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herr-der-ringe-film.de

Webspione in Mordor

; Quelle: Berliner Morgenpost

Die Berliner Morgenpost druckte einen Artikel, der sich mit dem HdR-Hype im Internet beschäftigt. Recht interessant, allerdings nichts neues.



Die Verfilmung vom «Herr der Ringe» löst im Netz lange vor dem Kino-Start eine Tolkien-Manie aus
Das Leben eines echten Fans ist nicht einfach. «Zwei Tage lang kalter Wind, frierende Körperteile, um Fünf Uhr morgens aufstehen, Blasen an den Füssen und 12 Stunden lang stehen.» Aber der Autor, der unter dem Namen «Geheimes Eichhörnchen» für eine Webseite bei den Dreharbeiten zum Kinofilm «Der Herr der Ringe» spioniert, will sich nicht beklagen. «Ich stand an der Schwelle von Mordor und durchlebte das Buch, das ich mindestens sechs mal gelesen habe.»
Die Dreharbeiten zu JRR Tolkiens berühmter Trilogie, die vor zwei Jahren in Neuseeland anliefen und Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen, bewegen die Internet-Fangemeinde wie kein anderes Filmprojekt jemals zuvor - «Starwars» eingeschlossen. Mit einem Interview, das der Regisseur Peter Jackson vor zwei Jahren dem Web-Kino-Magazin «Ain}t it cool» gab, entstand eine rege und täglich neue Blüten treibende elektronische Diskussion unter den Fans. Im Zuge der neu entfachten Tolkien-Mania werden auch Geschäftsfelder wiederbelebt, die seit 1977, dem letzten und missglückten «Herr der Ringe»-Zeichentrickfilm, vor sich hindümpelten.
Webseiten wie TheOneRing.com (www.lordoftherings.com), oder The Lord of the Rings Movie Site (www.lordoftheringsmovie.com)oder www.lordoftherings.net berichten über alles, was ihnen zu Ohren kommt. Dabei kommt der Film erst in einem Jahr in die Kinos. Regelmäßig geplündert werden die einschlägigen Spalten der neuseeländischen Tageszeitung The Evening Post. Eine beliebte Quelle ist auch die Internet-Zeitschrift The Dominion, wo häufig über Peter Jacksons graphisches Studio Weta Digital berichtet wird, in dem der Film nachbearbeitet und die Animationen hinzugefügt werden sollen. So wird zum Beispiel die Figur des Gollum völlig vom Computer geschaffen, Hobbits und Zwerge schrumpfen auf diese Weise. Und auch die gigantische Schlacht am Ende der Geschichte wird größtenteils am Computer entstehen. Produzent Barrie Osborne, der an «The Matrix» mitgewirkt hat, meinte, die Arbeit sei kaum anders als bei seinen jüngsten, mit vier Oscars preisgekrönten Sci-Fi-Thriller.
Für besonderen Aufruhr sorgten im Internet regelmäßig News darüber, welche Schauspieler Tolkiens berühmte Figuren spielen werden. Jackson hatte versprochen, nicht zu viele Hollywood-Stars einzusetzen. Mit Cate Blanchett, die die Elbenkönigin Galadriel spielt, Christiopher Lee (als Zauberer Saruman) und Liv Tyler (als Heroine Arwen), machte Jackson bereits Kompromisse.
Wem es noch nicht reicht, dass über jedes Detail in epischer Länge diskutiert wird, der erfindet einfach selbst eins. Unter der Rubrik «Gerüchte» auf einer der meistbesuchten Film-Seiten wurde auch schon behauptet, das Budget sei längst überzogen, und nun müssten Sponsoren einspringen. Eine andere beliebte Falschmeldung: Julia Roberts sei für eine Nebenrolle gecastet worden.
Als Service für die Fans nennen manche dieser Film-Seiten auch Links zu anderen Tolkien-Webpages, und über die Werbebanner wird die Aufmerksamkeit auf den erweiterten Markt für allerlei Mythologie-Waren gelenkt. Erweitertes Interesse kommt durch den Rummel um den Film auch den Spielzeug-Angeboten zu. Herausragendes Beispiel ist hier der amerikanische Action-Figure-Hersteller Toyvault, der vor zwei Jahren begonnen hat, Figuren aus der Herr-der-Ringe-Trilogie zu kreieren und zu lizenzieren (www.middleearthtoys.com).
Die Bilder in den Köpfen der Fans sind oft sehr spezifisch, und die meisten sind enttäuscht, wenn das Spielzeug ihrer Fantasie nicht entspricht. Aus diesem Grund hat Toyvault auf seiner Webseite einen Bereich geschaffen, in dem die Fans ihr Urteil über die Figuren abgeben können. «Im vergangenen Jahr haben die Fans zwei Entwürfe von Legolas nicht akzeptiert, bevor sie einen dritten enthusiastisch unterstützen. Und der ist inzwischen auch vom Lizenzgeber abgesegnet worden», erzählt Mit-Eigentümer Jon Huston.
Auch andere Medien haben das hochschwappende Interesse an den oft schon jahrzehnte alten Produkten schon zu spüren bekommen. Amazon.com-Nutzer kürten den «Herrn der Ringe» vor einigen Monaten sogar zum «Buch des Jahrtausends». Auf den einschlägigen Fan-Websites, die nach eigenen Angaben bis zu 100 000 Hits täglich zählen, gibt es Links zu Versteigerungen und Einkaufsseiten von Tolkiens Büchern, das Video «Der Hobbit», dem BBC-Hörspiel der Trilogie, Poster sowie zahlreiche CDs.
Ein bisschen abgeklärter, aber ebenso erwartungsvoll betrachten die Mythologie-Spezialisten im Internet die Produktion des Filmes. Christopher Siren koordiniert das wichtigste Diskussionsforum im Usenet namens alt.mythology. «Mit der Zunahme der Online-Nutzer haben immer mehr Menschen Zugang zu den gleichen Informationen über den `Herrn der Ringe} und das verstärkt die Verbindungen zwischenden Fans», meint er.
Dieser Trend fing bereits bei dem letzten «Starwars»-Kinofilm an, der als klassisches Beispiel für einen Kinofilm viele Elemente aus der Mythologie enthält, und «eine Menge Parallelen zur Arthos Legende hat», urteilt Christopher Siren. In Tolkiens Ring-Trilogie führt Siren die meisten Elemente auf nordische Sagen und Legenden zurück.
Neben der treuen Fan-Gefolgschaft forschen inzwischen auch offizielle Institute über das Phänomen Tolkien. Um das Erbe des britischen Autors aufrecht zu erhalten wurde 1969 die Non-Profit-Organisation Tolkien Society gegründet. Auch der Sohn, Christopher Tolkien, steigt in die Fusstapfen des Vaters, wenn auch nur als Redakteur seiner Bücher. Christopher hat zu dem Film keinerlei Stellungsnahme abgegeben, um den Eindruck zu vermeiden, der Film sei mit Zustimmung der Familie zustande gekommen. «Obwohl ich zugeben muss, dass ich ein bisschen besorgt bin, hoffe ich doch, dass sich Jackson an die wichtigsten Sachen hält und Hollywood nur in geringfügigeren Dingen nachgibt», sagt Ian Collier, Sprecher der britischen Gesellschaft vornehm.
JRR Tolkien selbst befürchtete schon vor Jahrzehnten das Schlimmste. In einem Brief an seinen Verleger aus dem Jahre 1937, als der «Kleine Hobbit» herauskam, segnete er zwar die Veröffentlichung des Buches in den USA ab, allerdings nur solange es möglich sei «gegen alles ein Veto einzulegen, was von den Disney Studios kommt oder davon beeinflusst ist. Für all diese Werke habe ich eine innere Abscheu.»
(Danke lapidar!)

German article about the filming in NZ and the hype in the internet from the Berlin Newspaper "Berliner Morgenpost". Nothing new.

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