens, die zweite ist die Tür Jacksons und dann gibt es noch eine dritte Tür - und das ist MEINE. Wenn ich durch meine Tür gehe, sehe ich die Momente aus den Büchern, die Jackson nicht oder anders verfilmt hat. Ich sehe MEINE Interpretation. Wenn ich durch meine Tür gehe, sehe ich die Momente, die Tolkien nie beschrieben hat. Dann sehe ich die Szenen, die ich schon als kleines Kind in meiner Fantasie erdacht habe.

Jacksons Verfilmung hat mir Tolkiens Bücher nicht ersetzt, das könnte sie auch nie. Aber sie hat Tolkiens Werk für mich bereichert. Jackson hat mir eine weitere Fahrkarte nach Mittelerde geschenkt. And oh, what a ride!!!

Dieser Ritt setzt sich für mich fort, wenn ich mir das Bonusmaterial anschaue und erneut zu einem kleinen, staunenden Junge werde.

Ich bin hingerissen, wenn ich die Nahaufnahmen der Kostüme sehe und erfahre, dass es wochenlang gedauert hat, die Stickereien mit der Hand einzuarbeiten. Mir klappt der Kiefer runter, wenn ich mir anschaue, wie die Substanz zur Herzstellung der Spinnweben bei genau 102,5 Grad erhitzt werden muss, weil sie bei einem Grad mehr Feuer fängt. Und dann zu sehen, wie man die Masse in kaltes Wasser gießt und dadurch ein Spinnennetz erzeugt... großartig. Ich liebe es, wenn die Macher beiläufig erklären, dass sie die Tierreste, die sich in Krankas Höhle finden, beim Metzger um die Ecke gekauft haben. Und wenn ich mir anschaue, wie Legolas einem Mumakil den gar ausmacht, werde ich immer daran denken, dass der Todesschrei in Wirklichkeit von einem Hengst kommt, dem man gerade das Sperma entnimmt. Ich grinse, wenn eine WETA-Mitarbeitern erklärt: "Yes. I think Peter is afraid of spiders... Oh? He is TERRIFIED? *snort* SISSY!" Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn ich sehe, wie Viggo Mortensen eine Haka bekommt, wenn ich den stolzen Blick in den Augen der Stuntmen sehe, die erklären, dass er zu ihrer Familie gehört. Wenn ich den Blick von Viggo Mortensen sehe, der sich jede einzelnen Moment der Haka, jedes einzelne Gesicht für immer in sein Gedächtnis einzubrennen versucht. Ich heule mir die Lunge aus dem Leib, wenn ich den letzten Drehtag von Elijah Wood sehe und Peter Jackson, der wie ein Vierjähriger einfach nicht wahrhaben will, das es zu Ende ist und mit immer leiser werdender Stimme einen Take nach dem anderen einfordert, obwohl jeder im Raum weiß, dass er den richtigen schon im Kasten hat. Ich bin zutiefst bewegt, wenn ich sehe, dass jedes einzelne Cast- und Crew-Mitglied in dieser Produktion ein gottverdammtes Genie ist, gesegnet mit so unglaublich viel Talent, Leidenschaft, Herzblut und Kreativität, wenn ich den Stolz in ihren Augen sehe, Augen die sagen: "Wir haben es geschafft".

Zehntausende von Menschen, die an dieser Produktion beteiligt waren. Millionen und Millionen von Fans. Und jeder einzelne von ihnen hat seine eigene Geschichte.

...und auf die eine oder andere Weise ist es so, als seien wir alle dabei gewesen. Irgendwie und für einen wundervollen Augenblick.

Eine Rezension von KeithBurns

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