Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Medien-Rummel um HOBBIT-Pub in Hampshire

; Quelle: HDRF

Nun gut, wir beugen uns eurem Willen und wollen auch ein paar Worte zu den aktuellen Ereignissen um den englischen Pub "The Hobbit" verlieren, der ja in den letzten Tagen in so ziemlicher jeder Tageszeitung Erwähnung fand und nun sogar von den Stars der HOBBIT-Verfilmung unterstützt wird.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben, hier noch einmal die Ereignisse in Kürze:

Wie letzte Woche berichtet wurde (z.B. hier bei SF-Radio oder Spiegel.de), erhielt Stella Mary Roberts aus Southhampton, Inhaberin eines Pubs namens The Hobbit, ein bösen Brief von einem Anwalt der Saul Zaentz Company. Produzent Saul Zaentz, der seit vielen Jahrzehnten die Rechte für die Hauptwerke Tolkiens besitzt, beschuldigte die Pub-Besitzerin nämlich mit ihrem Pub seine Lizenzrechte zu verletzen.

Soweit eigentlich nicht ungewöhnlich, denn die Saul Zaentz Company macht dies seit vielen Jahren so, um zu verhindern, dass jeder Hinz und Kunz einfach Merchandising-Produkte mit Legolas bedruckt, ohne dafür zu zahlen. Einerseits geht es natürlich darum, dass der Saul Zaentz mit seiner Lizenz Geld verdienen möchte, andererseits geht es aber auch um eine Qualitätssicherung der Lizenz-Produkte. Das ist im Prinzip verständlich und auch gut so, sonst würde der Markt mit billigen Produkten rund um DER HERR DER RINGE überschwemmt, wenn dies nicht kontrolliert würde. Jeder könnte sich einfach als Trittbrettfahrer des Erfolgs der Film-Trilogie bereichern.

Nun hat diese Pub-Besitzerin aber ohne eine Gebühr zu zahlen in ihrem Pub einfach Filmfotos aus DER HERR DER RINGE verwendet und auf der Speisekarte stehen Cocktails wie Gandalf, Frodo, Gollum und Legolas. Nach Aussage von Stella Mary Roberts bringe sie ihren Gästen damit die Literatur von Tolkien näher, nach Aussage von Saul Zaentz' Anwalt profitiere sie damit aber nur vom Film-Erfolg der HERR DER RINGE Trilogie.

Interessanterweise nahm diese Geschichte schnell eine ungeheure Eigendynamik an, denn in den Medien und der Öffentlichkeit wirkte dieser eigentlich durchaus berechtigte Vorwurf der Saul Zaentz Company wie die willkürlich Boshaftigkeit eines anonymen Mega-Hollywood-Studios. Und so begann der medienwirksame Kampf David gegen Goliath. Die Studentin Heather Cartwright gründete zur Rettung der beliebten Kneipe eine Facebook-Gruppe, die bald über 50.000 Mitglieder verzeichnete. Die meisten dieser Mitglieder kennen den Pub zwar vermutlich gar nicht persönlich, aber die zunehmende Berichterstattung hatte an ihr Gerechtigkeitsempfinden appelliert und der eine Klick zur Unterstützung war schnell gemacht.

Und das Medien-Karussell begann sich schneller zu drehen: Je mehr Menschen sich mit der Kneipe solidarisierten, desto mehr Medien griffen das Thema auf. Schon bald äußerten sich auch die ersten Prominenten zu Wort wie beispielsweise Stephen Fry, der twitterte, dass er sich für seine Branche schäme und auch Gandalf-Darsteller Ian McKellen bekundete auf seiner Website Solidarität.

Die Saul Zaentz Company, die sich bisher eigentlich für die "Good Guys" gehalten hatte, musste plötzlich erfahren, dass man wohl in der Gesellschaft unterscheidet zwischen "guter Urheberrechtsverletzung" und "böser Urheberrechtsverletzung". Vermutlich taten Hunderte von Presseanfragen ihr Übriges. Goliath knickte ein und machte Pub-Besitzerin Roberts ein Friedensangebot: Für eine symbolische Lizenzgebühr von 65 Pfund (rund 77 Euro) im Jahr dürfe sie den Pub weiter unter diesem Namen betreiben.

Die Facebook-Gemeinde jubelte. Damit aber noch nicht genug: Ian McKellen (Gandalf) und Stephen Fry (Meister von Seestadt) erklärten öffentlich, diese Jahresgebühr für den Pub zu übernehmen. Und nach Ende der Dreharbeiten vom HOBBIT würden sie dem "The Hobbit" dann auch eine persönlichen Besuch abstatten.

Ende gut alles gut?

Sieger dieser öffentlichen Lizenzschlacht ist ohne Zweifel der Hobbit-Pub, der jetzt dank Star-Unterstützung weltweit bekannt ist und vermutlich zum Pflichtbesuch für jeden tolkienaffinen Tourist in Southhampton wird. Fraglich bleibt, ob auch andere Kneipen, wie die Hobbit-Kneipe in Darmstadt, der Hobbit in Zweibrücken oder gar der Tom Bombadil in Solingen sich für eine jährliche Gebühr von nur 77 Euro offiziell lizenzieren können, wenn Saul Zaentz vor der Türe steht. Ohne Zweifel wird sich der Hollywood-Mogul aber zukünftig vermutlich zwei Mal überlegen, bevor er seine Anwälte auf kleine, beliebte Lizenzverletzer hetzt. Darauf einen "Pippin" (Ein Shot aus Grenadine und Apple Sourz).

Zum Abschluss hier noch eine paar Links zur Berichterstattung anderer Online-Medien:

Sponsor
Anzeige

Die nächsten Termine

Zu den Terminen

*