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herr-der-ringe-film.de

Aufruhr in Mittelerde

; Quelle: HDRF

Nachdem die Gewerkschaften die Schauspieler aufgefordert haben, den HOBBIT zu bestreiken, hat nun auch Peter Jackson die Samthandschuhe ausgezogen und droht, mit der gesamten Produktion nach Osteuropa zu gehen. Éomer-Darsteller Karl Urban stellt sich im Gegenzug hinter die Gewerkschaften

In den USA regieren die Gewerkschaften den Filmmarkt. Die sorgen dafür, dass alle Schauspieler fair bezahlt und von den Produktionsfirmen krankenversichert werden müssen. Außerdem sorgen die Gewerkschaften dafür, dass Überstunden beglichen und Pausenzeiten eingehalten werden müssen. Diese Regelung hat dafür gesorgt, dass Filmproduktionen in gewerkschaftlich kontrollierten Ländern sehr teuer geworden sind. Daher verlegt Hollywood die Produktionen gerne in Länder, wo die Gewerkschaften nicht so mächtig sind und die Filme billiger produziert werden können, wie beispielsweise Tschechien, Deutschland oder eben Neuseeland.

DER HERR DER RINGE wurde unter Bedingungen produziert, die nicht von den Schauspieler-Gewerkschaften abgesegnet waren. Das bedeutet oft lange Arbeitstage, kurze Nächte und eine niedrigere Bezahlung als in den USA. Da dies nun voraussichtlich auch für den HOBBIT so sein wird, forderten diverse Schauspieler-Gewerkschaften ihre Mitglieder auf, nicht beim HOBBIT mit zu spielen. Wie einflussreich so ein Aufruf sein kann, hat der Streik der Drehbuchautoren vor drei Jahren bewiesen, der ganz Hollywood für mehrere Wochen lahmlegte.

Peter Jackson reagierte auf den Aufruf mit diesem vierseitigen Statement, in dem er betont, dass er selbst stolzes und loyales Mitglied der Regisseur-Gewerkschaft, der Produzenten-Gewerkschaft und der Autoren-Gewerkschaft sei. Er sei in keiner Weise gegen Gewerkschaften eingestellt. Aber die Aufforderung zum Boykott sei absurd. Es gehe nur um Macht, vor allem der australischen Gewerkschaften, die sich mehr Produktionen für ihr eigenes Land wünschen und eifersüchtig auf den Erfolg von Neuseeland seien. Und er fühle sich zunehmend verärgert, dass die neuseeländische Schauspiel-Gesellschaft, die nur 10% der neuseeländischen Schauspieler vertrete und nicht mal als Gewerkschaft anerkannt sei, nun zusammen mit den Australiern versuche den HOBBIT zu verhindern.

"Wenn so eine kleine Minderheit ein Projekt gefährdet, an dem in den letzten zwei Jahren schon über 2000 Leute gearbeitet haben und für das in den nächsten vier Jahren noch Tausende eingestellt werden, ein Projekt für das Warner Brothers Hunderte Millionen Dollar in die lokale Wirtschaft investieren wird. [...] Den HOBBIT zu verlieren wäre eine Demütigung für Neuseeland gegenüber der Welt und [...] Warner würde so großen finanziellen Schaden davon tragen, dass zukünftig alle anderen Produktionsstudios Neuseeland meiden werden." Weiter schreibt Jackson: "Wenn wir mit dem HOBBIT nach Osteuropa gehen müssen, wird es eine lange Dürrezeit in diesem Land geben, was Blockbuster-Produktionen angeht. Wir haben uns in den letzten Jahren verbessert und viele Produktionen von Übersee bekommen, ein Erfolg, von dem Australien gerne ein Stück ab haben möchte. Und das beginnt damit, dass sie den HOBBIT missbrauchen, um ihre Macht in der Filmindustrie zu demonstrieren."

Der neuseeländische Schauspieler Karl Urban (Éomer) stellte sich unterdessen hinter die Gewerkschaften. "Die neuseeländische Schauspiel-Gemeinschaft hat meine volle Unterstützung bei ihrem Kampf um höhere Standards für neuseeländische Schauspieler. [...] Wenn Jackson die Möglichkeit hat, die Arbeitsbedingungen für Schauspieler in Neuseeland zu verbessern und damit ein Augenhöhe zu bringen mit den Kollegen in Australien, England oder den USA, dann hoffe ich, dass er dieses Projekt unterstützt."

Geoff Murphy, der als 2nd Unit Director an der HERR DER RINGE Trilogie gearbeitet hat, erklärte, dass er beide Seiten verstehen könne: "Es ist eine schwierige Angelegenheit. Und da kann es manchmal zu beidseitigen Schikanen kommen."

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