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Peter Jackson vertritt Tolkien in Cannes

; Quelle: Süddeutsche Zeitung

Ein Artikel über das Filmmaterial aus Cannes - Ein Abend im Tolkien-Taumel- der erste Eindruck vom neuen "Herr der Ringe", neu inszeniert von dem neuseeländischen Regisseur Peter Jackson. Der Film läuft nicht als Wettbewerbsfilm in Cannes, der Hype allerdings wird durch kurze Vorab-Sequenzen bereits vor Fertigstellung des Films gestartet.

Große Momente kündigen sich nur selten an, und sie offenbaren ihre Größe nicht sofort. Aber sie haben die Tendenz, im Gedächtnis nachzuleuchten, und irgendwann wird klar, dass man nicht unberührt bleiben wird. Es muss also berichtet werden von ?Herr der Ringe? ? von einem kurzen, viel zu kurzen Einblick in ein neues Filmuniversum, das uns die nächsten drei Jahre beschäftigen wird.

Kein Teil des Festivals im engeren Sinn ? aber doch der Grund, warum derzeit auch jene Filmfans nach Cannes blicken, die bei der 100000-Mark-Frage nach Godard auf französischen Weichkäse tippen würden. Wir Kritiker, ausdrücklich beschworen, noch nichts zu kritisieren, können nur mit Ja oder Nein antworten: Ja, die Sagenwelt von J.R.R. Tolkien war wunderbar präsent in ein paar kurzen Ausschnitten. Und ja, die ersten Fanberichte im Internet sind wahr: Das alles sieht wirklich atemberaubend aus; und wenn auch der Rest so wird wie die so genannte ?Mines of Moria?- Fluchtsequenz, die in voller Länge gezeigt wurde, dann kann George Lucas endgültig in Rente gehen.

Warum aber bleibt uns Peter Jackson selbst am stärksten in Erinnerung, sein Auftritt als Schreiber, Produzent, Mastermind, Visionär? Ein kleiner Mann mit Kugelbauch, Fusselbart, ungekämmten Locken, T-Shirt und Militärhose. Sagt ein paar Worte, keine großen Worte, vor dem Film. Und ist vor allem einfach da, hellwach, superklar, beeindruckend. Der hat ein Geheimnis, das wir noch lösen müssen.

Das Geheimnis von Peter Jackson wird schließlich klarer. Auf einer Burg hoch über Cannes, wo das ganze Team von ?Herr der Ringe? Interviews gibt und auch zu einer Party lädt. Da haben sie einen riesigen Troll als Steinskulptur aufgestellt, ein Elfenboot in den Swimmingpool gesetzt, ein Hobbit-Haus in Originalgröße nachgebaut.

Peter Jackson ist der einzige Regisseur, der 270 Millionen Dollar ausgeben durfte, um drei Blockbuster auf einmal zu drehen. Er hat diese 25000-Mann-Operation zu verantworten, von der ersten Vision bis zur letzten Einstellung, fernab von Hollywood, in Neuseeland, seiner Heimat. Jahre der Vorbereitung, Lebenswerk, Vermächtnis. Mindestens die Hälfte seiner Landsleute, so scheint es, hat er eingespannt für die große Sache. Dazu Liv Tyler, die hier barfuß über den Rasen geht, Elijah Wood, der wohl geboren wurde, um Frodo der Hobbit zu werden, und alte Meister wie Sir Ian McKellen und Christopher Lee. Sie alle reden von den anderthalb Jahren Drehzeit, als sei gerade ein Traum zu Ende gegangen. Eine große Familie, zurück aus einer vergangenen Zeit, als Hollywood noch nicht erfunden war. Und mitten drin Peter Jackson, der nicht weiter auffällt, aber alles zusammenhält. Er hat, sagen alle, nie in diesen anderthalb Jahren auch nur einmal herumgebrüllt. Sollten wir je etwas Größeres zu leisten haben im Leben, dann möchten wir bitte genauso sein wie dieser Mann.

(Danke Celebrindal!)

English Version:

This is just another article about the footage New Line has shown in Cannes. The context: All fan-reports are true ... it was amazing!

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