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Del Toro verrät Kreaturen und Smaug-Details

; Quelle: NewYorker.com

Auch wenn Guillermo del Toro nicht länger in den HOBBIT involviert ist, so hat er doch maßgeblich die Designs beeinflusst. Einem Reporter präsentierte der Regisseur nun seine Ideen für den HOBBIT und plauderte frei von der Leber weg über Smaug und andere Kreaturen.

Der Reporter Daniel Zalewski durfte Guillermo del Toro in seinem Haus in Los Angeles besuchen und bekam einen Eindruck von den Designs zum HOBBIT präsentiert. Im Magazin THE NEW YORKER beschreibt er ausführlich was er gesehen hat und liefert unter anderem die erste ausführliche Beschreibung von Smaug.

VORSICHT SPOILER!!


Drachen, so erzählt er [Guillermo del Toro] mir, seien seine “Lieblinge unter den mythologischen Kreaturen” und er hatte sogar die Chance einen zu gestalten: Smaug, die sprechende Schlange auf ihrem Schatzberg in J. R. R. Tolkiens DER HOBBIT.

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Bezüglich Tolkien erzählt er: „Ich war nie ein totaler HERR DER RINGE Fan. Und die Charaktere im HOBBIT sind viel weniger schwarz-weiß gezeichnet. Die Monster sind nicht einfach nur böse. Sie sind anmutig, lustig, verführerisch. Smaug ist ein unglaublich schlaues Kerlchen.“

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Er erzählt mir, dass jedes seiner Zeichenbücher ein „Kunstprojekt für sich selbst“ sei. In Venedig hat er sich sieben in Leder gebundene Notizbücher in einem Antiquariat gekauft. Ich öffne sein aktuelles Notizbuch, welches die Zeichnungen zum HOBBIT enthält [...] Tintenzeichnungen von Kreaturen, die umgeben sind von englischen und spanischen Texten: Bildbeschreibungen, Gedanken, Story-Ideen. Die erste Zeichnung, die ich sehe ist mit „Peces Sin Ojos“ betitelt – „Fisch ohne Augen“. Del Toro schreibt immer mit einem Füllfederhalter, in letzter Zeit benutzt er einen Montblanc mit blutroter Tinte.

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Mein Blick verweilte auf einer Zeichnung, die aussieht wie eine mittelalterliche Doppel-Streitaxt. „Das ist Smaug!“ sagte del Toro. Es war die Ansicht von oben: „Siehst Du, er ist wie eine fliegende Axt.“ Del Toro ist der Meinung, dass Monster aus jedem Winkel anders aussehen sollen, damit der Zuschauer nicht die Ehrfurcht verliert. Der erste Schritt für jedes gute Monster-Design sei die Silhouette, sagt del Toro. „Dann beginnt man mit den Bewegungen zu spielen. Das nächste Element ist die Farbe. Und dann – ganz am Schluss – kommen die Details. Eine Menge Leute machen es genau andersherum und häufen einfach jede Menge Details übereinander.“

[...]

Ich schaue auf eine Seitenansicht des Drachen. Smaugs Körper, so wie del Toro ihn sich vorgestellt hat, ist ungewöhnlich lang und dünn. Die Knochen der Flügel sind sehr beweglich an seinem Rücken angebracht, wodurch der Unterleib der Kreatur sehr weich und schlüpfrig wirkt. „Er ist ein bisschen wie eine Schlange“ [...] Daneben hat del Toro geschrieben: „wie ein Wasservogel“.

Smaugs Vorderbeine sehen unproportional klein aus, wie bei einem T-Rex. Dies gibt dem Drachen in Nahaufnahmen einen neuen Aspekt: Die Kamera kann so Gesten und Gesichtsausdruck in einer dichten Einstellung einfangen, und vermeidet die Ablenkung durch Flügel und Schwanz. (Smaug ist ein sehr redegewandter, manipulativer Drache; Tolkien beschreibt ihn mit einer überwältigenden Persönlichkeit.) „Smaugs Augen sind sehr verborgen,“ ergänzt del Toro. Dies verleiht der Kreatur eine zusätzliche Dramatik, wenn Bilbo ihn aus dem Schlummer weckt.

Mit der Anbringung der Flügel wollte Del Toro besonders kreativ sein. „Drachen-Designs kann man im Grunde in zwei Spezies unterteilen,“ erklärt er. Die meisten haben die Flügel als Vordergliedmaßen. „Die andere Variation ist die anatomisch unmögliche Version mit sechs Gliedmaßen” – Also vier Beinen, wie bei einem Pferd und zusätzlich noch zwei Flügeln. „Aber es gibt einfach keine große Kreaturen auf der Erde, die sechs Gliedmaßen haben!“ Das Zeichnen dieses Schemas habe ihn frustriert. In dem Zeichenbuch gibt es auch verworfene Prototypen. „Siehst Du, das ist ein Drache, wie man ihn schon öfters gesehen hat,“ erklärt er mir „Ich habe nur diese Samurai-Beine angebracht, aber das hat einfach nicht funktioniert.“

Del Toros Production-Design für den HOBBIT scheint ähnlich angelegt zu sein: Es sollen Dinge vermieden werden, die der Zuschauer vorher schon gesehen hat. Während Jacksons Landschaftsaufnahmen immer von einem azur-blauen Himmel umrahmt werden, plante del Toro den Himmel digital durch „gemäldehafte Effekte“ zu ersetzen. Und statt in einem echten Wald zu drehen wollte er vor einigen künstlichen Bäumen drehen, die aussehen wie die „Zeichnungen aus Tolkiens Buch“. Außerdem sehe ich in dem Zeichenbuch auch viele Kreaturen, die bei Tolkien nicht vorkommen, wie einen gerüsteten Troll, der sich in einen Metallball zusammenrollen kann. Del Toro sagt, es sei langweilig, sich sklavisch an die Vorlage zu halten.

Sogar die Hauptcharaktere des HOBBITS tragen del Toros Handschrift. Eine Zeichnung zeigt den Zwergen Thorin in der Schlacht, mit einem surrealen Helm, der aussieht wie ein großes Geweih. „Das sind Dornen („Thorns“) – er heißt doch auch Thorin.“


Die komplette Reportage mit weiteren Beschreibungen zum HOBBIT und dem ausführlichen Porträt von Del Toro findet ihr hier unter newyorker.com.

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