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Gerichtsstreit: Ein Ende in Sicht? (UPDATE)

; Quelle: MSNBC

In dem immer noch andauernden Gerichtsstreit zwischen den Nachlassverwaltern der Tolkien-Familie und dem Filmstudio New Line Cinema gibt es erste Fortschritte, die allerdings noch immer auf eine endgültige Beilegung des Streits warten lassen.

Seit dem 11. Februar 2008 streiten sich die Nachlassverwalter der Familie Tolkien (auch bezeichnet als Tolkien Trust) mit dem Hollywood-Filmstudio New Line Cinema um die Einnahmen der HERR DER RINGE-Trilogie und dem rechtmäßigen Anteil der Tolkiens an dem Gewinn (HDRF berichtete hier und hier ). Im Grunde geht es darum, dass New Line vorgeworfen wird, die Tolkiens nicht mit ihren, laut dem Vertrag rechtmäßigen, 7,5 % an den insgesamt knapp US$ 6 Milliarden Einnahmen entlohnt worden. New Line ist da allerdings anderer Meinung. New Line kassierte den ersten Sieg im September letzten Jahres. Die Kläger forderten über US$ 150 Mio. an Entschädigungszahlungen, die aus Vertragsbruch, Betrug und anderen Ansprüchen entstanden sein sollen. New Line musste nicht zahlen.

Nun fand am Freitag, 6. Februar 2009, eine weitere Verhandlung zwischen den Parteien statt. Das Gericht bestätigte dem Tolkien Trust, dass sie von New Line Cinema um weitere mindestens US$ 150 Mio. betrogen wurden. Beide Seiten haben nun bis zum 3. März Zeit, sich gegenseitig Dokumente und Beweise vorzulegen, die ihre Ansprüche rechtfertigen. Die Papiere werden von beiden Seiten eingesehen und kommen dann vor einen Mediator, der bis April mit den Verhandlungsparteien an einen Tisch kommt und versuchen wird, den Streit beizulegen.

Richterin Ann I. Jones machte die Kläger auch darauf aufmerksam, dass sie mit ihren Papieren warten können, bis ein von ihnen beauftragter Experte seine Ergebnisse für einen weiteren Streitpunkt präsentiert hat: Der Tolkien Trust fordert weitere 7,5 % der Einnahmen aus THE TWO TOWERS als Lizenzgebühr. Die Tolkien-Anwälte stellen hier zum ersten Mal heraus, dass New Line sich für bestimmte Szenen des zweiten Filmes der Trilogie auch anderen Büchern bedient haben könnte. New Line wollte sich dazu nicht äußern. Er werden vorerst die Ergebnisse des Experten abgewartet.

Die Anwälte der Tolkien-Familie fordern noch immer über mehrere hunderttausend Papiere und Dokumente von New Line ein, von denen sie bisher erst ungefähr die Hälfte erhalten haben. Bis zum 28. Februar haben sie nun Zeit diese Dokumente abzuliefern. Sollte sich keine Regelung ergeben, wird der Streit vor Gericht am 19. Oktober weitergeführt.

Was bedeutet dies für den kommenden HOBBIT? (Siehe Update!)

Sollte sich der Anspruch der Tolkiens bewahrheiten, dass Peter Jackson & Co. sich für den zweiten Teil der Trilogie wissentlich aus anderen Quellen bedient haben, wäre auch der zweite HOBBIT-Film, der eine Brücke zwischen dem HOBBIT und dem ersten Teil er Trilogie schlagen soll, in Gefahr. New Line besitzt die Verfilmungsrechte nur für den HOBBIT und den HERR DER RINGE. Viele Ereignisse, die zwischen der Handlung des HOBBITS und der der GEFÄHRTEN passieren, werden in den Anhängen und im HERR DER RINGE nur beiläufig erwähnt. Erst in Tolkiens postumen Werken wie das SILMARILLION oder NACHRICHTEN AUS MITTELERDE werden die Geschehnisse detaillierter, und so für eine Verfilmung in relevanter Weise, dargeboten. Diese Werke darf das Autorenteam aber nicht verwenden. Sollte nun die Tolkien-Familie in dem Sachfall THE TWO TOWERS recht bekommen, kann man getrost davon ausgehen, dass das Drehbuchschreiberteam um Peter Jackson, Fran Walsh und Guillermo del Toro in ernste Schwierigkeiten kommt, wenn sie sich indirekt anderer Quellen zur Füllung ihrer Geschichte bedienen.

UPDATE: MSNBC scheint einen inhaltlichen Fehler in ihrer Pressemitteilung veröffentlicht zu haben. Wir haben bei der Spezialistin in Sachen Rechtsstreit Tolkien vs. New Line Cinema und Autorin des Buches THE FRODO FRANCHISE, Kristin Thompson, nachgefragt: Sie sieht nach erstem Sichten der Unterlagen keinen Grund für New Line Cinema, sich um den HOBBIT Sorgen zu machen. Die vor Gericht zu klärenden Missverständnisse, die durch die schwierige Vertragslage entstanden sind, drehen sich lediglich um den an den Tolkien Trust auszuzahlenden Anteil der Einnahmen vom zweiten Teil der Trilogie. Da der von MSNBC erwähnte angehende Streit um unrechtmäßige Verwertung anderen Tolkienmaterials seitens New Line in keiner der Anklagepunkte auftaucht, kann man mit recht hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich in diesem Artikel um einen klaren inhaltlichen Fehler handelt.
Die Redaktion von herr-der-ringe-film.de entschuldigt sich für entstandende Missverständnisse. Wir werden euch über den Fall auf dem Laufenden halten.


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