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Jackson: Ich will immer alles noch besser machen

; Quelle: News.com.au

Nach der Weihnachtspause sprach Regisseur Peter Jackson mit einem australischen Reporter offen über die anstrengende Arbeit am HOBBIT und was ihn bei seiner Arbeit antreibt.

Hier ein Auszug aus dem Interview:

Frage: Sie haben über die Weihnachtsfeiertage den ersten Teil vom HOBBIT geschnitten. Aber eigentlich sollten sie gar nicht Regie führen. Als diese Aufgabe dann doch auf sie zu kam, gab es einen Teil von ihnen, der das nicht wollte, weil die Gefahr besteht für immer im HERR DER RINGE Thema festzustecken?

PJ: Nein, nicht wirklich. Als Guillermo (Del Toro) dran gearbeitet hat, habe ich ja auch produziert und am Drehbuch geschrieben – Das habe ich sehr genossen. Es ist ja nicht so, dass ich das Thema nicht mag. Ich dachte nur, es wäre vielleicht mal interessant eine etwas andere Herangehensweise an das Thema zu sehen, also eine Mittelerde-Vorstellung von jemand anderem zu sehen. Aber als Guillermo dann gegangen ist, haben wir uns gefragt, was wir tun sollen. Und dann habe ich gedacht: Na gut, dann kann ich den HOBBIT so umsetzen, wie ich ihn gerne sehen würde. Das ist nicht unbedingt der gleiche Film, den er gemacht hätte. Aber ich bin ja auch schon für so lange Zeit in die Produktion involviert, dass mir auch etwas an dem Thema lag und so war es völlig in Ordnung für mich, zu übernehmen. Wir haben größtenteils die gleich Crew und auch einige Schauspieler von damals, daher war das so eine Art Wiedersehen, und das hat Spaß gemacht.

Frage: Die Verbundenheit der Schauspieler zu DER HERR DER RINGE ist legendär. Haben sie es geschafft diese ganz besondere Stimmung wieder herzustellen?

PJ: Ja. Jeder muss den anderen wirklich gut kennen und die Stimmung ist gut. Ich bin der Meinung, dass wenn man einen Film dreht, die Atmosphäre am Set immer freundlich aber auf die Arbeit fokussiert sein muss, man darf aber auch mal Spaß haben. Über eine sehr lange Zeit steht man morgens sehr früh auf und arbeitet bis spät in die Nacht. Wenn man dabei keinen Spaß hat, dann kommt da auch kein guter Film bei raus. Und dieser gute Spirit bei den Schauspielern und der Crew muss sich sprichwörtlich auf die Leinwand übertragen. Und wir haben jede Menge Spaß.

Frage: Gibt es nicht manchmal Tage, an denen sie einfach nicht aufstehen wollen?

PJ: Also bisher noch nicht. Selbst wenn es kalt ist und regnet geht es mir gut (lacht).

Frage: Davon gibt es ja einige Tage in Wellington.

PJ: Oh ja, das stimmt!

[…]

Frage: Eine Menge Leute glaube, dass sie ziemlich gut in dem sind, was sie machen. Aber jetzt beim HOBBIT, haben sie da nicht manchmal das Gefühl, dass sie sich nur so „durchwurschteln“?

PJ: Ich sag ihnen, was ich immer versuche und auch mache – Ich versuche immer zu überlegen, wie ich Dinge noch besser machen kann. Immer wenn ich morgens ans Set komme denke ich: 'Ok, das hier müssen wir heute machen, aber wie könnten wir das noch ausbauen. Lasst uns mal den Kamera-Winkel anschauen, lasst uns das mal durchgehen ... So, wie könnte man das verbessern?' Für mich gibt es nichts, was perfekt ist. Alles was man tut oder sich vorstellt, kann immer irgendwie noch besser gemacht werden. Wenn also ein Schauspieler eine Szene spielt und es gut geworden ist, dann gehe ich nicht zur nächsten Aufnahme über, sondern überlege zuerst, ob man nicht irgendetwas noch besser machen könnte. Und dann drehen wir die Szene noch einmal. Das ist dann manchmal nur eine Kamerabewegung oder eine kleine Anmerkung an den Schauspieler oder eine Einstellung der Scheinwerfer – irgendetwas. Ich gehe alles in meinem Kopf noch mal durch. Man darf sich nie ausruhen, sondern immer pushen, pushen, pushen! Und deshalb sind meine Tage interessant. Klar ist das auch anstrengend, aber das hält dich auf Trab.

[…]

Frage: Können sie sich jetzt schon Gedanken darüber machen (in Bezug auf den nächsten TIM & STRUPPI Film) oder stecken sie mit ihrem Kopf noch mitten in Hobbingen?

PJ: Mein Plan für den nächsten TIM & STRUPPI ist ... also für die Vorbereitung und Entwicklung eines solchen Films braucht man mindestens ein Jahr oder 18 Monate, von unserem jetzigen Standpunkt aus. Also es gibt noch viel Entwicklungsarbeit am Drehbuch und Planung von Action-Szenen, alles Dinge die ich während der Post-Production vom HOBBIT machen kann. Also der Plan ist es, dass ich mit TIM & STRUPPI in die Vor-Produktion gehe, während der HOBBIT in der Post-Produktion ist. Und wenn der HOBBIT dann fertig ist, kann ich mit den Motion-Capture-Aufnahmen beginnen.

Frage: Planen sie derzeit noch irgendein anderes Projekt, das nichts mit TIM & STRUPPI oder Mittelerde zu tun hat?

PJ: Ja, ich plane endlich mal wieder einen Tag mit einem guten Buch einfach nur im Bett zu verbringen. Und ich freue mich schon darauf, dies 2014 endlich umzusetzen (lacht). Aber nein, es gibt einen Punkt, da hat man einfach so viel auf dem Schirm, und für die Psyche musst du einfach darüber nachdenken, mal eine kleine Pause zu machen. Also konzentriere ich mich im Moment hauptsächlich darauf, diese Filme fertig zu bekommen und sie so gut zu machen, wie nur möglich, und dann endlich eine Pause zu machen bevor es ... wie auch immer weiter geht. Außerdem finde ich es viel interessanter, durch all diese Jahre zu gehen, ohne dabei einen Plan zu haben. Es dauert lange, bis ein Film fertig ist, für einen durchschnittlichen Film braucht man zwei Jahre – oder auch etwas länger, wie im Fall von TIM & STRUPPI und DER HOBBIT. Aber ich möchte nicht die nächsten 10 Jahre schon verplant sein. Ich könnte mir nichts Langweiligeres vorstellen, als einen 10-Jahres-Plan. Da wacht man morgens auf und denkt: Dies ist das siebte Jahr meines 10-Jahres-Plans. Ich mache lieber einen Film fertig und schaue, was als nächstes kommt.

Das Original-Interview in voller Länge gibt es hier bei News.com.au.

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